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Ausgabe: Nr. 274 (5/2017) vom 8. - 21. März 2017
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Richard Strauss‘ „Salome“ am 17. und 19. September im Auditorium von Santa Cruz

Große Oper in Star-Besetzung

Die Besucher der „Salome“- Aufführungen am 17. und 19. September im Auditorium von Santa Cruz erleben Oper auf internationalem Festspielniveau. Die Inszenierung dieser Produktion des italienischen „Teatro de Reggio de Emilia“ besorgte kein Geringerer als der Mailänder Pier Luigi Pizzi, Nestor unter den weltbesten Opernregisseuren. Für die Titelpartie konnte mit Nicola Beller Carbone ein jugendlich-dramatischer Sopran der Extraklasse gewonnen werden. Seit die in Deutschland geborene und in Spanien aufgewachsene Sängerin mit der Partie der Salome 2003 in Osnabrück debütierte, reißen sich die Opernhäuser von Berlin, Paris und Wien bis Montreal um sie.



Nicola Beller Carbone singt die Titelpartie in „Salome“.
Fotogalerie© G. Monogioudis
Nicola Beller Carbone singt die Titelpartie in „Salome“.
06.09.2009 - Teneriffa - Gleiches gilt für den 1961 in Riga geborenen Bassbariton Egils Silins, der die Partie des Jochanaan übernommen hat.  In der Rolle des Herodes erleben wir den Wiener Heldentenor Roman Sadnik, ein internationaler Opernstar auch im italienischen und französischen Fach. Als Herodias wurde der chilenische Mezzosopran Graciela Araya verpflichtet, auch sie 12 Jahre Mitglied der Wiener Staatsoper, darüber hinaus mit 70 Partien an allen großen Häusern der Welt präsent. Die Partie des jungen Syrers Narraboth, Hauptmann der Palastwache des Herodes, singt der lyrische Tenor Ferdinand von Both­mer, seit 1999 Mitglied der Wiener Volksoper und dort gefeierter Tamino in Mozarts „Zauberflöte“. Regelmäßig gas­tiert er u.a. an der Mailänder Scala. Auch die 12 kleineren Gesangspartien sind exzellent besetzt.
Die Sinfoniker von Teneriffa – Komponist Richard Strauss schreibt in seiner „Salome“- Partitur eine Besetzung mit 100 Musikern vor – entwickelten sich unter Maestro Lü Jia auch zu einem erstklassigen Opernorchester. Es profitiert ungemein von den 10 Jahren Erfahrung seines Chefs auch als internationaler Operndirigent und künstlerischer Leiter der Festspiele der „Arena di Verona“. Zwei große Abende unter der Gesamtleitung von Lü Jia stehen an.

[Anmerkung: Lü Jia musste leider kurzfristig absagen. Statt seiner dirigiert nunmehr Oleg Caetani, Sohn des weltberühmten Dirigenten Igor Markevitch. Caetani begann seine Karriere in der Berliner Staatsoper "Unter den Linden", war Chefdirigent in Frankfurt und ist insbesondere als Operndirigent weltweit angesehen. d.Red.]

