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Ausgabe: Nr. 275 (6/2017) vom 22. März - 4. April 2017
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Home > Kanarische Inseln > Nachrichten > Gesundheit > Ärztliche Behandlung in Spanien – was Sie wissen sollten

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Ein Beitrag von Dr. jur. Rainer Fuchs, Autor des Experten-Ratgebers „Sorgenfrei leben unter Spaniens Sonne“

Ärztliche Behandlung in Spanien – was Sie wissen sollten

Hier einige typische „Fallbeispiele“ von Residenten in Spanien. Sie sollen eine erste Orientierungshilfe bieten, um sich in dem „Dickicht“ der Krankenversorgung besser zurechtzufinden.



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08.03.2017 - Spanien -
Mehr erfahren Sie im Ratgeber „Sorgenfrei leben unter Spaniens Sonne“ von Dr. Rainer Fuchs.


Privatarzt
Hans H. aus Kassel besitzt ein Apartment auf La Palma, welches er zweimal im Jahr für einige Wochen selbst nutzt. Bei einem dieser Ferienaufenthalte hat er plötzlich Schmerzen in der Brust. Auf Anraten von Freunden geht er zu einem deutschen Privatarzt. Glücklicherweise rührten die Schmerzen nicht vom Herzen her, sondern von der Speiseröhre. Der Arzt verschreibt ihm ein teures Magenpräparat und schickt eine hohe Rechnung. Muss Herr H. nun alles aus eigener Tasche bezahlen?

Antwort:
Eigentlich hätte Herr H. in ein spanisches Gesundheitszentrum oder in die Notaufnahme einer spanischen Klinik gehen können. Dann wäre er mit der deutschen Gesundheitskarte seiner gesetzlichen Krankenversicherung kostenlos behandelt worden. Seine Gesundheitskarte ist auf der Rückseite zugleich seine Europäische Krankenversicherungskarte, die auch in Spanien gilt. 
Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten zahlen Deutsche mit Lebensmittelpunkt in Deutschland in Spanien fünfzig Prozent des Verkaufspreises. Werden die Medikamente in der Apotheke privat eingekauft, wird die deutsche Kasse ihren Anteil übernehmen. 
Nur wer seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland hat, kann sich in Spanien sowohl im kostenlosen staatlichen Gesundheitsdienst als auch bei Privatärzten behandeln lassen. Die Kosten werden dann, wie in Spanien üblich, in bar gezahlt, und die - unbedingt detaillierte! - Rechnung kann danach der deutschen Kasse zur Erstattung eingereicht werden. Bei ambulanter Behandlung ist keine vorherige Genehmigung der deutschen gesetzlichen Kranken- kasse erforderlich – für stationäre Behandlung ist die vorherige Genehmigung absolute Voraussetzung. 
Der Haken: Die deutsche gesetzliche Kasse übernimmt nur die Kosten, die auch in Deutschland angefallen wären, vermindert um eine Bearbeitungsgebühr, die je nach Krankenkasse etwas variiert (ca. um zehn Prozent). Oft sind die deutschen ärztlichen Gebührensätze nur sehr gering, entsprechend hoch ist dann Ihr Eigenanteil an der Arztrechnung. Sprechen Sie möglichst vorher darüber mit Ihrem Privatarzt!

Wichtig:
Die Erstattungsmöglichkeit gibt es nur, wenn Sie im Jahr weniger als 183 Tage auf den Kanaren leben! Bei längerem Aufenthalt müssen Sie sich von Ihrer Krankenkasse das Formular S 1 oder E 121 ausstellen lassen und sich damit im Gesundheitszentrum die spanische SIP-Karte (Tarjeta Sanitaria) besorgen. Sie behalten zwar Ihre deutsche Gesundheitskarte und können sich damit unbeschränkt auch in Deutschland behandeln lassen – aber mit der Erstattungsmöglichkeit des Privatarztes in Spanien ist es vorbei! 


