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Ausgabe: Nr. 274 (5/2017) vom 8. - 21. März 2017
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Kanarisches Musikfestival: Abschlusskonzerte am 6. und 7. Februar im Auditorium von Santa Cruz

Russische Programme mit Russischem Nationalorchester

Dreimal noch ist das Kanarische Musikfestival mit großen Orchesterkonzerten auf Teneriffa präsent. Dann endet diese nun schon 26. Saison eines jährlichen Weltfests der Klassischen Musik auf Teneriffa und benachbarten Inseln.



Fotogalerie
21.01.2010 - Kanarische Inseln - Konzert 31. Januar „Erde und  Planeten“

Unter diesem Motto steht das Konzert von Orchester und Chor des OFGC Gran Canaria unter der Leitung von Pedro Halffter. Der 1971 in Madrid geborene Maestro ist neben seiner internationalen Tätigkeit als begehrter Gastdirigent, in Deutschland insbesondere in Nürnberg und Bayreuth, auch Leiter des Philharmonischen Orchesters von Gran Canaria. Klaviersolist des Konzerts ist der 1978 in Las Palmas auf Gran Canaria geborene Pianist Iván Martín.
Als Pedro Halffter vor wenigen Jahren das Werk „La Tierra“ (Die Erde) des 1961 in Madrid geborenen Komponis­ten Jesús Rueda in Sevilla mit dem dortigen Orchester und Frauenchor aufführte, war die Reaktion des Publikums verhalten. Rueda beabsichtigte mit seinem Stück „La Tierra“ eine Art Vervollständigung des weltberühmten „Planeten“-Zyklus des 1874 im englischen Cheltenham geborenen Gustav Holst. Die kühle Aufnahme von „La Tierra“ mag ungerecht gewesen sein, war gleichwohl  nicht anders zu erwarten. Des Briten Holst unsterbliche Musik „The Planets“, ein 7-teiliges Werk, gewidmet (1) Mars, Kriegsbringer, (2) Venus, Friedensbringer, (3) Merkur, Geflügelter Bote, (4) Jupiter, Fröhlichkeitsbringer, (5) Saturn, Altersbringer, (6) Uranus, der Magier, (7) Neptun, der Mystiker, erfasst genial, was die Mythologie diesen Himmelskörpern zugeordnet hat. Wie im Vergleich zu solcher, in allen Klassik-Wunschkonzertprogrammen der Welt etablierten Musik, beim Publikum Anklang finden? Die Kritik bescheinigte Ruedas  knapp 10-minütigem Werk „organisch und erdig durchdachte Musik“, was immer solches bedeuten mochte. Die Besucher des Konzerts am 31. Januar können ihr eigenes Urteil bilden. Beides, „La Tierra“ und „The Planets“ sind an diesem Abend zu erleben.
Die unverwüstliche „Rapsodia española“ des 1860 geborenen katalanischen Komponis­ten Isaac Albéniz komplettiert das Konzert. Albéniz begeis­terte sich besonders für Andalusien und landete mit diesem Werk im fremdartig harten Idiom Andalusiens einen Welterfolg.

Konzert 6. Februar
„Eine neue Seite in der Geschichte der Sinfonik?“


Nikolai Malko, Dirigent der Uraufführung der 1. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch am 12. Mai 1926 in der Leningrader Philharmonie, war davon überzeugt, dass mit diesem Erstling des damals gerade 20-jährigen Komponisten „eine neue Seite in der Geschichte der Sinfonik“ aufgeschlagen worden sei. Zumindest behielt er Recht, was die Bedeutung von Schostakowitsch’ schöpferischer Lebensleistung seit Vollendung 1975 in Moskau ausmacht. Zweifellos wurde er der bedeutendste Komponist Russlands des 20. Jahrhunderts. Ob Oper, Konzert, Kammermusik, - seine Wirkmächtigkeit wächst immer noch, nachdem sein Schaffen insbesondere in den Jahren des stalinistischen Terrors lange gehindert wurde, Schostakowitsch’ Musik im „Freien Westen“ nur zögerlich bekannt werden konnte. Die oft atemlos und grimmig anmutende Heiterkeit in vielen Werken des Komponisten, – bereits hier ist sie ganz typisch hörbar, wie auch seine Neigung zu einem triumphalen Pathos, dem aber nie so recht zu trauen ist.
Eine „Russische Ouvertüre“ von Nocolai Golovanov (1891 – 1953) und die Sinfonie in C-Mayor von Sergei Tanajew (1856 – 1915) werden im ers­ten Teil dieses Konzerts am 06. Februar geboten. Tanajew war auch ein bedeutender Musikpädagoge, Lehrer von Rachmaninow und Skrjabin. Als letzterer früh verstarb, zog sich Tanajew anlässlich der Beerdigung seines Schülers eine Erkältung zu, die wenig später zu seinem Tod führte.

