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Ausgabe: Nr. 275 (6/2017) vom 22. März - 4. April 2017
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2. ABO-Konzert am 23. November im Auditorio von Santa Cruz de Tenerife

“Liszt - das ist wie frische Luft”

Im 2. Abonnementkonzert des OST - Orquesta Sinónica de Tenerife, diesmal unter der Leitung von Ehrendirigent Victor Pablo Pérez, erklingen am 23. November im Auditorium von Santa Cruz Werke von Franz Liszt und Dimitri Schostakowitsch.



Fotogalerie
08.11.2007 - Teneriffa - Solist in Liszt´s  2. Klavierkonzert ist Dezsö Ranki. Vor einiger Zeit wurde dieser neue junge Klavierheld aus Ungarland anlässlich einer Rundfunkaufnahme mit diesem Konzert bei “Bayern 4 Klassik” interviewt. “Liszt - das ist wie frische Luft!” meinte ganz cool der Piano-Youngster . Wir kommen gleich darauf  zurück.
Franz Liszt - Pianist, Komponist, Frauenheld und Geistlicher - eine der schillernsten Figuren der Musikgeschichte, nicht nur des 19. Jahrhunderts. Als Tas­tenlöwe führte er - wie ein Popstar - sein Publikum bis zur Extase und darüber hinaus. Als Komponist öffnete er Türen in die Zukunft, an die noch nicht einmal Schwiegersohn Wagner zu klopfen sich traute. Und  der wusste schon nicht, wie man das Wort Hemmung überhaupt buchstabiert. Nachdem Liszt´s Schaffen lange vernachlässigt wurde, findet sich sein Name in letzter Zeit wieder häufiger auf den Konzertprogrammen.

Im Interview des BR mit Pianist Dezsö Ranki, den als Ungar eine besondere Beziehung zu Liszt´s Musik verbindet, liest sich das so:
Liszt galt zu seiner Zeit als Avantgardist. War er ein Vorbild für die Tonschöpfer der Moderne?
Deszö Ranki: “Liszt hat so viele neue Fenster geöffnet wie kein anderer Komponist im 19. Jahrhundert: Debussy, Bartók, sogar Schönberg wurden von ihm beeinflusst.”
Inwieweit unterscheidet sich Liszt´s Klavierkonzert Nr. 2 vom Konzert Nr.1?
Deszsö Ranki: “So technisch anspruchsvoll das Konzert auch ist: Es ist kein Stück um der Virtuosität willen; anders als beim 1. Klavierkonzert, in dem es manchmal in erster Linie ums pianistische Donnern geht.”
Während beim Klavierkonzert schweißtreibendes Musizieren eher beim Pianisten liegen wird, erwarten OST- Orchester und Dirigent Victor Pablo Pérez erst nach der Konzertpause Schwerstarbeit. Schostakowitsch war 29 Jahre alt, als er seine 4. Sinfonie 1935/36 komponierte und 55, als er ihrer ers­ten öffentlichen Aufführung beiwohnte.  (...)
Das Riesenwerk, ein wahrer Vulkanausbruch des ungestümen jungen Mannes, der es seit seiner 1. Sinfonie schon zu Weltruhm gebracht hatte, sprengte alle bisherigen Dimensionen. Die Orchesterbesetzung ist auch nach modernen Maßstäben gigantisch. Die Länge dieser „Vierten” übertrifft mit einer Stunde alle seine bisherigen Werke. Stilistisch ist die Sinfonie von furchtloser Weite. Die Musik beschwört die quälende Welt der Sowjetunion herauf, den fürchterlichen Schre­cken, den Terror und die Ödnis eines Lebens in Angst und Grauen. Und das wurde verstanden. Ohnehin lebte der Weltstar des sowjetischen Musiklebens schon täglich und insbesondere näch­tens in Todesgefahr. Stalin war ins Moskauer Bolschoitheater gekommen, um sich Schostakowitsch’ Opernerfolg „Lady Macbeth” anzuhören. Voller Wut verließ er das Theater. Persönlich diktierte er für die „Prawda” seinen berühmten, vernichtenden Leitartikel „Chaos statt Musik!” Das war mehr als ein halbes Todesurteil für Schostakowitsch. Wie viele andere Menschen jener Zeit hielt er nun stets einen kleinen gepackten Koffer für den Fall seines Abtransports in den Archipel Gulag bereit.
Entnervt zog Schostakowitsch nach zehn Proben zu seiner „Vierten” das Werk zurück; er sollte es erst ein Vierteljahrhundert später, während einer sogenannten „Tauwetterphase” abgeminderten Terrors in der  Sowjetunion, hören.  Seinen besten Freund Meyerhold hatte man abgeholt. „Unmittelbar nach dessen Verschwinden wurde bei seiner Frau Sinaida Reich eingebrochen. Sie wurde ermordet. Siebzehn Messerstiche. Die Augen wurden ihr ausgestochen. Sinaida schrie. Aber keiner von den Nachbarn kam ihr zu Hilfe. Da mischte man sich besser nicht ein.” Dieses Original-Schostakowitsch-Zitat ist der autorisierten Biographie seines Schülers Solomon Volkov entnommen; zu lesen dort im Umfeld seiner Erinnerungen an die „Vierte”. Die Tragischste unter allen seinen Tragischen. 

Hans Rueda
hans.rueda@wochenblatt.es






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