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Ausgabe: Nr. 275 (6/2017) vom 22. März - 4. April 2017
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Tschaikowsky’s „Pathétique“ und Grieg’s Klavierkonzert am 20. Dezember in Santa Cruz

Tod mit Newa-Wasser auf Verlangen

Peter Tschaikowsky’s größtes Werk, seine 6. Sinfonie, genannt „Pathétique“, und Edvard Griegs unverwüstliches Klavierkonzert werden im 6. Abo-Programm des „OST“ erklingen. Das Sinfonieorchester von Teneriffa wird geleitet von seinem Chef-Dirigenten Lü Jia. Solist des Abends ist der österreichische Klavierstar Stefan Vladar.



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06.12.2007 - Teneriffa - Es ist nicht der frühe Tschaikowsky, Schöpfer so brillant-populärer Geniestreiche, wie etwa seine „Romeo und Julia-Ouvertüre“, den die Konzertbesucher am 20. Dezember hören werden. Sein letztes und größtes Werk, seine Pathé­tique, lässt einen anderen Tondichter erleben, den Tschaikowsky, der er im Innersten war. Zuletzt lebte er auf dieses Werk zu; wollte nur noch dieses Werk, das zunächst nicht gelingen wollte; als es getan war, starb er.
Wenige Tage nach der Uraufführung dieser sechsten, seiner letzten Sinfonie, am 28. Oktober 1893: Tschaikowsky sitzt mit Bruder Modest und Freunden in einem Restaurant. Er verlangt ein Glas Wasser. Man rät ihm eindringlich ab. In St. Petersburg grassiert die Cholera. Er aber besteht darauf und trinkt. Am nächsten Tag fühlt er sich matt und erkrankt. Am 6. November stirbt Peter Tschaikowsky. Er wurde 53 Jahre alt.
Im April 1907 gab Modest Tschaikowsky dem Archivar des Pressburger Stadttheaters, Johan Batka, ein bemerkenswertes Interview zur letzten Sinfonie seines verstorbenen Bruders Pjotr Iljitsch: „ Pjotr sagte mir, der erste Satz stelle sein Leben dar. Jene Mischung aus Schmerz, Leiden, unwiderstehlicher Sehnsucht nach dem Großen und Edlen. Er ist von Kämpfen und Todesängsten geplagt, sehnt sich nach göttlichen Freuden und himmlischer Liebe.
Der zweite Satz stellt die „flüchtigen“ Freuden seines Lebens dar, - (nachzulesen im Bericht zum Konzertprogramm der Vorwoche). Der dritte Satz schildert die Geschichte seiner musikalischen Entwicklung: In jungen Jahren war sie ihm nichts als Tändelei, eine Art Zeitvertreib und ein Spiel am Beginn des Lebens. Dann aber wird er immer ernster und endet schließlich ruhmbedeckt: Triumphmarsch am Schluss des Satzes.
Der vierte Satz stellt seinen Lebenszustand während der letzten Lebensjahre dar - bittere Enttäuschung und Schmerz aus der Erkenntnis der Vergänglichkeit auch seines Künstlertums“.
Bei allem Respekt, Pjotr Iljitsch und Modest: Wir widersprechen! Einhundert Jahre später hat sich auch in der Kunst die Spreu vom Weizen  getrennt. Der vierte Satz ist unsterblich, solange unsere abendländische Kultur Bestand haben wird. Der Atem, der uns hier berührt, ist gleich von Beginn an existentiell. Für uns gehört dieser Satz, - und von ihm aus gesehen die ganze Sinfonie - zu den wenigen ganz großen Werken, die nicht nur den individuellen Tod ausdrücken, sondern den Untergang einer ganzen Epoche. Die drei Orchesterstücke von Alban Berg, „La Valse“ von Ravel und eben diese Sechste Sinfonie tragen gnadenlos und unwiederbringlich eine Zeit zu Grabe, die nur oberflächlich eine „goldene“ war. Ob Petersburg oder Wien: Unter der Gemütlichkeit herrschte die Gewalt, unter dem Glanz lebte das Angesicht des Todes. Diese drei Werke haben ihrer Zeit die Maske heruntergerissen, ohne einen Ausweg zu lassen; alle drei enden im Nichts.
Edvard Grieg wird 1843 im norwegischen Bergen geboren, wo er 1907 auch stirbt. Er ist der bedeutendste und international erfolgreichste Repräsentant der norwegischen Musik. Auch in unseren Tagen ist vieles noch aus seinen Werken lebendig. Neben seinen Peer-Gynt-Suiten ist sein Klavierkonzert seit seiner Uraufführung 1869 in Kristiania ein unverwüstlicher Hit in allen Konzertsälen. Jeder Solist, der auf sich hält, donnert mit Wonne und wirkungssicher den Klavierpart herunter. Gespickt mit Kadenzen und vertrackten Schwierigkeiten, stellt er eine enorme Herausforderung an pianistisches Können dar. Als der junge Grieg noch als Stipendiat von Franz Liszt nach Rom eingeladen wird, spielt er ihm daraus vor. Liszt gibt Begeisterungsrufe von sich. Er spielt das Werk aus der Partitur sofort nach, erhebt sich vom Klavier zu seiner vollen Größe und geht mit gewaltigen theatralischen Schritten und erhobenem Arm durch die große Klosterhalle. Dazu singt er nahezu brüllend das Thema des Finales. „Famos! Famos!’ rief der Abbé ganz außer sich.“ Stolz schreibt Grieg so seinen Eltern.                                                                                                               

Hans Rueda
hans.rueda@wochenblatt.es
Musik aus den Programmen hören Sie zu diesen Konzertberichten jeden Sonntag von 10.00 bis 12.00 Uhr bei Radio Megawelle.






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