Inhalt

Die Geschichte von Salome im Evangelium des Matthäus beschreibt ihre Mutter, Herodias, als dominierende Gestalt. Herodias’ Ehe mit ihrem Schwager, Herodes, wurde von Johannes dem Täufer (Jocha­naan) als rechtswidrig erklärt. Darauf bestand sie auf seiner Verhaftung. Hier nun setzt die Handlung der einaktigen Oper in vier Szenen von insgesamt gut 100 Min. Länge ein. Ort des Geschehens ist die obere Terrasse im Palast des römischen Tetrarchen, Herodes Antipas. Es ist Nacht. Der Mond scheint sehr hell. Zwei Soldaten bewachen eine unterirdische Zisterne, in der Jochanaan gefangen gehalten wird. Im Palast geben Herodes und seine zweite Frau, Herodias, ein Festessen zu Ehren von Gesandten aus Rom. Salome, die Tochter Herodias’ aus ihrer ersten Ehe, ist auch dabei. Der Vorhang geht schon auf, bevor die Musik beginnt. Sofort erklingt Salomes Leitmotiv, eine aufsteigende Melodie und eine kurze geschmeidige Phase auf der Klarinette. Der Hauptmann der Palastwache, Narraboth, schwärmt für Salomes Schönheit. Ein junger Page warnt ihn: Frauen wie diese seien gefährlich und nicht gut für ehrbare Männer. Aus der Tiefe der Zisterne erklingt die Stimme des Jochanaan, das Kommen des Messias prophezeiend.
Salome stürzt ins Freie. Sie beschreibt ihren Abscheu vor den Annäherungsversuchen ihres Stiefvaters, der sie mit seinen „Maulwurfsaugen unter den zuckenden Lidern“ fortwährend ansieht. Als sie die süße Luft der Terrasse der üblen Stimmung (streitsüchtige Juden, listige Ägypter, brutale Römer) im Bankettsaal gegenüberstellt, erklingt im Orchester ein schwebendes, walzerartiges Thema, schwerelos und doch verführerisch. Wieder hört man die Stimme des Propheten. Salomes Neugier wird dadurch erweckt. Mit all ihrem lasziven Charme erreicht sie bei Hauptmann Narraboth den Befehl, dass Jochanaan aus der Zisterne geholt werde, obwohl Herodes dies verboten hat. Während des ersten Orchesterzwischen­spiels der Oper steigen die Soldaten in die Zisterne hinab und bringen den Propheten heraus.
Salome ist fasziniert von Jochanaan. Er verurteilt den, „dessen Sündenbecher jetzt voll ist“ sowie „das ehebrecherische Geschöpf, das sich den Hauptleuten Assyriens und muskulösen jungen Ägyptern gab.“  Salome versteht als einzige, dass er ihre Mutter und ihren Stiefvater damit meint. Jochanaan empfindet Salomes Anwesenheit als beunruhigend und verlangt, dass sie gehe. Als sie ihm zu erkennen gibt, dass sie die Tochter der Herodias sei, verwirft er sie als die „Tochter Babylons“ und die „Tochter Sodoms“. Er heißt sie, in der Wüste des Menschen Sohn zu suchen. Von glühender Leidenschaft erfasst, fragt sie ihn, „ist er so schön wie du, Jochanaan?“ Verzückt verlangt sie, des Propheten Mund zu küssen. Jochanaan ist zutiefst schokkiert, und Narraboth ist völlig erschüttert. Seine kurzen Protestrufe bleiben aber ungehört, und er erdolcht sich. Jo­chanaan warnt Salome: nur Christus könne sie erretten. Doch es nützt nichts. Noch­mals wiederholt Salome ihr lüsternes Begehren. Am Ende seiner Kräfte angelangt, verflucht Jochanaan sie und steigt in die Zisterne hinab.
Es folgt nun ein zweites Orchesterzwischenspiel, der Wendepunkt des ganzen Dramas. Salomes überströmendes Liebeslied vermischt sich mit Musik, die mit Jochanaan assoziiert ist. Brutale Akkorde der Blechbläser werden vom Tremolo einer Violine unterbrochen und deuten an, dass Salomes Verstand ins Wanken gerät. Sie scheint zur Rache entschlossen.
Die Festgesellschaft betritt die Terrasse. König Herodes lädt seine Stieftochter ein, an seiner Seite Platz zu nehmen. Immer weigert sich Salome. Aus der Tiefe ertönt wieder die Stimme des Jochanaan, der den Untergang aller Übeltäter prophezeit. Herodias wünscht, ihr Gatte möge befehlen, dass der Prophet schweigen solle, aber Herodes wagt nichts gegen den heiligen Mann zu tun, den er von Gott gesandt glaubt. Die jüdischen Gefährten des Königs beginnen einen hitzigen Disput darüber, ob der Prophet wirklich von Gott gesandt sei - das berühmte Juden-Quintett. Noch einmal hört man die warnende Stimme aus der Zisterne. Um sein Gemüt zu erheitern, verlangt Herodes, dass Salome vor ihm tanzen solle. Sie willigt unter der Bedingung ein, dass sie ihre Belohnung selber wählen dürfe, und Herodes verspricht unter Eid, ihren Wunsch zu erfüllen. Salome dreht sich in einem wilden, herausfordernden Tanz. Sie lässt die sieben Schleier herabgleiten, die sie trägt, und zum Schluss fällt sie Herodes zu Füßen. Herodes fordert sie auf, ihren Wunsch zu nennen. Salome schreit: „Ich will den Kopf des Jo­chanaan auf einer silbernen Schüssel!“ Herodes ist entsetzt. Er bietet ihr kostbare Schätze, ja selbst die Hälfte seines Königreichs. Salome aber besteht auf ihrer Forderung.
„Man soll ihr geben, was sie verlangt! Sie ist in Wahrheit ihrer Mutter Kind!“ spricht Herodes matt. Herodias zieht ihm den Todesring vom Finger und reicht ihn dem ersten Soldaten, der ihn auf der Stelle dem Henker überbringt. Auf einer Silberschüssel streckt der Salome das Haupt des Jochanaan aus der Zisterne entgegen. Salome gerät in äußerste Verzückung, ist wie entrückt. Sie steigert sich in einen ekstatischen Liebes- und Lusttaumel, küsst den Mund des Leichenkopfes. Herodes wird von Ekel ergriffen und verurteilt Salome als Ungeheuer. Er befiehlt den Sklaven, die Fackeln auszulöschen, und wenn möglich auch den Mond und die Sterne zu verbergen. Als er beginnt, die Treppe hinab zu steigen, verhüllt eine schwarze Wolke völlig den Mond. Als der Mond hinter der Wolke wieder hervor kommt und die verzückte Salome beleuchtet, wendet sich Herodes auf der Treppe um und ruft aus: „Man töte dieses Weib!“ Seine Soldaten stürzen vor und zermalmen Salome unter ihren Schildern.

