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Ausgabe: Nr. 274 (5/2017) vom 8. - 21. März 2017
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Das Wochenblatt sprach mit dem Geiger Daniel Hope, der zu Konzerten am 26. und 27. April auf Teneriffa gastiert

Vom Notenumblätterer zum eigenwilligen Violin-Star





Daniel Hope
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Daniel Hope
27.04.2007 - Teneriffa - Wochenblatt: Willkommen auf  Teneriffa, Daniel! Kennen Sie die neuen Konzertsäle hier schon?
Daniel Hope: Noch nicht. Ich habe vor einigen Jahren in ihrem Theater gespielt. Aber ich freue mich darauf. Musikerkollegen haben mir nur Gutes davon erzählt. Das Auditorium soll großartig sein. Und ihr habt ja jede Menge berühmter Leute schon hier  gehabt.
Wochenblatt: Wohl wahr. Und Sie sind neuerdings einer davon.
Daniel Hope: Danke! (lacht)
Wochenblatt: Ernstlich. Wir kennen Sie ja schon aus Ihrer Zeit vor fünf Jahren in Hamburg, als wir dort mit Ihnen alle Beethoven-Klaviertrios und Violinsonaten zyklisch produzierten, dazu das Mozart-Konzert für Violine und Klavier mit den Hamburger Philharmonikern für den Norddeutschen Rundfunk. Dass da ein ganz Großer ihrer Zunft herangereift war, konnten wir damals hören. Mittlerweile weiß es die ganze Musikwelt. Haben Sie Ihre Auszeichnungen und Mega-Erfolge allein aus den letzten fünf Jahren im Kopf?
Daniel Hope: Nein. Ich spiele 130 Konzerte im Jahr, komme gerade aus den Vereinigten Staaten, habe aber inzwischen schon mit dem ehemaligen Chef Eures fantastischen Orchesters hier, Víctor Pablo Pérez, auf dem Festland, in La Coruña konzertiert. Da bleibt wenig Zeit zum Nachdenken über solche Sachen, die einen natürlich freuen.
Wochenblatt: Dann wollen wir es unseren Lesern sagen. Allein im Jahr 2004 erhielten Sie drei große Auszeichnungen für Ihre CD-Einspielungen der Violinkonzerte von Alban Berg und Benjamin Britten, den Classical Brit-Award in England, den Deutschen Schallplattenpreis und den Echo Klassik-Preis in der Bundesrepublik. Die britische Presse wählte Sie zum Klassikkünstler des Jahres und nennt Sie den aufregendsten britischen Klassikinterpreten seit der legendären Jacqueline du Pré. Das BBC Music Magazine schrieb über Sie: “Die Zukunft der Violine ist heute in der Tat bei Daniel Hope sicher.”
Daniel Hope: So geht das im Leben. Dabei fing es eher schwierig an mit mir. Als Yehudi Menuhin von meinem Wunsch – ich war damals vier Jahre alt – erfuhr, ich wolle Violine lernen, sagte er nur zu meinem Vater: “Der Arme!” Menuhin hielt nicht viel von Wunderkindern, er war selbst eines gewesen. Ich studierte dann bei dem legendären russischen Violinlehrer Zakhar Bron und an der Royal Academy of  Music in London. Im Alter von zehn Jahren trat ich dann erstmals im britischen Fernsehen zusammen mit dem Kontrabassisten Gary Karr auf, und im Jahr darauf begann meine lange Verbindung mit Menuhin, mit dem ich über 60 Konzerte gab, inklusive sein allerletztes Konzert. Begonnen aber hat es mit mir bei ihm, dass ich bei seinem Musikfestival in Gstaad nicht als Musiker, sondern als Umblätterer debutierte.
Wochenblatt: Irgendwann aber hatte er ja begriffen, was da mit dem kleinen Daniel heranwuchs, oder?
Daniel Hope: Mag sein. Meine ersten Kindheitserinnerungen dabei sind, wie der wohl berühmteste und angesehnste indische Musiker der Welt, Ravi Shankar im Wohnzimmer auf dem Teppich sitzt, Menuhin kreuzt die Beine im Lotussitz, Jazz-Geiger Stephane Grappelli schenkt Whiskey ein.
Wochenblatt: Viele Jahre danach ereilt Menuhin dann wohl der Erkenntnisschock: Im Schatten seiner selbst, unbeobachtet und nicht ernst genommen, war da mit Ihnen ein Weltklassemusiker herangereift.
Daniel Hope: Menuhin wollte die Welt retten und ließ darüber manches Talent unsanft fallen. Ich aber verdanke ihm dennoch viel, und er zählt zu meinen Vorbildern. Das Schicksal manches rasch wieder abstürzenden Shooting-Stars blieb mir erspart. Entwickeln musste ich mich langsam - und aus eigener Kraft.
Wochenblatt: Zur Zeit sind Sie fraglos der intelligenteste Weltenpendler jetzt auch am CD-Markt.
Daniel Hope: Das weiß ich nicht. Ich dürfte aber innerhalb einer kurzen Zeit eine Menge CDs einspielen .....
Wochenblatt: ...mit einer Erstaufnahme des Violinkonzerts von Alban Berg in der um fünfzig Korrekturen bereinigten Originalfassung, die als sinnlicher, trauriger und schöner als alle vielen Einspielungen vor ihr gilt...
Daniel Hope: ....die auch meiner Idee von Konzept-Alben wie “Forbidden Music” von internierten Komponisten aus Theresienstadt oder “East meets West” als Familien-Crossover entsprechen, bei dem Ravi Shankar ebenso vertreten ist wie Ravel, de Falla und Bartók. Neben meinem Violin-Kern-Repertoire als Solist und Kammermusiker möchte ich stets neue Programme erfinden und nach verlorenen Stücken “googeln”.
Wochenblatt: Ach ja, Stichwort Kammermusik. So ganz nebenbei sind Sie seit 2002 Primarius beim berühmten Beaux Art Trio.
Daniel Hope: Es macht mir viel Freude. Besonders kammermusikalisch gibt es so viel für mich zu entdecken, Uraufführungen vorzubereiten  Ich muss entdecken, anders kann ich nicht. Allerdings hört das Beaux Arts Trio im Sommer 2008 endgültig auf... also nach 53 Jahren das Ende einer Ära.
Wochenblatt: Kennen Sie kanarische Küche?
Daniel Hope: Bisher nicht. Aber ich bin neugierig! Allerdings liebe ich spanische Weine!
Wochenblatt: Das “Wochenblatt” lädt gern zu solcher Entdeckung ein! Danke für das Gespräch.

Das Interview führte Hans Rueda






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