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Ausgabe: Nr. 274 (5/2017) vom 8. - 21. März 2017
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Mit Konzerten am 5. und 12., sowie einem Ballett-Abend am 19. Juni endet die Abo-Saison 2008/09

Teneriffa-Sinfonieorchester im Auditorium

Mit seinem 19. Abonnement-Konzert am 19. Juni im Auditorium von Santa Cruz beendet das OST – Orquesta Sinfónica de Tenerife eine wiederum glanzvoll gelungene Spielzeit. Unbestritten zählt dieses Orchester mit seinem charismatischen Chefdirigenten Lü Jia inzwischen zu den führenden Klangkörpern nicht nur in Spanien.



Fotogalerie© OST
03.06.2009 - Teneriffa - Da die Konzerte aufgrund von mehr als tausend Abonnentenplätzen fast immer ausverkauft sind, bietet sich Klassikfans jetzt eine besondere Chance: Am 12. Juni gibt das Orchester unter der Leitung des russischen Stardirigenten Vasily Petrenko ein Konzert außerhalb seiner Abonnement-Reihe. Der Eintrittspreis für alle Plätze beträgt einheitlich nur 9 Euro.

Konzert  5. Juni – Wiener Klassik

Haydn und Mozart  stehen auf dem Programm. Am Pult steht der 1944 in den Niederlanden geborene Dirigent Ton Koopman. Berühmt geworden zunächst als Barock-Spezialist, schrieb er mit seiner sensationellen Gesamteinspielung aller 220 Bachkantaten Musikgeschichte. Bevorzugter Solist auf den Schallplatten dieses Riesenwerks ist der „Nieder­rheiner“ Bassist Klaus Mertens, einer der derzeit meist gefragten Konzertsänger. Seine Stimme ist auf bisher 120 CD-Aufnahmen konserviert. In diesem Konzert ist er live zu erleben, und zwar mit zwei Arien aus einer der 24 Haydn-Opern, hier „L’ anima del filosofo“, und mit „Highlights“ aus Haydns Oratorien-Meisterwerken „Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“.
Auf Ton Koopmans zuweilen ungewöhnlich klingende Interpretationen als Dirigent zweier sinfonischer Meisterwerke wird man besonders gespannt sein dürfen: Es sind Gipfelwerke im sinfonischen Schaffen der drei „Wiener Klassiker“ Haydn, Mozart und Beethoven:
Joseph Haydns „Paukenschlag“-Sinfonie G-Dur, Nr. 94, ist sein populärstes sinfonisches Werk. Der plötzlich hereinbrechende Paukenschlag im Andante (2. Satz) gab der Sinfonie diesen Beinamen. Was bezweckte der Komponist mit diesem Effekt? Sicherlich nicht das Erschrecken eingeschlafener Damen bei der Uraufführung 1792 in London, wie die Fama wissen will. Eher war es wohl die Forderung nach konzentriertem Hören, wie Haydns anspruchsvolle Sinfonik es verlangt. Versteckt hinter scheinbarer Leichtigkeit des Werks verbergen sich unendlich viele kompositorische Finessen. Die vollkommene Durchdringung von „galant“ und „gelehrt“, - hier ist zu erleben, was nur Haydn und Mozart gelang.
Mozart. Seine letzten drei Sinfonien Nr. 39 - 41 komponierte er in nur neun Sommerwochen des Jahres 1788, kurz nach seinem Umzug auch aus finanziellen Gründen in den billigen Wiener Vorort Alsergrund. Sein Wiener Publikum hatte sich immer mehr von ihm abgewendet. Mozarts gesamtes musikalisches Tun aber zielte immer nur auf eine (zeitgenössische) Öffentlichkeit. Und die erreichte Mozart in seinen letzten Wiener Jahren immer weniger. Der britische Dirigent Sir Colin Davis hält diese letzten Sinfonien Mozarts für einsame Höhepunkte der Klassik:
„Mit dieser Musik erfasst er die gesamte Bandbreite menschlicher Erfahrung und Emotionen. Opernmusik hat etwas mit menschlichen Emotionen zu tun; aber es gibt nichts, was in den Opern Mozarts der schauerlichen „Kreuzigungsszene“ im langsamen Satz der - jetzt im Konzert zu hörenden - „Jupiter“-Sinfonie gleichkäme. Gar nichts! Die Obsession und die Depressionen sind so abgründig. Im Anschluss an die den Satz eröffnende „Aria“ gibt es diesen Abschnitt in c-Moll, in dem die Triolen der Streicher-Noten mit den Sechzehntel-Noten und Klagerufen der Oboen kämpfen; und dann diese unglaubliche Trostlosigkeit der harmonischen Fortschreitungen – es gibt kaum etwas Hoffnungsloseres bei Mozart als das. Und er wusste, was Hoffnungslosigkeit war. Man kann das auch aus seinen Briefen herauslesen. So harmlos kommt die Musik scheinbar zunächst daher, und ist dann doch voller leidenschaftlicher Ausbrüche und merkwürdiger Modulationen…..Anklänge der anderen Seite!“
Beeindruckend, was Colin Davis zum langsamen Satz der 41., letzten Mozart-Sinfonie sagt. Ihr Beiname „Jupiter“ (-Sinfonie) stammt nicht von Mozart selbst. Er tauchte erst in den Anfangsjahren des 19. Jahrhunderts auf; Urheber ist wahrscheinlich der englische Konzertunternehmer Salomon, der Haydns „Londoner Sinfonien“ initiierte. Der Titel setzte sich dann aber schnell durch. Er ist dabei nicht programmatisch gemeint, etwa im Sinne einer antikisierenden Haltung, sondern bezeichnet ganz allgemein die Großartigkeit dieses Werks – jenes Nonplusultra, das schon früh zum Leitwort der Rezeptionsgeschichte wurde. Die „Jupiter“-Sinfonie steht am Ende des Mozartschen Schaffens in dieser Gattung und fasst dabei nicht nur die persönlichen Erfahrungen des Komponisten, sondern auch zentrale Elemente der Sinfonie bis 1788 pragmatisch und in höchster Vollendung zusammen.
Zugleich ist sie aber auch die erste monumentale Sinfonie der Traditionslinie, die die Sinfonik des 19. Jahrhunderts bestimmen wird. Komponiert noch vor den Londoner Sinfonien Joseph Haydns, die ihrerseits Ausgangspunkt für Beet­hovens Epoche machende Sinfonik wurden, steht hier ein Werk, das zum Modell einer „abendfüllenden“, ein breites Publikum in erhabene Stimmung versetzenden Sinfonie wird. Ganz außerhalb jeder Konvention steht ihr vierter Satz. Zum ersten Mal in der Geschichte der Sinfonie erhält ein Finalsatz gleiches, wenn nicht größeres Gewicht als der erste Satz. Traditionelles Fugenverfahren und klassische Durchführungstechnik sind hier zu einer nie da gewesenen Einheit verwoben, aber eben so, dass bei aller Kompliziertheit der Eindruck zwar atemberaubender, aber doch selbstverständlicher Konsequenz entsteht.

