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Ausgabe: Nr. 274 (5/2017) vom 8. - 21. März 2017
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Home > Kanarische Inseln > Nachrichten > Musik > „Romantisches Konzert“ und „Pathétique“

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Werke von Britten und Tschaikowsky am 26. Februar mit dem „OST“ in Santa Cruz

„Romantisches Konzert“ und „Pathétique“

Nie werden wir einen Abend 1972 in der Berliner Philharmonie vergessen. Der russische Geiger und Dirigent David Oistrach leitete die „Berliner“ in einer Aufführung von Peter Tschaikowskys Sinfonie Nr. 6 („Pathétique“). Der Konzertmitschnitt dieser Sternstunde der Klassik auf Schallplatte ist legendär.



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17.02.2010 - Teneriffa - Dennoch erschließt sich trotz hervorragend gelungener Band­überspielung und Digital Mas­tering Wesentliches dieser Musik auf der CD nicht: Wie Tschaikowsky in diesem Werk mit Bratschen und Celli umgeht, und was er mit den Bläsern macht, ist einzigartig. Die Sinfonie ist außerdem geradezu eine Orgie an Basstönen, die kein Lautsprecher wiedergeben kann. Wenn man dieses Werk, eines der wichtigsten der Musik, w i r k l i c h hören will, m u s s man ins Konzert, anders geht es gar nicht! Und hierzu ist auf Teneriffa jetzt Gelegenheit: Am 26. Februar. 20.30 Uhr, wird die jetzt laufende Spielzeit des Sinfonieorchesters von Teneriffa im Auditorium von Santa Cruz nach 2 Monaten Pause mit Tschaikowskys „Sechster“ fortgesetzt. Auf dem Programm stehen außerdem „Les Illuminations“, ein „Romantisches Konzert“ von Benjamin Britten  für Hohe Stimme und Streicher. Der wohl größte englische Komponist vertonte in diesem Werk von 1938 Verse des französischen Dichters Arthur Rimbaud. Die Uraufführung fand 1940 unter Brittens Leitung in London statt. Tenorsolist war sein Lebensgefährte Peter Pears. Im Konzert am 26. Februar in Santa Cruz wird der junge spanische Tenor Augustín Prunell-Friend zu hören sein, der das Werk bereits für die Schallplatte aufgenommen hat. Der Gastdirigent des Abends ist ebenfalls Spanier, der 1975 in Oviedo geborene Maestro Pablo González, derzeit Chef des Sinfonieorchesters von Granada.
Tschaikowsky begann mit der Komposition seiner 6. Sinfonie auf seiner letzten großen Konzertreise 1893. Zurück in Klin, seinem Zuhause, entstanden in nur 12 Tagen die Skizzen, während ihm die Instrumentierung diesmal Mühe bereitete, wie er in einem Schreiben an seinen Bruder Modest beklagte. Trotzdem war auch diese Arbeit innerhalb von nur vier Wochen beendet. Die Uraufführung fand am 8. Oktober 1893 in St. Petersburg statt. Am Pult stand der Komponist selbst. Es war sein letztes Konzert - neun Tage später starb er, höchstwahrscheinlich von eigener Hand. Gegen den dringenden Rat der Freunde trank er in einem Restaurant verseuchtes Wasser und erlag daraufhin der in St. Petersburg gerade grassierenden Cholera.

Wie kam es zu der Bezeichnung „Pathétique“?

Modest Tschaikowsky erzählt uns die Geschichte: „Er wollte sie nicht einfach mit einer Nummer versehen, und wollte sie auch nicht ‚Programm-Sinfonie’ nennen, wie zuerst geplant. ‚Wie kann ich sie ‚Programm-Sinfonie’ nennen, wenn ich das Programm nicht verraten will?  Ich schlug vor, das Werk ‚Tragische Sinfonie’ zu nennen, aber das gefiel ihm nicht. Dann verließ ich das Zimmer und ließ ihn in Verlegenheit zu­rück. Da kam mir plötzlich der Titel ‚Pathétique’ in den Sinn. Ich ging zurück und - ich besinne mich, als ob es erst gestern gewesen wäre – nannte ihm dieses Wort noch in der Tür stehend. ‚Ausgezeichnet, Modja, bravo, pathétique’ rief er, und in meiner Gegenwart schrieb er auf die Partitur den Namen, den die Sinfonie nun immer tragen wird.“
Der Uraufführung der „Pathétique“ war nur ein Achtungserfolg beschieden. Tschaikowsky bemerkte bitter: „Ich konnte weder das Or­ches­­ter noch das Publikum davon überzeugen, dass dies mein bestes Werk ist und ich nie mehr etwas Besseres als diese Sinfonie werde schreiben können. Schade.“
Wenige Tage nach den Trauerfeierlichkeiten um Tschaikowskys Tod wurde das Werk nochmals aufgeführt. Diesmal war das Publikum begeistert. „An jenem Abend begann der Siegeslauf des Werkes durch Russland und durch ganz Europa“, schrieb der Komponist Rimski-Korsakow in seinen Erinnerungen. Ganz ungewöhnlich das Finale des Werks: Das Thema des ab­schlie­ßenden Adagios ist absteigend angelegt. Nach zweimaligem vergeblichem Aufbäumen setzt der endgültige Zusammenbruch ein, der in ungeschönter Resignation
endet. Der Atem, der uns hier berührt, ist  existenziell. Nicht nur der individuelle Tod wird ausgedrückt, sondern der Untergang einer ganzen Epoche. Gnadenlos wird eine Zeit zu Grabe getragen, die nur oberflächlich eine „goldene“ war, Ob Petersburg oder Wien: unter der Gemütlichkeit herrschte die Gewalt, unter dem Glanz lebte das Angesicht des Todes. Die „Pathétique“ endet im Nichts.

Hans Rueda






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