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Gipfeltreffen der Astrophysiker und Erforscher des Universums

„Die Wissenschaft wird uns alle retten“

Die dritte Ausgabe des Astronomie- und Wissenschaftsgipfels Starmus rückte die Insel ins Rampenlicht der internationalen Wissenschaftsszene.



Fotogalerie© EFE
06.07.2016 - Teneriffa -
Vom 27. Juni bis 2. Juli trafen auf der Insel die brillantesten Wissenschaftler unserer Zeit zusammen, teilten ihre Theorien und Forschungsergebnisse mit dem Publikum und sprachen über die Zukunft der Menschheit und die Erforschung des Universums. Mit dabei waren elf Nobelpreisträger und eine große Zahl weltbekannter Astrophysiker. Allein die Gelegenheit, Physik-Genie Stephen Hawking live und aus der Nähe zu erleben, machte das Event zu einem einmaligen Erlebnis für das Publikum. 
Starmus legte zwei Schwerpunkte: Astronomie und Musik. Und so stand die Abschlussveranstaltung ganz im Zeichen der Musik.
Filmmusikkomponist Hans Zimmer, der mit der „Stephen Hawking Medaille“ ausgezeichnet wurde, komponierte die Musik zu Videosimulationen von Schwarzen Löchern und Gravitationswellen. Er werde auch in Zukunft seinen Beitrag zur Wissenschaftskommunikation leisten, versicherte der Meister der Filmmusik, „denn es ist schließlich die Wissenschaft, die uns am Ende alle retten wird“. 

Am 2. Juni ging auf Teneriffa die dritte Ausgabe des Wissenschafts-, Astronomie- und Musikfestivals Starmus zu Ende, das sich als Treffpunkt für kluge Köpfe aus den verschiedenen Wissenschaftsbereichen und das interessierte Publikum versteht. Nach der Erstausgabe im Jahr 2011 fand das zweite Starmus Festival 2014 statt. 2016 stellte Astrophysiker Garik Israelian vom Instituto de Astrofísica de Canarias (IAC), unterstützt durch seinen Freund und ebenfalls Astrophysiker Brian May, die dritte Ausgabe vor, für die er wieder eine große Zahl brillanter Wissenschaftler, Astronomen, Astronauten und Musiker gewinnen konnte.
Die Kombination von Wissenschaft und Kunst – in diesem Fall Musik – fasziniert und begeistert nicht nur das Publikum, das ein bunter Mix der Nationalitäten und Generationen war. Wo sonst finden Astrophysiker, Denker des Universums und Nobelpreisträger in entspannter Atmosphäre Raum für Gespräche, für den Austausch über Themen, die sie persönlich und die Menschheit beschäftigen. Aber vor allem für das Publikum war Starmus eine einmalige Gelegenheit, Größen der Wissenschaft live zu erleben und ihre Begeisterung für die Erforschung des Universums zu teilen.
Im Rahmen von Starmus 2016 fanden in Pirámide de Arona täglich mehrere Vorträge und Gesprächsrunden statt. Der Physiker und Nobelpreisträger Robert Wilson referierte am ersten Tag des Festivals über die Strahlung des Big Bang und erinnerte daran, dass 96% des Universums bislang unerforscht sind. Nach Robert Wilson betraten der Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist Neil deGrasse Tyson und der junge britische Physiker Brian Cox die Bühne, die sich für eine stärkere Präsenz der Wissenschaft in den Medien und in der Folge die Popularisierung der Wissenschaft aussprachen.

Nobelpreis für Stephen Hawking gefordert
Ebenfalls am ersten Festivaltag sprach sich Gastredner Anthony McCarten dafür aus, dass Professor Stephen Hawking möglichst bald mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wird. Der neuseeländische Drehbuchautor, der Hawking im Vorfeld der Dreharbeiten des Spielfilms über sein Leben „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ kennenlernte, äußerte, „das Norwegische Nobelkomitee möge sich beeilen, zu tun was zu tun ist“. Dass er damit die Würdigung des Lebenswerks von Physik-Genie Hawking mit einem Nobelpreis meinte, war allen Zuhörern klar, die ihm mit einem mehrminütigen Applaus ihre Zustimmung gaben.

