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Ausgabe: Nr. 276 (7/2017) vom 5. - 25. April 2017
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Grigorij Sokolov – ein Weltstar des Klaviers als Solist am 11. Mai im Auditorio

Mozart und Schubert – ohne Pauken und Trompeten

Ganz klar. Jedes Konzert mit einem Grigorij Sokolov ist außergewöhnlich, und glücklich, wer Karten dazu ergattern konnte. „Auf dem Gipfel des Klavier-Olymps… Ovationen für Grigorij Sokolov…Der Mann spielt in seiner ganz eigenen Liga… In puncto Klangzauber und grundeigener Interpretation macht dem gebürtigen Petersburger keiner was vor.“



Klaviervirtuose Grigorij Sokolov.
Fotogalerie
Klaviervirtuose Grigorij Sokolov.
28.04.2006 - Teneriffa - Solcherart überboten sich die angesehene WAZ und andere Gazetten nach seinen letztjährigen Auftritten  in Deutschland. Endlos ist die Reihe seiner Triumphe auf den bedeutendsten Festivals und in allen wichtigen Konzertsälen der Musikwelt. Seine Schallplatteneinspielungen geraten stets zum besonderen Ereignis. Chefdirigent Victor Pablo Perez und sein „OST orchestra sinfonica de tenerife“ schenken ihrem verwöhnten Publikum mit dem Gastspiel dieses Ausnahme-Pianisten also einen weiteren, spektakulären Saisonhöhepunkt.
Zu hören ist Sokolov als Solist mit dem „OST“ unter Perez in einem Meisterwerk von  Mozart, dem Klavierkonzert Nr. 23 in A-Dur, KV 488. Bezwingend heiter, umweglos eingängig ist diese Musik. Wie immer bei Mozart, hat auch dieses Werk seine emotionalen Tiefen. Hier ist es der Mittelsatz, gehalten in der Tonart fis-Moll, die sich so gut eignet für´s Melancholische. Wie über allen großen Werken Mozarts, liegt auch über diesem Klavierkonzert der verklärende Glanz des Wunders, das Unbegreifliche. Musik kann man nicht hinaustragen in einen Zeitungsartikel hinein. Belassen wir es deshalb bei diesen Sätzen.
Auch für den zweiten Teil des Konzerts hat Orchesterchef Perez seinen Blechbläsern und Schlagzeugern frei gegeben. Ebenso wie „Lärminstrumente“  in Mozarts 23. Klavierkonzert nicht vorkommen, kommt auch Franz Schubert in seiner Fünften Sinfonie ohne Pauken und Trompeten aus. Mit solchen war er im Kompositionsjahr 1816 leider durchgefallen, nicht musikalisch zwar, aber wieder einmal als unverstandener Liebhaber. Teufelskerl, der er war als Komponist, hat er uns geniale Musik von oft rätselhafter  Hintergründigkeit geschenkt. Doch mit den Frauen hatte er kein Glück. Seine Jugendliebe Therese durfte er nicht heiraten. In späteren Jahren mochte er sich nicht mehr fest binden, wohl auch durch seine Syphilis-Krankheit bedingt, aufgrund derer er so früh starb, knapp 32 Jahre alt. Schubert war immer verschwiegen. Sein Freund, der Wiener Tenor Johann Michael Vogl, erzählte zwar die Geschichte aus dem Jahr von  Schuberts „Fünfter“, verschwieg aber den Namen der Dame. „Franzl“ war verknallt und bat Vogl, für die Erwählte seine soeben komponierte „Rastlose Liebe“ auf Text von Goethe zu schmettern, - mit ihm am Klavier natürlich. Ein Lied fesselnder Jugendkraft und des Gefühlssturms, dankbar wirkungsvoll auch für den Pianisten, drängend kurz, - und am Ende Schuberts langes Gesicht: Die Schöne himmelte gleich den Tenor an, und leider nicht den Pianisten. Sagen Sie nicht, die Sache sei erfunden! Sie wurde sogar verfilmt, allerdings verkitscht mit seinem berühmten „Ständchen“, das er in Wirklichkeit doch erst Jahre später komponierte. Schubert war traurig. So traurig, daß ihm in der „Fünften“ sogar das „Menuetto“ im 3. Satz wider die Regel in „Moll“ geriet? Die Bezeichnung der Tonfarbe „Moll“  kommt ja aus dem Lateinischen und bedeutet neben  Trauer und Tragik auch „schlaff“. Genaueres ist uns über Schuberts  Gefühlszustand hier nicht berichtet, - tatsächlich aber beginnt dieser Satz tiefernst. Die Sinfonie insgesamt aber ist ein lichtes Werk, von liebenswürdiger Freundlichkeit von Beginn an. Die Nähe zu Haydn und Mozart ist spürbar. Zugleich aber ist genügend Originalität     und Unverwechselbarkeit des Schubertschen Tonfalles vorhanden, mit einer auch hier bewundernswerten Meisterschaft der Instrumentation. Unglaublich eigentlich, dass er diese Sinfonie für ein Liebhaberorchester geschrieben hat, vor dessen Fähigkeit man nur den Hut ziehen kann. 
Wie bei so manchem Genie gilt auch für Mozart und Schubert: Die Gewissheit, wahrer Künstler zu sein und darin unbestechlich, musste für all das entschädigen, was ihnen an persönlichem Lebensglück nicht erreichbar war. Für ihr künstlerisches Selbstvertrauen und ihr Wissen um ihre Einmaligkeit zahlten sie mit dem Preis des Schmerzes. Es ist der festgesetzte Preis derer, die unbesiegt bleiben.
Perez hat sich diesmal für ein kurzes Programm entschieden, ohne Pauken und Trompeten. Am Ende möchte es umso eindringlicher geraten in unserer lärmigen Welt.  

Hans Rueda

Konzertbeginn 20.30 Uhr. Karten € 13 - € 22 Abendkasse.






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