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Ausgabe: Nr. 275 (6/2017) vom 22. März - 4. April 2017
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Home > Kanarische Inseln > Nachrichten > Musik > „Klassik satt“ im Weihnachtsmonat

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Teneriffa-Sinfonieorchester am 4., 11. und 18. Dezember im Auditorium Santa Cruz

„Klassik satt“ im Weihnachtsmonat

Die ABO-Konzertreihe des Teneriffa-Orchesters bietet Musikfreunden bis Jahresende ein sinfonisches Feuerwerk von Mozart bis Sibelius, - und dazu noch ein „Motorbike-Konzert“.



Fotogalerie
04.12.2009 - Teneriffa - Sodann wird gut zwei Monate Pause sein. Diese aber wird ausgefüllt von Gas­t­orchestern -  und auch einem Auftritt des „OST“ unter Leitung seines Chefs Lü Jia - im Rahmen des Kanarischen Musikfestivals. Darüber können Sie an anderer Stelle im „Wochenblatt“ lesen.
Der zum Saisonende (leider!) scheidende Chefdirigent Lü Jia leitet das „OST“ am ersten der drei Dezember-Termine:

Konzert – 4. Dezember
Im Mittelpunkt steht die Posaune. Was Paganini für die Violine und Liszt für das Klavier waren, ist heute für die Posaune der 1958 geborene und in Stockholm aufgewachsene Schwede Christian Lindberg: Als überragender Meister seines Instruments definierte er es quasi neu. Dokumentiert ist Lindbergs außerordentliche Kunst nicht allein auf seinen bisher vorliegenden 70 Solo-CDs. Mit einer eigenen, von ihm entwickelten Mundstückreihe für Alt- und Tenorposaunen, erschloss er diesem Instrument auch neue Ausdrucksmöglichkeiten. Erlebbar wird das in der berühmtesten seiner 30 eigenen Kompositionen sein, dem „Motorbike Concerto“ von 1990. Dieses Konzert avancierte inzwischen zum international meistgespielten Stück Schwedens. Zuvor ist Christian Lindberg im seit 150 Jahren beliebtesten Stück für Posaune und Orches­ter zu hören, dem Konzert op. 4 in Es-Dur des 1810 in Hamburg geborenen Ferdinand David. Dieser vormals berühmte Komponist der Romantik war auch ein hervorragender Geiger, dem Mendelssohn sein großes Violinkonzert widmete. Geblieben im Klassik-Repertoire ist von David das Posaunenkonzert op. 4, das jeder angehende Solist zum Vorspiel auf Wettbewerben parat zu haben hat.
Sergej Rachmaninows 1. Sinfonie in d-Moll op. 13 im zweiten Teil des Konzerts geriet bei der Uraufführung 1897 in St. Petersburg zum Desaster für den jungen Komponisten. Der große Alexander Glasunow als Dirigent der Uraufführung, hatte das 45minütige Werk seines jungen Kollegen Rachmaninow offenbar nicht ganz ernst genommen. Der Misserfolg nahm den 24-Jährigen dermaßen mit, dass er vier Jahre zu keiner schöpferischen Leistung mehr fähig war. Heute hat sich das Werk einen achtbaren Platz im Klassikrepertoire erobert. Die Sinfonie weist bereits alle Eigenschaften von Rachmani­nows späteren Hauptwerken auf, die nicht so recht ins landläufige Bild vom „plüschigen Salonkomponisten“ passen wollen: die sparsame Prägnanz des Ausgangsmaterials und die formale Strenge sowie handwerkliche Virtuosität von dessen Verarbeitung.

