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Ausgabe: Nr. 275 (6/2017) vom 22. März - 4. April 2017
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Konzerte des Sinfonieorchesters von Teneriffa 5. und 12. März im Auditorium von Santa Cruz

Star-Dirigent Christopher Hogwood leitet Serenaden-Abend des „OST“

Im Italienischen bedeutet „sereno“ heiter, unbewölkter Himmel. Als musikalischer Ausdruck schon im 16. Jahrhundert meist mit „sera“ - „Abend“ in Verbindung gebracht umschreibt die „Serenade“ vom Wort her einen Bereich von Aufführungsgelegenheiten von Musik (am Abend, im Freien).



Christopher Hogwood
Fotogalerie© Anne-Katrin Purkiss
Christopher Hogwood
04.03.2010 - Teneriffa - Konzert 5. März

So hat man es uns einstens eingetrichtert, samt Abfolge zugehöriger barocker Tanzarten in höfischer Strenge. Mozart erweckte diese musikalische Gattung mit seinen unvergleichlichen Divertimenti und Serenaden  zu neuer Blüte und unvergänglicher Frische. Eines seiner davon populärsten Werke ist die „Posthornserenade“ KV 320, zu erleben im Konzert des Sinfonieorchesters von Teneriffa am 5. März, 20.30 Uhr, im Auditorium von Santa Cruz. Die Leitung  des Abends hat der 1941 im englischen Nottingham geborene Christopher Hogwood, ursprünglich Cembalist, und heute einer der meist gefragten Dirigenten unserer Zeit. Ruhm erlangte Hogwood mit der von ihm gegründeten „Academy of Ancient Music“, einem auf historischen Instrumenten spielenden Orchester. Seit 1981 dirigiert er große Orchester in den USA und leitet dort Opernaufführungen. Außerdem auf dem Programm: Die Serenade 0p. 141a von Max Reger, und die Serenade op. 31 für Tenor, Horn und Streicher, von Englands wichtigstem Komponisten, Benjamin Britten (1913 – 1976). Tenorsolist in der Britten-Serenade ist der junge Engländer Benjamin Hulett, das Solo-Horn darin bläst der 1. Hornist des Teneriffa-Sinfonieorchesters, Jeffrey Cooper, gebürtig aus Iowa, USA.
Mozarts „Posthornserenade“ wurde nach einer eher kurzen Stelle in dem fast halbstündigen Werk benannt, wo der 1. Hornist des Orchesters auf einem „Corno di Posta“ einem Posthorn blasen soll. Die Stelle gilt unter Hornisten als heikel bis unspielbar, meist bläst der 1. Trompeter auf einem kleinen Posthörnchen. Wir lieben diese Serenade sehr. Eigentlich ist sie mehr eine komplette Sinfonie mit der Extra-Zugabe einer „Concertante“, einem Konzert für Solobläser und Orchester. Und - die Serenade ist von Mozart  für eine Freiluftaufführung konzipiert worden, für die damals jährlich immer im August stattfindenden Salzburger Universitäts-Abschlussfeiern. Von 1769-79 schuf Mozart so fast jedes Jahr eine seiner unsterblichen „Nacht Musiquen“.
Max Reger, geboren 1873 im oberpfälzischen Brand, schrieb mit seiner Serenade op. 141a eines seiner  letzten, relativ vielen Werke, die er für diese Gattung komponierte. Wie sein ganzes Schaffen, so ist auch diese Serenade janusköpfig. Einerseits Musik von Raffinesse, exquisit und erlesen in nachwagnerianischer Chromatik und Modulatorik an äußerste Grenzen gehend, andererseits hörbar auch verpflichtet den alten Meistern, vor allem Bach sowie den traditionellen Formen. Reger komponierte ungemein leicht, - und sein nicht weniger exzessiver, von Alkoholproblemen belasteter Lebensstil, führte zu seinem frühen Tod 1916 in Leipzig.
Wer eine Woche zuvor im Konzert des OST Brittens ebenfalls für Hohe Stimme und Streichorchester geschriebene Serenade „Les Illuminations“ erlebte, kann sie am 3. März mit ihrem  „Schwesterwerk“, der Serenade für Tenor, Horn und Streichorchester, vergleichen. Wir halten dieses Werk für noch besser gelungen. Britten vertonte darin 6 Texte englischer Dichter, umrahmt von einem Prolog und einem Epilog  des Solohorns. Es ist wunderschöne, genial ersonnene Musik, die selbst eingefleischte Skeptiker in Bezug auf die Klänge des 20. Jahrhunderts für sich einnehmen dürfte. Auch dieses Werk schrieb Britten 1943 für seinen Lebensgefährten, den Tenor Peter Pears, und den Hornisten Dennis Brain. Mit dem Hornsolisten des Konzerts, Jeffrey Cooper, ist im Auditorium ein Musiker zu erleben, der seine Musik mit allen Fasern seiner künstlerischen Persönlichkeit „lebt“. Auch nach vielen Jahren als 1. Horn-Solist des OST spielt er jedes Mal wie um sein Leben, fern jeder Routine, seinen Kollegen zum Vorbild. Ihn auf seinem Horn zu hören, ist allemal Genuss.