Die teure Privatklinik
Peter S. aus Hannover ist Rentner und lebt seit einigen Jahren den Sommer über auf Teneriffa. Er ist sehr sportlich; eigentlich war er nie krank.
Als er bemerkt, dass er beim morgendlichen Jogging auf der Strandpromenade mit seinen Freunden nicht mehr mithalten kann, geht er auf deren Rat zu einer deutschen Herzklinik in der Nähe seines spanischen Wohnortes.
Diese setzt ihm sehr fachgerecht einen Stent ein, und er fühlt sich bald wieder fit – bis die Rechnung über 6.500 Euro ins Haus flattert. Seine deutsche Krankenkasse weigert sich, die Kosten zu übernehmen – zu Recht?

Antwort:
Die Kosten einer privaten stationären Behandlung in Spanien werden nur übernommen, wenn seine deutsche gesetzliche Krankenkasse vorher zugestimmt hat! Peter S. ist jetzt auf die Kulanz seiner Kasse angewiesen, damit er vielleicht trotzdem einen Teil seiner Kosten erstattet bekommt. 

Operation in Deutschland oder in Spanien?
Hans M., Rentner aus Bremen, lebt seit vielen Jahren in einem Apartment auf Gran Canaria. Seit einiger Zeit plagen ihn zunehmend Hüftschmerzen, und ein befreundeter Arzt hat ihm deutlich gemacht, dass kein Weg an einer künstlichen Hüfte vorbeiführt. Was soll er tun?

Antwort:
Wenn sich Hans M. als Dauerresident mit dem Formular S 1 oder E 121 im spanischen Gesundheitszentrum angemeldet hat und eine spanische „Tarjeta Sanitaria“ (SIP-Karte) besitzt, kann er sich in ein öffentliches spanisches Krankenhaus einweisen und dort kostenlos behandeln lassen. Allerdings wird er voraussichtlich erhebliche Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Da er aber auch die deutsche Gesundheitskarte besitzt, die er neben der spanischen Tarjeta behalten darf, kann er zur Behandlung natürlich auch nach Deutschland fahren.

Kann Hans M. in Spanien auf Kosten seiner gesetzlichen 
Krankenkasse in eine (deutsche) Privatklinik oder zu einem Privatarzt gehen?

Antwort:
Nein! Wer die spanische „Tarjeta Sanitaria“ besitzt, ist wie ein Spanier in Spanien zu behandeln. Die spanische Krankenversicherung übernimmt in
keinem Fall die Kosten einer privaten Behandlung.


Kann man sich als (Langzeit-)Tourist in Spanien 
zum Beispiel eine neue Hüfte einsetzen lassen?

Antwort:
In der Regel: Nein!

Wer in Spanien als „Langzeittourist“ lebt, hat zumindest offiziell noch seinen Lebensmittelpunkt und Wohnsitz in Deutschland. Dann muss man grundsätzlich für eine solche Behandlung nach Deutschland zurückkehren. In Spanien erhalten Touristen nämlich nur sofort notwendige Behandlungen als sogenannte „Aushilfsleistungen“. Für nicht sofort notwendige Behandlungen in Spanien wäre eine vorherige Zustimmung seiner deutschen gesetzlichen Krankenkasse erforderlich, die aber in aller Regel nicht gegeben wird.


Was sind private Krankenversicherungen in Spanien wert?
Sandra B. ist 69 Jahre alt und verbringt ihren Lebensabend gemeinsam mit ihrem spanischen Partner auf Lanzarote. Sie fühlt sich in Spanien zu Hause, sodass sie vor zwei Jahren alle Verbindungen nach Deutschland abgebrochen und auch ihre gesetzliche Krankenversicherung gekündigt hat. Sie hat für nur 76,00 Euro monatlich eine spanische Privatversicherung abgeschlossen. Als bei ihr Altersdiabetes festgestellt wird, verweigert diese Privatversicherung die Kostenübernahme der dadurch nötig gewordenen Dauerbehandlung, weil chronische Krankheiten nach dem Vertrag ausgeschlossen sind. Was kann sie tun?