Konzert 7. Februar
Von wahrhaft Russischer Seele


Was haben die Werke dieses Abschlusskonzerts miteinander zu tun? Wenig auf den ers­ten Blick, und doch Wesentliches beim Wissen um ihre Geburt aus äußerster Seelennot der Komponisten. Sergej Rach­maninow (1873 – 1943) gelang mit seinem 2. Klavierkonzert in c-Moll der Löwenwurf seines Lebens, sein mit Abstand bestes Werk, ein Werk der Unsterblichkeit. Rachmaninows edle Seele, sein ganzes musikalisches Genie brach sich Bahn in dieser tief empfundenen Melodik, triumphierte über jahrelang erlittene tiefe Depression. Die Uraufführung von Rachmaninows 1. Klavierkonzert war nicht recht angekommen, die Uraufführung seiner 1. Sinfonie eine Katas­trophe. Der Misserfolg dieser beiden ersten Hauptwerke stürzte Rachmaninow, der sich vor allem als Komponist und erst in zweiter Linie als Pianist verstand, in fürchterliche Depressionen, die dazu führten, dass er fast vier Jahre lang in schöpferische Agonie verfiel. In dieser Situation begab er sich auf Anraten von Freunden in die Behandlung eines Nervenarztes, der ihm suggerierte: „Sie werden ein neues Klavierkonzert schreiben (….) Die Arbeit wird ihnen leicht von der Hand gehen (….) Das wird großartige Musik werden.“ Der Komponist hielt sich daran und schrieb mit dem c-Moll-Konzert das Werk, das ihm 1901 in Moskau zum internationalen Durchbruch verhalf.
Kaum ein Komponist des 20. Jahrhunderts ist so zwiespältig beurteilt worden wie Rachmaninow. Sein Erfolg beim Publikum war phänomenal. Die unverhohlene Emotionalität seiner Werke war allerdings den Kritikern ebenso verdächtig, wie sie das Publikum begeisterte. Heute noch ist das am 07. Februar mit dem 1975 geborenen russischen Pianisten Denis Matsuev als Solist zu erlebende 2. Klavierkonzert Rachmaninows eines der populärsten seiner Gattung überhaupt.
Anders geartet, aber nicht weniger schrecklich, waren die Seelennöte des Dmitri Schos­takowitsch zur Zeit der Komposition seiner 9. Sinfonie im Sommer 1945 in Leningrad. Man erwartete ein monumentales musikalisches Siegesgemälde und eine Verherrlichung Stalins, des „weisen Führers der Völker“. Verzweifelt wehrte Schostakowitsch sich gegen seine erneute Erniedrigung, schuf stattdessen „freundlichste Unterhaltung auf höchstem Niveau, durch die ein wenig Wiener Klassik durchschimmert.“ Die Überraschung konnte nicht vollkommener ausfallen, - und bekam dem Komponisten wiederum übel. Ein zweites Mal wurde er geächtet.
Des Kämpfens müde, übte er öffentlich erneut Selbstkritik, führte erst gar keine Argumente mehr zu seiner Verteidigung an. Stalin musste 1953 erst sterben, bevor Schostakowitsch wieder eine Sinfonie zu schreiben vermochte. Neben seiner 9. Sinfonie ist am 07. Februar aus der Feder des Komponisten noch die „Bolt’ Ballett’s Suite“ zu hören.

In den beiden Konzerten des Russischen Nationalorchesters unter der Leitung ihres Gründers Mikhail Pletnev ist Musik nahe der Vollendung zu erhoffen. Pletnev, zu Weltruhm gekommen als Pianist, wurde des internationalen Konzertbetriebs müde, gründete sein eigenes Orchester und „stieß mit ihm vor in eine neue Dimension des Musizierens“, wie die Fachwelt anlässlich von dessen Beethoven-Einspielungen verblüfft konstatierte. Dem Kanarischen Musikfestival gelingt  wieder einmal ein großes Finale.              

Hans Rueda






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