Konzert – 11. Dezember
Die lettische Sopranistin Kristine Opolais war Bertelsmann-Wettbewerbspreisträgerin „Junge Stimmen 2007“, was noch allemal Durchbruch zur internationalen Karriere bedeutete. Unter der Leitung des österreichischen Dirigenten Hans Graf, derzeit Chef des Houston Symphony Orchestra, wird sie Mozart-Konzertarien singen. Mozart schrieb diese Juwele wahrer Gesangskunst nicht als artistische Kabinettstücke in die Kehlen neurotischer Diven. Mozart ging es gegen Ende seines Lebens längst nicht mehr um Äußeres. In den drei Arien KV 578, 582 und 583 dienen auch Koloraturen dem Ausdruck authentischen, wahrhaftig empfundenen Gefühls. Keine große Mozartsängerin seither, die diese Konzertarien nicht im Repertoire hatte und hat. Endlos ist die Reihe historischer Tondokumente und aktueller Aufnahmen.
Sinfonisch ist das Konzert Antonín Dvorák (1841 - 1904) gewidmet, Seine Konzertouvertüre zu „Othello“ ist ein spätes Meisterwerk. Passend zur dramatisch-tragischen Handlung des Stücks, ist im zweiten Teil des Abends Dvoráks pessimistisch gestimmte d-moll Sinfonie op. 70 zu hören, nach neuer Zählung seine „Siebte“. Sie ist nicht durchgehend  als Dvoráks „Tragische“ zu bezeichnen, weshalb sie manchmal besser auch die „Brahmssche“ genannt wird. Ein liedhafter Satz wie der zweite wirft ins Schattenreich dieser Sinfonie durchaus freundliche Lichter. Mit einigem Recht hat man hier Einflüsse Wagners und sogar Bruckners vermutet. Aber in erster Linie ist das Tongedicht aus der Empfindungswelt des Böhmentums erwachsen. (Dvorak wurde als ältestes von neun Kindern einer Gastwirtsfamilie in Mühlhausen an der Moldau geboren.) Die hier zu hörende Naturverbundenheit lässt Vorbildern nur begrenzt Raum.

Konzert – 18. Dezember
Die junge Martina Filjak debütierte als Pianistin im Alter von nur 12 Jahren mit dem Zagreb Sinfonieorchester. Der Sprung in die erste Liga ihrer Zunft gelang ihr mit dem Gewinn des Viotti-Wettbewerbs, in dem sie unter 122 Bewer­bern den 1. Preis errang. Unter der Leitung des polnischen Maestro Michal Nesterowicz wird sie in des Ungarn Bela Bartók letztem Klavierkonzert, dem „Dritten“ zu erleben sein. Bis auf die Schlusstakte konnte Bartók es kurz vor seinem Tode 1945 vollenden. Ergänzt hat sie Tibor Serly. Das Werk ist im Ausdruck milder, weist weniger aggressive Momente als seine Vorgänger auf. Seine ungeahnte Frische und Leichtigkeit lassen nichts von Bartóks unmittelbar bevorstehendem Tod spüren.
Die Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43 des 1865 geborenen finnischen Komponisten Jean Sibelius wurde zu seinem populärsten sinfonischen Werk. Der Reichtum der melodischen Empfindung, die positive Grundstimmung mit dem pas­toralen Kopfsatz und dem mitreißend hymnischen Finaleschluss, das alles ist von unmittelbarer Wirkung. Dass sich hinter dieser scheinbar überschaubaren, sinnfälligen Fassade eine sehr detaillierte Arbeit mit den Möglichkeiten des thematisch-motivischen Materials versteckt, ist bezeichnend für die sehr bestimmte Auffassung des Komponisten von seiner Sinfonie. Die Uraufführung 1902 in Helsinki festigte seinen Ruf als Finnlands großer Komponist. International wuchs langsam sein Ruhm, vor allem in England und den USA. Auf dem Kontinent begann seine Musik erst nach seinem Tode 1957 Fuß zu fassen.  Nach 1926 veröffentlichte Sibelius kein Werk mehr. Über den Grund seines 30-jährigen Verstummens als Komponist hat er sich nie geäußert.

Hans Rueda






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