Antwort:
Sehr wenig! 
Leider sind solche Fälle gar nicht so selten. Die preiswerten spanischen Privatversicherungen bieten keinen Vollschutz. Bei ernsten Krankheiten besteht dann oft gar keine Versicherung! Frau B. wird voraussichtlich auch nicht in die deutsche gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren können. Möglicherweise kann sie aber dem spanischen staatlichen Gesundheitsdienst beitreten, wenn sie eine Beschäftigung aufnimmt oder wenn sie völlig mittellos wird.


Zahnsanierung in Spanien?
Felix F. aus K. lebt seit zwei Jahren den Winter über in seinem Haus auf Teneriffa. Er ist in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung versichert und hat keine spanische SIP-Karte, die „Tarjeta Sanitaria“, beantragt. Sein deutscher Zahnarzt
an der Costa Blanca rät ihm dringend zu einer Sanierung seiner Zähne und macht ihm einen Kostenvoranschlag über 5.645 Euro. Wird seine deutsche gesetzliche Krankenkasse die Kosten übernehmen?

Antwort:
Eigentlich ist für ambulante Behandlungen beim Privatarzt keine Genehmigung der deutschen Krankenkasse erforderlich. Anders beim Zahnersatz! Die Kasse wird nur dann den Anteil der Kosten tragen, den sie in Deutschland gezahlt hätte, wenn Herr F. ihr vorher einen Heil- und Kostenplan zur Genehmigung vorgelegt hat – und sie diese Genehmigung erteilt hat.
Das kann sie, sie muss es aber nicht!
Demgegenüber wäre die deutsche Krankenkasse verpflichtet, ihren deutschen Kostenanteil an einer gewöhnlichen (Zahn-)Arztbehandlung zu übernehmen, wenn die Behandlung ambulant ist oder keinen Heil- und Kostenplan erfordert. 
Lebt Felix F. mehr als 183 Tage auf der Insel, sieht die Sache anders aus. Dann müsste er die spanische SIP-Karte, die „Tarjeta Sanitaria“ als Dauerresident beantragen. Damit ist es vorbei mit der Erstattungsmöglichkeit von Privatarztrechnungen.


Wer zahlt für den Rücktransport nach Deutschland?
Luise F. aus dem Saarland, die seit fünf Jahren auf Teneriffa lebt, hat nach einem Sturz in ihrem Haus einen Oberschenkelhalsbruch erlitten.
Der Bruch heilt sehr schlecht ab, und sie muss voraussichtlich noch längere Zeit im Krankenhaus bleiben. Sie möchte nunmehr in ein deutsches Krankenhaus verlegt werden, wo sich ihre Kinder um sie kümmern können. Wer kommt für die Transportkosten auf?

Antwort:
Niemand! Deshalb ist es sehr wichtig, für diesen Fall eine besondere private Versicherung abzuschließen.

Achtung! 
Die übliche private Reisekrankenversicherung genügt meist nicht, weil sie nur wenige Monate dauernde Reisen abdeckt.
 

Dialyse
Ludmilla S. aus Sachsen-Anhalt trägt sich mit dem Gedanken, ein Apartment auf Teneriffa zu erwerben. Allerdings benötigt sie regelmäßig eine Dialyse und ist sich nicht sicher, ob diese auch in Spanien möglich ist.

Antwort:
Grundsätzlich können sich chronisch Kranke mit der deutschen Gesundheitskarte, die ja zugleich Europäische Krankenversicherungskarte ist, auch in Spanien kostenlos so behandeln lassen, wie es medizinisch erforderlich ist. Eine vorherige Genehmigung der deutschen Krankenkasse ist eigentlich nicht erforderlich. Bei Behandlungen, die spezielles Fachpersonal erfordern, wie Dialyse, Sauerstofftherapie, Chemotherapie usw. sollte gleichwohl zuvor die Zustimmung der deutschen gesetzlichen Kranken- versicherung eingeholt werden. Meist wird eine befriedigende Lösung gefunden.
Wenn Frau S. Dauerresident wird und eine spanische Gesundheitskarte erhält, ist das nicht mehr nötig. In jedem Fall sollte sich Frau S. aber informieren, ob in der Nähe ihres vorgesehenen Wohnortes eine Dialyse angeboten wird.






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