Konzert 12. März

Auch dieses Konzert unter Leitung von OST-Ehrendirigent Victor Pablo Pérez beginnt mit einem zur  Gattung der Serenade gehörigen „Nachtstück“, einem Werk für Orchester des 1943 auf Mallorca geborenen Komponisten Antoni Parera Fons: „Nocturn per a un capvestre blau“ (Sonnenuntergang in blaue Nacht).
Es folgt mit Camille Saint-Saéns 2. Klavierkonzert ein Virtuosenreißer par excellence, aber in seiner überaus kunstvollen Faktur und seiner von Symmetriebildungen bestimmten formalen Anlage weit mehr als das. Dem 1835 in Paris geborenen und 1921 in Algier gestorbenen Komponisten gelang mit diesem 1868 in Paris uraufgeführten Werk eines der markantesten Zeugnisse französischer Klavierkunst. Franz Liszt gratulierte dem Komponisten zu diesem Werk und betonte das gelungene Gleichgewicht von kompositorischen Qualitäten und virtuosen Ansprüchen an den Solisten. Den Klavierpart des Konzerts übernimmt die Madrilenin Rosa Torres Pardo, vielfach ausgezeichnet in internationalen Wettbewerben. Im 2. Satz gemahnt das Werk deutlich an die Elfenspuk-Musik der „Sommernachtstraum“-Ouvertüre von Felix Mendelssohn Bartholdy, dessen Sinfonie Nr. 5, die „Reformations-Sinfonie“ das Konzert beschließt.
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847), Sohn eines Bankiers und Enkel des Philosophen Moses Mendelssohn, hatte in einem Geniestreich seine Ouvertüre zu „Ein Sommernachtstraum“ als 17Jähriger geschrieben. Vier Jahre später komponierte er 1830 die „Reformationssinfonie“ zum 300. Jahrestag der „Confessio Augustina“, die grundlegende Bekenntnisschrift des Protestantismus auf dem Reichstag in Augburg. Die Sinfonie sollte bis ans Lebensende sein Schmerzenskind bleiben. Zwar hatte er sie 1832 in der Berliner Singakademie uraufgeführt, konnte sich aber bis an sein Lebensende zur Drucklegung nie entschließen. Einmal schrieb er in einem Brief von 1838, „er wolle seine so jugendliche Jugendarbeit nicht aus dem Gefängnis seines Notenschranks entwischen lassen“. Erst 1868 kam es zur posthumen Veröffentlichung, deren Bezifferung (Nr. 5) und verwirrend hohe Opuszahl (107) sich am Zeitpunkt dieser späten Publikation orientieren. Die Keimzelle des stellenweise hinreißend komponierten Werks ist das „Dresdener Amen“: ein stufenweise ansteigendes Quintmotiv der sächsischen Liturgie, das von Richard Wagner auch als Gralsmotiv im „Parsifal“ aufgegriffen wurde. Mit dem Zitat des „Luther-Chorals“ „Ein’ feste Burg ist unser Gott“ im Finale, das zaghaft von einer Soloflöte intoniert wird, setzt der zum Protestantismus konvertierte Komponist dem Reformator ein Denkmal. Der Schlusssatz ist mit dem Eröffnungssatz thematisch durch die Wiederkehr des „Dresdener Amen“ verbunden.

Hans Rueda






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