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Ausgabe: Nr. 275 (6/2017) vom 22. März - 4. April 2017
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Die Übersetzung des Buches „Mein Kampf“ des nationalsozialistischen Diktators Adolf Hitler ist in Spanien 2016 in ungekürzter Form neu aufgel. worden

„Mi Lucha“

Das Buch „Mein Kampf“, das Adolf Hitler 1925 im Gefängnis schrieb, um für die nationalsozialistische Ideologie zu werben, ist in spanischer Übersetzung frei verkäuflich. Auch wenn die Geschäfte dieses Buch normalerweise nicht in ihren Auslagen präsentieren, so ist es doch bei Buchhandlungen wie der „Casa del Libro“, bei der Kaufhauskette „Corte Inglés“ und beim Online-Versender Amazon in einer Taschenbuchausgabe des Verlags „Real De Catorce“ zu Preisen zwischen zwölf und siebzehn Euro zu erstehen.



Das Cover der unkommentierten spanischen Übersetzung von „Mein Kampf“
Fotogalerie© WB
Das Cover der unkommentierten spanischen Übersetzung von „Mein Kampf“
21.12.2016 - Spanien -
Seit zum Ende des Jahres 2015 die Urheberrechte an Hitlers „Mein Kampf“ ausgelaufen sind, kann das Buch frei nachgedruckt werden. In Deutschland wurde daraufhin im Januar 2016 eine zweibändige, kritisch kommentierte Ausgabe herausgebracht, in der der Originaltext nur ein Viertel des Gesamtwerks ausmacht und die seitdem ein Bestseller ist. Die spanische Übersetzung dagegen ist vollständig aber unkommentiert, so wie sie ursprünglich geschrieben wurde. Nach eigenen Aussagen verfolgt „Real de Catorce“ mit der Veröffentlichung des Buches, das die Grundlage für die nationalsozialistische Ideologie bildete, keine ideologischen Ziele, sondern geschäftliche. Es sei darum gegangen, der Erste zu sein und es günstig anzubieten. 

Die Leser interessiert, was „dieser Herr“ damals gesagt hat

Der Verlag, der „Mi Lucha“ in einer Auflage von 1.500 Exemplaren herausgebracht hat, verteidigt die unkommentierte Veröffentlichung. Die Leser wollten das Buch so wie es geschrieben sei, die Kommentare würden es nur verteuern. Die Käuferschaft bestehe aus ganz normalen, unpolitischen Lesern, die wissen wollten, was „dieser Herr“ damals gesagt habe. Die Übersetzung stammt von dem chilenischen Verlag Jusego, der schon im Jahr 2003 eine Ausgabe von „Mi Lucha“ auf den Markt brachte und verschiedene Bücher über das Dritte Reich und rassistische Themen im Programm hat. 
Auf dem spanischen Büchermarkt existiert noch eine weitere Ausgabe von „Mein Kampf“, die schon vor dem Erlöschen der Autorenrechte in Spanien verkauft wurde und die der Verlag „Galaxia del Libro“ aus Barcelona 2016 nun noch einmal neu aufgelegt hat. Diese Ausgabe gilt als unvollständig. Des Weiteren werden seit 2016 verschiedene digitale Versionen des umstrittenen Buches von Gruppierungen angeboten, die einen ideologischen Hintergrund haben, teils von Anhängern der Nazi-Ideologie, teils von Gegnern oder solchen, die sich als Gegner ausgeben, um sich durch die Verbreitung des Buches keinen Ärger einzuhandeln. Im Vorwort eines E-Books heißt es beispielsweise: „Der Leser hat psychopathische Argumente vor Augen, welche die deutsche Bevölkerung in die Selbstzerstörung gerissen haben.“
Unter dem Ladentisch werden Raubkopien des Buches, sowohl gedruckt als auch später in digitaler Form, schon seit 70 Jahren verbreitet. Ein Zentrum dieser Aktivität war die Buchhandelskette „Librería Europa“, gegen die verschiedene Prozesse wegen Verharmlosung der Nazi-Zeit geführt wurden. Dem Eigentümer, Pedro Varela, drohen zwei Jahre Haft, weil er 4.000 Exemplare des Buches über den Kulturverband Ojeda ohne Genehmigung aufgelegt und vertrieben haben soll. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn der Urheberrechtsverletzung und fordert eine Entschädigung für den Freistaat Bayern.





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