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Ausgabe: Nr. 275 (6/2017) vom 22. März - 4. April 2017
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Die Konzerte des Sinfonieorchesters Teneriffa 2006/2007 im Auditorio – Vorschau Teil 2

Beethovens Erben – Musikgenies, liebenswert bis gemein

Zwanzig Sinfoniekonzerte wird das Orquesta Sinfónica de Tenerife in der neuen Spielzeit im Auditorio Santa Cruz geben. Über den kompletten Zyklus aller neun Beethoven-Sinfonien zum Saisonauftakt berichteten wir bereits. Fünf Abende werden es sein, vom 17. November bis 21. Dezember.



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21.07.2006 - Teneriffa - Die Reihe wird fortgesetzt mit 15 weiteren Konzerten vom 15. Februar bis 15. Juni 2007. In dieser und den nächsten Ausgaben können Sie sich einen Einblick verschaffen, was die Programmgestalter  dem Beethoven-Zyklus werden folgen lassen. Mit geringen Ausnahmen zählen alle diese Werke zu Schöpfungen von „Beethovens Erben“. Auch sie haben uns unbeschreibbar wundervolle Musik geschenkt. Dass sie dabei einander in ihrer Bedeutung nicht selten verkannten, mag auch ihrer menschlichen Schwäche geschuldet sein. Die notwendige Egozentrik von Genies verführte zuweilen auch sie zu Missgunst, Häme und niedriger Denkart. Uns Normalsterblichen mag das ein Trost sein.
Nach der Generalprobe zu einer Bruckner-Sinfonie fragten wir einmal Günter Wand, den vielleicht bedeutendsten Bruckner-Interpreten jener Tage, warum er niemals mehr Mahlers Werke dirigiere. „Neurotisch bin ich selber“, war der bündige Bescheid des greisen Maestro. Das war knallig und wenig freundlich geurteilt über Gustav Mahler. James Judd, der hier am 11. Mai Mahlers 7. Sinfonie dirigieren wird, wird das natürlich anders sehen. Der Chef des New Zealand Symphony Orchestra gilt international als führender Mahler-Interpret. Mahlers „Siebte“, ein Riesenwerk von circa 80 Minuten Dauer, trägt ob ihrer beiden „Nachtmusiken“ auch den Beinamen „Sinfonie der Nacht“. Dieses Konzert rechnet zu den Höhepunkten der Saison. Gerade Mahlers „Siebte“ ist in ihrer Wirkung etwa auf Arnold Schönberg und andere Komponisten in der Zeit nach ihm besonders hoch einzuschätzen.
Nach dem Tode Günter Wands im Jahr 2002 ist es heute ein Maestro, der nach Auffassung vieler Experten Bruckners Sinfonien einzigartig und besonders berufen dirigiert, - Eliahu Inbal. Als Interpret spätromantischer Werke genießt er Weltruf. Am 03. März  - nicht am 02., wie im Programm-Prospekt angegeben -, wird Eliahu Inbal hier eines der größten Werke Anton Bruckners, - seine 5. Sinfonie dirigieren. Vielen Klassikfans wird dieses Konzert das musikalische Highlight des Jahres bedeuten. Bruckners „Fünfte“ ist der krönende Abschluss der ersten großen Schaffensphase des Meisters aus dem österreichischen Linz, ein Gipfelwerk an kompositorischer Kühnheit und Kombinatorik, ein einzigartiges Denkmal künstlerischer Willenskraft. Diese Sinfonie entstand in einer Phase fast depressiver Entmutigung über die elenden äußeren Lebensumstände, die sich in Bruckners Korrespondenz spiegeln. Dazu erlebte er entsetzliche Reinfälle mit völlig unzulänglichen Aufführungsversuchen seiner Werke, die in ihrer Originalität und Modernität zu seinen Lebzeiten von Freunden und musikalischen Weggefährten