Die Menschheit wird keine 1000 weitere Jahre auf der Erde überleben
Der Vortrag des Ehrengastes des diesjährigen Festivals, dem Starmus unter dem Motto „Beyond the Horizon – Tribute to Stephen Hawking“ gewidmet war, fand unter großen Sicherheitsvorkehrungen am dritten Festivaltag statt. Hawking äußerte die Ansicht, dass die Menschheit keine weiteren 1.000 Jahre auf der Erde überleben werde und daher die Erforschung des Alls eine Priorität sei. Der fragile Planet Erde sei keine Zukunft für die Menschheit. Diese liege im Universum, unterstrich Professor Hawking. „Wir Menschen sind nichts anderes als Ansammlungen von Partikeln, doch wir sind nahe dran, die Gesetze zu begreifen, die uns beherrschen, was ein großer Triumph ist“, erklärte Hawking an anderer Stelle. Im Übrigen blickte der berühmte theoretische Physiker in seinem Vortrag auf sein Leben zurück. Unter dem Titel „A Brief History of Mine“ erzählte er, dass er am 8. Januar 1942 zur Welt kam, auf den Tag genau 300 Jahre nach Galileo Galileis Tod. Scherzhaft fügte er hinzu, dass jedoch an diesem Tag weltweit wohl noch weitere 200.000 Menschen geboren wurden...
Beim Rückblick auf seine Studienzeit und die ersten Jahre seiner Krankheit bezeichnete er die Liebe und Kraft, die er durch seine erste Frau und seine Kinder erfuhr, als entscheidenden Antrieb, um seine Forschungsarbeit fortzuführen. „Es gibt immer etwas, was man gut kann. Man darf nur nicht aufgeben“, sagte er.

Grandioses Finale

Als krönender Abschluss fand am Nachmittag und Abend des 1. Juni im Auditorio Adán Martín in Santa Cruz die von Musik geprägte Schlussveranstaltung „Sonic Universe“ statt, bei der auch wieder Stephen Hawking im Mittelpunkt stand. Erstmals wurden die nach ihm benannten Medaillen für Wissenschaftskommunikation verliehen; die Idee zu dieser Auszeichnung entstand bei Starmus 2014, und die Skizze, nach der das Bild von Hawking auf die Medaille geprägt wurde, war von Alexei Leonow mit Bleistift angefertigt worden.
Der berühmte deutsche Filmmusikkomponist und Oscarpreisträger Hans Zimmer wurde als Erster auf die Bühne gebeten und nahm die Medaille als große Ehre an. Er war für die Komposition des Soundtracks des Kinofilms „Interstellar“ als Preisträger ausgewählt worden. Zimmer erklärte ergriffen, er sehe diese Medaille nicht als Auszeichnung für seine Arbeit in der Vergangenheit, sondern als Herausforderung für zukünftige Leistungen zur Wissenschaftskommunikation.
Des Weiteren erhielten der britische Physiker und Fernsehjournalist Jim Al-Khalili die „Stephen Hawking Medal for Science Communication“ sowie die US-amerikanische Dokumentation „Particle Fever“ von David Kaplan und Mark Levinson zum größten Teilchenbeschleuniger und der Suche nach dem Higgs-Boson.

Ein Asteroid für Garik Israelian

Zu den Überraschungen des Abends gehörte die Verkündung durch Brian May, dass die US-amerikanische Raumfahrtbehörde „auf den Wunsch zahlreicher Wissenschaftler hin“ eingewilligt habe, einen Asteroiden nach Garik Israelian zu benennen. Der Starmus-Initiator hat damit sozusagen seinen eigenen Stern im Universum. Brian May erklärte bei der Übergabe der Urkunde an den perplexen Wissenschaftler, man habe zuvor natürlich sichergestellt, dass dieser Asteroid nicht mit der Erde kollidieren werde.

So klingen Gravitationswellen und Schwarze Löcher

Musikalisch wurde an diesem Abend ebenfalls einiges geboten. Im ersten Teil des Programms trat die berühmte britische Sopranistin Sarah Brightman auf, danach spielte Pianist Rick Wakeman. Im zweiten Teil trat die Liverpooler Rockband zusammen mit Stephen Hawking auf, dessen Computerstimme zur Musik eingeblendet wurde. Ein Erlebnis war auch der von Astronaut Christ Hadfield live gesungene David Bowie Song „Space Oddity“. Ein Video von Hadfield, wie er seine Version des Bowie Lieds in der internationalen Raumstation ISS singt, wurde auf Youtube mittlerweile über 32 Millionen Mal angeklickt.
Den Höhepunkt bildete zum Schluss das Konzert von Hans Zimmer, der mit einem Streichquartett, Keyboards, Bass und Synthesizern den Soundtrack zu Bildern von Schwarzen Löchern und Gravitationswellen komponiert hatte. Gemeinsam mit Astrophysiker Kip Thorne und dem auf visuelle Effekte spezialisierten Filmtechniker Paul Franklin (zweifacher Oscarpreisträger) entstand eine visuelle und musikalische Komposition, die das Publikum in ihren Bann zog und für die es Standing Ovations gab.
Garik Israelian verabschiedete sich im Schlusswort mit Dank beim Publikum und auch beim Krankenpflegerteam von Stephen Hawking, das die Teilnahme des Physikgenies möglich gemacht hatte, und kündigte bereits an, dass es eine vierte Ausgabe von Starmus geben werde. Wann und wo? Das steht noch in den Sternen. 









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