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Ausgabe: Nr. 274 (5/2017) vom 8. - 21. März 2017
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Morgenländische Märchen und Volkslieder sinfonisch im Konzert des „OST“ am 20. April

Von des Sultans Läuterung und hebräischen Weisen

Märchenhaft und folkloristisch klingt es diesmal im Konzert des OST – Orchesta Sinfónica des Tenerife unter der Leitung des amerikanischen Dirigenten Christopher Wilkins und der französischen Violoncello-Virtuosin Anne Gastinel als Solistin am 20. April im Auditorium von Santa Cruz. Anne Gastinel interpretiert des gebürtigen Schweizers Ernest Bloch Rhapsodie „Schelomo“ nach hebräischen Volksweisen für Cello und Orchester. Eingeläutet wird das Konzert mit „Malpaís con campanas“, einem Werk des jungen Komponisten Gustavo Trujillo aus La Orotava. Die Sinfonische Suite „Scheherazade“, Nikolai Rimski- Korsakows Meisterwerk aus Orchesterbildern nach Märchen aus „Tausendundeine Nacht“, beschließt den Abend.



04.04.2007 - Teneriffa - Der junge Komponist Gustavo Trujillo wurde 1972 in La Orotava geboren. Sein Werk „Malpaís con campanas“ wurde bereits im letzten Jahr mit großem Erfolg vom „Orchesta Sinfónica de Galicia“ aufgeführt. Es ist bemerkenswert, wie konsequent auf Teneriffa künstlerischer Nachwuchs in verschiedenen Konzertreihen immer wieder gefördert und musikalischen Begabungen ein Forum der Präsentation geboten wird.
Ernest Bloch wurde 1880 in Genf geboren und studierte in der Schweiz und in Deutschland. Nach längerem Aufenthalt in Paris kehrte er in die Schweiz zurück und wirkte dort als Dirigent und Kompositionslehrer. 1916 übersiedelte er in die USA, wo er als Komponist, Musiktheoretiker und Pädagoge auf viele jüngere Musiker und Komponisten großen Einfluss ausübte. Bezeichnend ist, daß Ernest Bloch in mehreren Standardwerken der nordamerikanischen Kunstmusik zugerechnet wird. Von 1930 bis 1938 lebte er wieder in Europa, dann ging er endgültig nach Amerika und starb am 15. Juli 1959 in Portland/Oregon. Er versuchte, eine nationaljüdische Musik zu schaffen, die sich nicht so sehr an der Folklore orientierte, sondern vielmehr aus dem jüdischen Geist und Charakter entwickelte. Diese Bestrebungen machten Bloch zum wichtigsten Repräsentanten einer Renaissance der jüdischen Musik. Er gehörte nicht nur in der Neuen Welt zu den besten Meistern einer gemäßigt modernen Tonkunst mit idealistischer und humanitärer Zielsetzung. Seine 1916 entstandene Rhapsodie „Schelomo“ für Cello und Orchester wurde ein großer Publikumserfolg. Die Thematik dieses Werks beruht auf hebräischen Volksmelodien und slawischer Folklore. Mit Anne Gastinel konnte als Solistin der Aufführung eine Meisterinterpretin der jungen Generation gewonnen werden. Die 1971 geborene Künstlerin wurde geprägt von ihren Lehrern Yo Yo Ma, Janos Starker und Paul Tortellier. Anne Gastinel spielt auf einem Testore-Cello von 1690.
Nikolai Rimski-Korsakow wurde 1844 in Tichwin im Gouvernement Nowgorod geboren, besuchte ab 1856 die St. Petersburger Marineschule und studierte gleichzeitig privat Musik. Während einer Weltumseglung, an der er 1862 bis 1865 als junger russischer Seeoffizier teilnahm, schrieb er seine erste Sinfonie, die zugleich die erste vollständig durchkomponierte Sinfonie der russischen Musikgeschichte ist. 1873 schied er aus dem Marinedienst aus, wurde jedoch gleichzeitig zum Inspektor der russischen Marinekapellen ernannt und versah dieses Amt bis 1884. Rimski-Korsakow wurde im Verlauf der Jahre zum hervorragenden Tonmaler und glänzenden Instrumentator. Die Wirkung seiner Musik beruht in erster Linie auf ihrem raffinierten Klang und ihrer zündenden Rhythmik, weniger auf der Kraft ihrer thematischen Einfälle, die oft unmittelbar auf Volksliedgut zurückgehen. Rimsky-Korsakow starb am 21. Juni 1908 auf seinem Gut Ljubensk bei St. Petersburg.
In dem viersätzigen Tongemälde „Scheherazade“ komponierte Rimsky-Korsakow nicht nur Orchesterbilder von vier Märchen aus der berühmten Sammlung „Tausendundeine Nacht“, sondern auch deren Rahmenhandlung. Obwohl der Komponist seine ursprünglichen programmatischen Erläuterungen aus der Partitur streichen ließ, hilft eine Beschreibung der Vorlage hier doch zum Verständnis der Musik.
In einer kurzen Einleitung charakterisiert ein herrisches Motiv den nach enttäuschter Liebe grausam gewordenen Sultan Schahriar, der jede Frau töten läßt, nachdem sie ihm für eine Nacht gehört hat. Ein zweites, zartes Thema für Solovioline mit Harfenbegleitung beschreibt die junge Scheherazade, die durch ihre Erzählkunst den Sultan so gut unterhält, daß er, schließlich von seinem Rachewahn geheilt, sie zur Sultanin macht. Die beiden Themen kehren im Verlauf der Sätze immer wieder, wobei das des Sultans zunehmend versöhnlicher klingt. Im ersten Satz erzählt Scheherazade die abenteuerliche Geschichte von Sindbad dem Seefahrer. Rimski-Korsakows eigene Weltumseglung als Marinekadett lag schon ein Vierteljahrhundert zurück, als er dieses Stück komponierte, aber die Erinnerung muß ihm geholfen haben, die Gefühle der großen Fahrt auf den Weiten des Weltmeers musikalisch einzufangen. Ob es ihn damals auch nach Teneriffa führte? Wir wissen es nicht.
Der 2. Satz handelt vom schelmischen Prinzen Kalender; das bunte Treiben in einem orientalischen Basar wurde mitkomponiert. Der junge Prinz und die junge Prinzessin werden im 3. Satz mit zwei kontrastierenden Themen vorgestellt: lieblich-romantisch und verspielt-tänzerisch. Das Programm des Schlusssatzes lautet: Fest in Bagdad; das Meer; das Schiff treibt gegen den Magnetberg und zerschellt. In einem leisen Ausklang verschmelzen die Themen des Sultans und Scheherazades miteinander.

Hans Rueda

Den Autor erreichen Sie unter hans.rueda@wochenblatt.es






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