Konzert 12. Juni –  Russische Ballettmusik

Der 1976 in Sankt Petersburg geborene Vasily Petrenko gilt als Shootingstar unter den jungen russischen Dirigenten. Im Konzert am 12. Juni stehen Ballettmusik-Welterfolge  aus der Feder russischer Landsleute auf dem Programm. Aus der Oper „Fürst Igor“ des 1833 als Sohn eines Fürsten in Sankt Petersburg geborenen Alexander Borodin erklingen die berühmten „Polowzener Tänze“. Diese folkloristisch gefärbten Melodien, teilweise mit kirchentonartlicher Mystik versehen, sind fester Repertoirebestandteil in Wunschkonzerten, viel hundertfach auf Schallplatten eingespielt. Die 1890 in Sankt Petersburg uraufgeführte Oper selbst vermochte sich dauerhaft nicht durchzusetzen.
Das Ballett „Romeo und Julia“ von Sergej Prokofjew wurde 1938 im tschechischen Brünn uraufgeführt. Ursprünglich sollte das 1936 im Mos­kauer Bolschoi-Theater geschehen, jedoch entsprach der Komponist mit seinem genialen Werk nicht den Wünschen der damaligen Parteiführung. Sie verlangte routinierten Akademismus. Prokofjew aber sprengte bewusst jedes akademische Regelsystem. So muss­te er auf Anerkennung zu­nächst warten. Seit der Londoner Erstaufführung des Balletts im Jahr 1948 vermochte dann nichts den Welterfolg dieser Musik mehr aufzuhalten. Im Konzert am 12. Juni werden Auszüge von Prokofjews Ballett-Suiten Nr. 1 und Nr. 2  zu „Romeo und Julia“ zu hören sein.
Der 1865 ebenfalls in Sankt Petersburg geborene Komponist Alexander Glasunow versuchte sich zusammen mit Nicolai Rimski-Korsakow einst an einer erfolgreichen Vollendung von Borodins oben erwähnter Oper „Fürst Igor“. Das gelang leider nicht. Erfolg­­reich war Glasunow aber mit seinem heute noch oft gespielten Violinkonzert, - und mit seiner Ballettsuite op. 46 „Chopiniana“ als Verneigung vor dem berühmten polnischen Kollegen. Sie wird Auftakt dieses „Russischen Abends“ sein.

Saison-Abschlusskonzert 19. Juni – Ballettaufführung

Ausgerechnet im Schluss­konzert begleitet  das „OST“ bescheiden im Orchestergraben eine Aufführung des Balletts „Die Bajadere“ von Léon Minkus. Es tanzt das „Corella-Ballett“ unter der Leitung seines Künstlerischen Direktors Ángel Corella. Informationen zu Komponist und Werk lesen Sie in Ihrem nächsten „Teneriffa Wochenblatt“, Ausgabe 17. Juni.

Hans Rueda






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