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Ausgabe: Nr. 276 (7/2017) vom 5. - 25. April 2017
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„Lichtblicke“ der deutschen Seelsorger auf Teneriffa – diesmal von Pfarrer Harald Bartling von der Evangelischen Gemeinde Teneriffa Nord

Vom Osterlachen

Das Osterfest ist mit vielen schönen Bräuchen verbunden. Man färbt Eier und hängt sie als Raumschmuck auf oder isst sie zum Frühstück. Man versteckt Süßigkeiten im Garten und lässt sie von den Kindern suchen. Und am Abend zündet man das vertrocknete Gesträuch vom vergangenen Winter an und verbrennt es im Osterfeuer. Denn der Frühling kommt.



Fotogalerie
05.04.2017 - Teneriffa -
Einer der ältesten Bräuche ist das Osterlachen, leider ist es weitgehend in Vergessenheit geraten. Dazu gehörte, dass der Pfarrer an diesem Tag in seiner Predigt einen Witz oder eine Anekdote zum Besten gab, was angesichts des würdigen Auftretens der damaligen Amtsträger schon bemerkenswert war. Denn Lachen stellt ja Autoritäten infrage; es befreit von Furcht und macht Mut zum selbstständigen Denken. Vermutlich haben Diktatoren deshalb so viel Angst davor, dass man sich über sie lustig macht.
Auch in den Osterliedern ist dieses Lachen zu spüren, und der da verlacht wird, ist  der größte Tyrann von allen: der Tod. Denn der beherrscht uns ein Leben lang, und wir haben keine Chance, vor ihm zu fliehen. Jedenfalls nicht aus eigenen Kräften. Aber die Botschaft von Ostern sagt uns: Da ist einer lebend zurückgekehrt von den Toten. Wenn aber einer auferstanden ist, dann ist  ja der Tod ein- für allemal besiegt, dann gibt es auch für uns keinen Grund mehr, uns zu fürchten. Von diesem Ende her bekommt das ganze Leben ein anderes Vorzeichen: Alles wird gut. 
Die Freude darüber ist in den Osterliedern mit Händen zu greifen. „Die Welt ist mir ein Lachen / in ihrem großen Zorn, / sie zürnt und kann nichts machen, / all Arbeit ist verlorn“, so schreibt Paul Gerhardt in einem Lied von 1647, mitten im Dreißigjährigen Krieg. 
Im Neuen Testament wird der Tod sogar verspottet, der sich „an Christus verschluckt hat“ und der daran erstickt ist: „Der Tod ist verschlungen in den Sieg“, schreibt Paulus im 1.Korintherbrief Kapitel 15, „Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“
Diese Erleichterung ist überall zu finden, wo Christen Ostern feiern. Wir tun das auf unterschiedliche Weise, aber die Aussage ist überall die gleiche. In manchen Gemeinden verbringen Jugendliche die Nacht zum Ostersonntag in der Kirche und singen Lieder aus Taizé oder lesen aus der Bibel. Manche Gemeinden kommen auch kurz vor Tagesanbruch zusammen, und während es draußen hell wird, geben sie das Licht der Osterkerze untereinander weiter mit den Worten: „Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden.“ Das feiern wir mit unseren Osterliedern, wenn es wieder Tag geworden ist. Und auch wer der Osterbotschaft skeptisch gegenübersteht, ist eingeladen, sich einmal von dieser Freude anstecken zu lassen.
Habe ich noch etwas vergessen? Ach ja, das Osterlachen:
Ein Pfarrer macht einen Gang durch die Gemeinde und kommt an einem besonders schönen Blumengarten vorbei. Der Besitzer ist gerade dabei, im Schweiße seines Angesichtes Unkraut zu zupfen. „Das haben Sie aber mit Gottes Hilfe gut hingekriegt“, ruft ihm der Pfarrer über den Gartenzaun zu. „Ja“, antwortet der Angesprochene, „aber das hätten Sie mal sehen sollen, als unser Herrgott es noch allein gemacht hat!“   

Ihr
Pfarrer Harald Bartling
Evangelische Gemeinde 
Teneriffa Nord






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