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Ausgabe: Nr. 275 (6/2017) vom 22. März - 4. April 2017
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Teneriffas Sinfonieorchester unter der Leitung von Chefdirigent Lü Jia – 13. November in Santa Cruz

Saisonbeginn mit Violin-Star Frank Peter Zimmermann, Beethovens „Eroica“ als erster sinfonischer Höhepunkt

Das Eröffnungskonzert der Saison 2009/10 des Sinfonieorchesters von Teneriffa im Auditorium von Santa Cruz am 13. November könnte musikalisch-künstlerisch spektakulärer nicht sein: Unter der Leitung seines Chefdirigenten Lü Jia gibt das „OST“ Ludwig van Beethovens 3. Sinfonie, die „Eroica“.



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05.11.2009 - Teneriffa - Zwei harte Orchesterschläge in der Grundtonart des Werks, Es-Dur, sind Beethovens radikales Signal für das Neue, das er mit dieser Sinfonie schuf. Die Welt der Musik war hernach eine andere. Als wir im Sommer mit Lü Jia über die neue Konzertsaison hier sprachen, und dass Beethovens „Dritte“ es sei, die wir als wirkmächtigste aller Sinfonien erachteten, widersprach der Maestro nicht, unbeschadet seiner chinesischen Höflichkeit. Auf dieses Konzert freue er sich ganz besonders. Wer in den letzten Jahren im Auditorium erleben durfte, zu welchen Gipfelleistungen der begnadet charismatische Musiker Lü Jia das Orchester heute zu führen vermag, darf an diesem Abend das Besondere erwarten. Zusätzlich dann noch mit dem Geiger Frank Peter Zimmermann als Solist im 2. Violinkonzert von Bohuslav Martinu setzten die Programmmacher dieser OST-Saison gleich im Premierekonzert eine Marke, die an den insgesamt 18 Abenden nicht übertroffen werden kann. Wie selbstverständlich steht der 1965 in Duisburg geborene Ausnahmekünstler Frank Peter Zimmermann seit Jahrzehnten schon in der ersten Riege der Geiger. Auf einmal war er „da“ in der internationalen Musikwelt. Ganz ohne den Glamour der Girlie-Riege seines Fachs hatte er geschafft, dass alle Konzertveranstalter sich um ihn reißen. Man sagt, mit seinem Ton auf seiner Stradivari von 1711, die vormals dem großen Fritz Kreisler gehörte, ist der Duisburger Zimmermann seinen Jüngern auch blinden Auges unzweifelhaft kenntlich. Man darf sich da­-rauf freuen, wie Zimmermann mit seinem berühmt filigranen, vielfältig schattiertem „Ton“ den Solopart insbesondere im 2. Satz von des Böhmen Martinu 2. Violinkonzert aus dem 1943 zum Schwelgen bringen wird. Lange stand Martinu (1890 – 1959) ja im Schatten seiner berühmten Landsmänner Smetana, Dvorák und Janácek. Jetzt erhält er endlich die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt.   
Zu dem so populär gewordenen Trauermarsch im 2. Satz der „Eroica“ soll Beethoven durch das Gerücht vom Tode des Admirals Nelson in der Seeschlacht vor Aboukir angeregt worden sein. So steht es jedenfalls in den Erinnerungen seines Leibarztes Bertolini.  Nelson trug bei diesem Seegefecht aber nur eine Verwundung davon und war siegreich. Im Jahr davor, am 25. Juli 1797, war es ihm vor Teneriffa übler ergangen. Jedes Schulkind hier weiß, dass man dem guten Horatio Nelson an diesem Tag mit der Kanone „El Tigre“ - zu besichtigen im Militärmuseum von Santa Cruz - den rechten Arm abschoss. Die Schlacht verlor er gleich mit. Ob Beethoven je von Teneriffa und dem Missgeschick seines verehrten Helden Nelson dort erfuhr, - wir wissen es nicht.
Die ersten Skizzen zur „Eroica“ datieren demnach früher als ihre Niederschrift in den Jahren 1803 – 1804. Zuvor war auch das berühmte „Heiligenstädter Testament“ entstanden, in dem Beethoven erschütternde Sätze über sein Schicksal der fortschreitenden Ertaubung niedergeschrieben hatte. Der Schicksalsschlag seiner Ertaubung und die bewusste Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Todes ließen in Beethoven den künstlerischen Entschluss reifen, von jetzt an eben einen „neuen Weg“ einzuschlagen, ohne deshalb ganz von vorn zu beginnen. Der Entschluss war neuartig; weder Haydn noch Mozart hätten ihn so formuliert und ausgeführt. Das Ganze der „Werkidee“, ein musikalisches Ideen-Kunstwerk trat nun mit allen Konsequenzen vor das innere Ohr Beethovens. Erstmals verzichtet er im Eingangssatz eben auf eine langsame Einleitung, ersetzt sie durch zwei harte Orchesterschläge. Beide Aspekte, Abschied und Neubeginn, haben die Zeitgenossen bewegt und beschäftigt. Die einen empfanden diese Komposition von ca. 55 Minuten als viel zu lang, anstrengend und komplex in ihrer gedanklichen Fülle, und eben deshalb auch von kaum unterhaltendem Wert. Die anderen vernahmen in der „Eroica“ wahre Zukunftsmusik. Sie behielten recht. Prometheus war aufgestiegen. Der „Held“, den der Titel „Eroica“ anspricht, ist historisch ebenso greifbar wie ideengeschichtlich: Es ist die künstlerische Vereinigung des Prometheus-Mythos mit dem Portrait des jungen Napoleon Bonaparte, von dem Beethoven sich die Durchsetzung der Grundprinzipien der Französischen Revolution erhoffte. Als im Juni 1804 jedoch die Nachricht nach Wien gelangte, dass Bonaparte Kaiser werden würde, zerriss Beethoven im Zorn über diesen Verrat Bonapartes an allen republikanischen Ideen das Titelblatt der Partitur, die ihm ursprünglich gewidmet war. Das Werk er­schien dann 1806 als „Sinfonia Eroica“ – umgewidmet zu einer „Musik des Gedenkens und der Erinnerung an einen großen heldenhaften Menschen“. Von einer heroischen Sinfonie erwartet man Ernst, Würde, Pathos, Feierlichkeit, große Gestik, Gewicht. Das alles kommt in der „Eroica“ auch vor. Weite Strecken aber sind frei davon. An anderen Stellen ist der Ernst sogar mit einem Zug ins Spielerische gepaart, der zum Heroischen gar nicht passt. Die Musik ist häufig gar tänzerisch. Beethoven liebte derlei Kontraste. Erst mit seiner 7. Sinfonie wird er diese mit der „Eroica“ begonnene Phase seiner Werke im „heroischen“ Tonfall abschließen.

Hans Rueda






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