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Ausgabe: Nr. 276 (7/2017) vom 5. - 25. April 2017
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Teneriffa-Sinfonieorchester am 20. November unter Victor Pablo Pérez mit geändertem Programm

Spanisch-Südamerikanische Rhythmen und Rhein-Romantik im Auditorio von Santa Cruz

Konzert am 27. November unter Jesús López Cobos mit Werken von Beethoven, Schumann, Liszt

Schade. Die große Ainhoa Arteta hat ihr Konzert mit dem „OST“ unter Leitung vom altbewährten Ehrendirigenten Victor Pablo Pérez abgesagt. Die baskische Weltstar-Sopranistin hat auch auf Teneriffa viele Verehrer.



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20.11.2009 - Teneriffa - Das Programm des 20. November war auf die Diva zugeschnitten und musste vollkommen geändert werden. Die Flamenco-Sängerin (Cantaora) Carmen Linares wurde als Solistin in des Spaniers Manuel de Falla Meisterwerk „El amor brujo“ (Der Liebeszauber) verpflichtet. Angeregt zu dieser Ballett-Komposition in einem Akt wurde der Komponist von der elementaren Kunst andalusischer Zigeunertänze. Schauplatz der Handlung ist ein nächtlicher Dorfplatz. Die berühmt-raue Stimme der Carmen Linares, Spaniens vielleicht bester Cantaora, wird andalusisches Flair in den sinfonischen Riesensaal zaubern. Des Argentiniers Alberto Ginastera Ouvertüre für Orchester op. 9, „para Fausto Criollo“, und die “Bachiana Brasileira” No. 7 des Brasilianers Heitor Villa-Lobos komplettieren diesen Klassik-Abend mit Musik des 20. Jahrhunderts im Rhythmus Spaniens und La­teinamerikas.
Das Konzertprogramm des „OST“ am 27. November  bietet Deutsche Klassik und Romantik unter der Leitung des internationalen Pultstars Jesús López Cobos. Im Rahmen seiner langjährigen ausländischen Chef-Positionen u.a. in den USA und der Schweiz war der spanische Maestro auch für zehn Spielzeiten Generalmusikdirektor der Deutschen Oper in Berlin. Zwar beginnt der Abend mit des in Ungarn geborenen Franz Liszt „Faust-Episoden“, die der Komponist nach der Lenau-Dichtung (nicht Goethe!) vertonte: „Der nächtliche Zug“ und „Tanz in der Dorfschänke“, Dieser Tanz wurde weltbekannt als Liszts „Mephisto“-Walzer. Darin steigert sich ein grimassierend verzerrter Walzer bis zur dämonischen Raserei. Die viel gespielte Klavierfassung mit ihren gefürchteten Sprungpassagen ist effektvoller als die Orchesterversion. Franz Liszt wurde ja 1811 in Raiding im heutigen Burgenland geboren, das damals noch zu Ungarn gehörte. Des Ungarischen war Franz Liszt sein Leben lang eh nicht   richtig mächtig. Lange Jahre war dieser am meisten gefeierte Pianist Europas, und bis heute in seiner Wirkmächtigkeit unterschätzte Komponist, auch Hofkapellmeister in Weimar. Gestorben ist Franz Liszt als Schwiegervater Richard Wagners 1886 in Bayreuth. Da war sein fast gleichaltriger Schwiegersohn Richard, der sich stets hemmungslos aus Franz Liszts Melodienfundus bedient hatte, schon drei Jahre tot.
Ludwig van Beethovens 4. Klavierkonzert von 1806 wird von dem 1978 im spanischen Nerva geborenen Pianisten Javier Perianes als Solist gestaltet. Dieser international hoch geschätzte Musiker gab bezeichnend mit einem subtilen Schubert-Album sein viel beachtetes Schallplattendebüt. Für dieses musikalisch intimste unter Beethovens fünf Klavierkonzerten ist Javier Perianes daher prädestiniert. Verhalten, zögernd versonnen beginnt der Pianist. Ein Konzertanfang, der ohne Beispiel ist. Noch ungewöhnlicher als das intime Miteinander von Klavier und Orchester im 1. Satz ist dann allerdings das Gegeneinander, das Beethoven im 2. Satz, Andante con moto, entwickelt: Klavier und Streicher (meist unisono) stehen sich hier völlig fremd gegenüber - die Streicher mit einem drohend punktierten Schreiten, das Klavier mit melancholisch flehender Kantilene. Lyrisch und gelöst das finale „Rondo“  des Konzerts, das uns seit je das liebste war von allen Fünfen.
Robert Schumanns 3. Sinfonie, die berühmte „Rheinische“, eröffnete seine Schaffensperiode in Düsseldorf. Sie entstand in nur einem Monat in einer Art Rausch und zeigt den Meister auf der Höhe seines Könnens. Die Sätze 1 - 4 sind so angelegt, dass jeder Satz langsamer als der vorhergehende ist. Schon an den Satzüberschriften kann man das ablesen. Im 4. Satz hatte Schumann ursprünglich den Hinweis vorgesehen: „Im Charakter der Begleitung einer feierlichen Zeremonie“. Die Anregung dazu war von der Kardinalserhebung des Erzbischofs im Kölner Dom ausgegangen, an der Schumann am 12. November 1850 teilgenommen hatte. Doch schon bei Drucklegung verzichtete Schumann auf diesen konkreten Fingerzeig mit dem Hinweis, „ein allgemeiner Eindruck des Kunstwerks täte den Hörern besser“.
Wie weggewischt wird die Düsternis des 4. Satzes im 5. Satz, dem Finale, das seine musikalischen Gedanken eher aneinanderreiht als entwickelt und schließlich - allerdings in einer freundlichen Dur-Abwandlung - das Thema des 4. Satzes nochmals aufgreift. Das Werk gefiel den Rheinländern. Am Abend der Uraufführung klatschten sie im Geisslerschen Saal zu Düsseldorf schon nach jedem Satz. Vier Jahre später wird sich der seit Jugendjahren psychisch labile Robert Schumann bei einem Suizid-Versuch in den Rhein stürzen. In der Heilanstalt Endenich bei Bonn dämmerte der Komponist dann seinem Ende entgegen, 29. Juli 1856.

Hans Rueda






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