kaum erfasst wurden, - geschweige denn von einer mehr oder minder feindseligen Kritik. Zeitlebens stand Bruckner im Schatten des erfolgreicheren Johannes Brahms, der beim Anhören dieser Musik geradezu versteinte und  zu folgendem Urteil kam: „Bei Bruckner handelt es sich gar nicht um Werke, sondern um einen Schwindel, der in ein bis zwei Jahren tot und vergessen sein wird. Bruckners Werke unsterblich, oder vielleicht gar Sinfonien? Es ist zum Lachen“. Derlei Bemerkungen, das sinfonische Werk betreffend, beruhten bei Bruckner und Brahms durchaus auf  Gegenseitigkeit.
Wenn Brahms die Lebenskraft, das innere Glühen, die geistige Macht der Brucknerschen Werke auch nicht erspüren konnte oder wollte, so hatte er dennoch eine große Seele. Gleichrangig steht er in seiner musikalischen Bedeutung neben den Größten seines Zeitalters: Wagner, Bruckner, später Mahler. Wie schon in den Vorjahren, ist seinen Werken in den Konzerten des OST mit Recht viel Raum gewidmet. Am 27. April werden unter der Leitung von Victor Pablo Pérez die 3. Sinfonie von Johannes Brahms und sein einziges Violinkonzert gegeben. Solist dabei wird der junge britische Geiger Daniel Hope sein. Wir lernten ihn bei seiner Mutter als Kind noch in London kennen, als diese dort eine Künstleragentur betrieb. Später produzierten wir Konzerte mit ihm und Rundfunkaufnahmen in Deutschland. Daniel Hope gilt heute in der britischen Musikszene als wohl aufregendste Künstler-entdeckung seit der legendären Cellistin J. du Pré.
Am 04. Mai folgt in einem Konzert unter der Leitung von James Judd die 4. Sinfonie von Brahms, dazu das 1. Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow, Solist Jean-Louis Steuermann, und die „Manfred- Ouvertüre“ von Robert Schumann.  Robert Schumann hatte den 20jährigen Brahms einmal als denjenigen bezeichnet, auf den die musikalische Welt sehnsüchtig gewartet habe. Brahms wiederum verehrte Schumanns Werke, noch mehr aber dessen Frau Clara, wobei diese Liebe leider unerfüllt blieb. Unter Musikgenies ging man also auch mit Wertschätzung und freundlich miteinander um.
Wiederum  unfreundlich aber äußerte sich einstens Richard Strauss, der mit seinen Tondichtungen „Also sprach Zarathustra“ (23. März, Leitung Edmon Colomer) und „Don Juan“ (18. Mai, Leitung Lü Jia - neuer Chef des OST) vertreten ist, über die Werke des Kollegen Rachmaninow: „Gefühlvolle Jauche!“ Rachmaninow, dessen Klavierkonzerte wir trotz Strauss’ Polemik dennoch hoch schätzen, ist neben dem bereits erwähnten 1. Klavierkonzert noch mit einem weiteren  präsent: 15. Februar, Sergej Rachmaninow - 3. Klavierkonzert, dazu die B-Dur-Sinfonie von Alexander  Zemlinsky, Leitung Victor Pablo Pérez, Solist Arcadi Volodos.
Aber auch der Aristokrat Rachmaninow verstand sich auf Kollegenschelte. Besonders sein Landsmann Sergej Prokofjew, dessen Sinfonien in drei Konzerten auf dem Programm stehen, hatte darunter zu leiden. Davon nun soll im nächsten Teil unserer Konzertvorschau die Rede sein.

Hans Rueda*


Programm-Prospekt mit Angaben zu Abonnement- und Kartenverkauf beim Cabildo de Tenerife -
Telefon 922 23 98 01 – Fax 922 23 96 17



*Hans Rueda war langjährig für internationale Musikfestivals, als Konzertagent und Schallplattenproduzent tätig.






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