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Ausgabe: Nr. 274 (5/2017) vom 8. - 21. März 2017
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Mitreißendes Tschaikowsky-Programm des „OST“ am 13. und 14. Dezember

Romeo und Julia, Überleben im Moskwa-Eis

Peter Tschaikowsky steht im Mittelpunkt der Konzerte des Sinfonieorchesters von Teneriffa am 13. und 14. Dezember im Magma Arte von Adeje (Donnerstag) und im Auditorio von Santa Cruz (Freitag). Das Orchester wird geleitet von Vasily Petrenko, seit Jahren der Spitzenklasse internationaler Pultstars zugehörig und derzeit Chef des Royal Liverpool Philharmonic Orchestra. Als gebürtiger Russe ist authentischer Tschaikowsky-Sound bei ihm garantiert.



Fotogalerie
06.12.2007 - Teneriffa - Eröffnet wird das Konzert mit der Ballett-Ouvertüre „Hercule et Omphale“ des spanischen Komponisten Fernando Sor. Er lebte von 1778 – 1839 und gilt als Meister der Romantik. Bekannt wurde er mit herausragenden Werken für „sein“ Instrument, die Gitarre.
Die Fantasie-Ouvertüre „Romeo und Julia“ schrieb Tschaikowsky nach dem Drama von Shakespeare. Es ist ein rundum herrliches Werk, der erste Mega-Erfolg dieses wohl größten russischen Komponisten, uraufgeführt 1870 in Mos­­kau. Es beginnt mit choralartigen Klängen. Tschaikowsky komponierte die Einleitung auf ein altes russisches Kirchenlied. Wer seinen Shakespeare gelesen hat, wird unschwer an den Mönch Lorenzo erinnert. Gedankenschwer ist dessen Gebet aufs Jenseits gerichtet, das kommende Drama schon erahnend. Unheilvoll lassen sich die beiden feindlichen Adelsgeschlechter, denen Romeo und Julia entstammen, bereits hören. Doch dann blüht die Musik auf: die klangschöne Kantilene, das Liebeslied des berühmtesten Paares der Welt zieht die Zuhörer in unwiderstehlichen Bann. Es kann sich nicht durchsetzen gegen das Kampfthema.
Am Ende verlöscht es. Schon in diesem frühen Meis­terwerk lotet Tschaikowsky die ganze menschliche Gefühlssphäre musikalisch aus.
Tschaikowsky war homosexuell. Seine vom ebenfalls homosexuellen Bruder Modest  durch Schwärzungen später zensierten und entstellten Briefe konnten erst vor einigen Jahren mit neuen Methoden rekonstruiert werden. Manches Rätsel seiner Biographie löste sich. Tschaikowsky beging keinen Selbstbetrug. Er akzeptierte seine Andersartigkeit und lebte sie voll aus, bis hin zu flüchtigen Straßenbekanntschaften. Bei seiner früh schon erreichten, herausgehobenen öffentlichen Stellung hätte ein Ertapptwerden ihn vernichtet. Zur Tarnung heiratet er, ist natürlich todunglücklich. Sein schwaches Nervenkostüm hält der ihm ausweglos erscheinenden Situation nicht stand. Tschaikoswky unternimmt einen Selbstmordversuch. 1877 steigt er ins eisige Wasser der Moskwa, hält aus, bis es nicht mehr geht – und holt sich nicht einmal einen Schnupfen. Seine „Romeo und Julia“-Fantasie-Ouvertüre hatte er da bereits geschrieben, vieles aber hätte er nie geschaffen, wäre ihm sein Versuch geglückt. Das „Pech“ des armen Pjotr Iljitsch - welch Glück für die Menschheit!
Auch seine „Manfred“-Sinfonie hätte es nicht gegeben. Diese wird im zweiten Teil des Programms zu hören sein. Zunächst bezeichnet Tschaikowsky sie als sein bestes Werk. Später lässt er nur die ersten beiden Sätze gelten. Den Nagel auf den Kopf traf er mit seiner bitteren Bemerkung: „Mit Ausnahme weniger Kenner….wird niemand meinen ‚Manfred’ kennen.“ Die fast völlige Vernachlässigung hat das Werk aber nicht verdient. Umso verdienstvoller, dass sich das OST seiner einmal annimmt. Im Konzertsaal kommt die Sinfonie gut zur Wirkung. Nicht in gleicher Weise aber auf Schallplatte. Es gibt drei Einspielungen der „Manfred-Sinfonie“ im Katalog, von ihren Schwesterwerken aber jeweils Dutzende. Über deren letztes, Tschaikowsky’s Sechs­te Sinfonie, seine „Pathétique“, steht auf dieser Seite zu lesen. Sie ist im Konzert am 20. Dezember zu hören. Teneriffa bietet Klassikfreunden Großartiges in Fülle. 

Hans Rueda
hans.rueda@wochenblatt.es






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