Eine der ersten Literaturopern, die auf den Umweg eines Librettos verzichtet

Am 9. Dezember 1905 erlebte ein sensationshungriges Publikum aus vielen Ländern Europas in Dresden die Uraufführung der „Salome“. Richard Strauss hatte den Text der Oper aus Oscar Wildes  gleich­namigem Drama in der Übersetzung von Hedwig Lachmann wörtlich übernommen. Er nahm lediglich Kürzungen vor, um die gewünschte Länge der Oper zu erreichen. Salome ist somit eine der ersten Literaturopern, die auf den Umweg eines Librettos verzichtet. In Wildes Schauspiel und Strauss‘ Oper ist Herodes die Zentralfigur und gleichzeitig das Nichts im Zentrum. Strauss brachte das musikalisch gut zum Ausdruck. Von gegensätzlichen Polen hin- und hergerissen  (der Eifersucht seiner Frau und den vernarrten Forderungen seiner Stieftochter; seiner eigenen Verworfenheit und einer kaum unterdrückten Faszination der geistlichen Welt Jochanaans) ist er ein Niemand, verdammt im weiteren Leben ein heimgesuchter, erniedrigter Jedermann zu sein.
Die musikalische Substanz des erregenden Werkes erhebt sich weit über das Geschehen auf der Bühne, ja, die Musik bannt wirkungsvoll die große Gefahr einer „überzogenen“ Realistik. Sie zwingt der Wildeschen Vorstellung „unbegrenzter Verruchtheit“ eine maßvolle Deutung auf.

Hans Rueda






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