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Ausgabe: Nr. 275 (6/2017) vom 22. März - 4. April 2017
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Konzerte des Sinfonieorchesters von Teneriffa am 19. und 26. März im Auditorio in Santa Cruz

Weltstar Gidon Kremer als Violinsolist

Chefdirigent Lü Jia leitet Konzert mit Beethovens 7. Sinfonie

Konzert 19. März Musik von Rachmaninow auf dem Programmzettel, und der Solist des Abends ist kein Pianist?



Lü Jia in Aktion
Fotogalerie© OST
Lü Jia in Aktion
17.03.2010 - Teneriffa - Im Konzert des Sinfonieorchesters von Teneriffa am 19. März im Auditorium von Santa Cruz tritt dieser eher ungewöhnliche Fall ein.  Spaniens führender Klarinettenvirtuose, Joan Enric Lluna, geboren in Valencia, ist der Solist im 1. Teil des Abends. Auf dem Programm: die „Tänzerischen Präludien“ für Klarinette und Kammerorchester von Witold Lutoslawski (1913 – 1994), und das Klarinettenkonzert des 1931 in der Provinz Tarragona geborenen Spaniers Joan Guinjoan. Die Leitung des Konzert hat Gastdirigent Josep Caballé-Domenech übernommen, der aus einer berühmten Musikerfamilie in Barcelona stammt, wie sein Name unschwer erraten lässt. Im 2. Teil erklingt sodann die 3. Sinfonie von Sergei Rachmaninow (1873 – 1943).
Witold Lutoslawski ist neben Chopin der faszinierendste polnische Komponist. Sein ganzes Leben verbrachte er in Warschau. Seine Musik wirkt ungemein auf menschliche Emotionen, wirkt dabei überragend modern und ist gleichzeitig immer auf Anhieb verständlich. Die „Tänzerischen Präludien“, Lutoslawskis Abschied von seiner Phase der Folklore, wie er sie selbst einmal nannte, komponierte er ursprünglich für Klarinette und Klavier im Jahr 1954. Die Bearbeitung für Begleitung mit Kammerensemble erfolgte im Jahr 1963 für das „Aldeburgh Festival“,  wo unweit 25 Jahre später der Solist des Abends in England einen 1. Wettbewerbspreis errang und seine internationale Karriere dann in London begann.
Rachmaninow verstand sich sein Leben lang zuerst als Komponist, erst dann als Klaviervirtuose. Die Musikwelt urteilt bis heute anders, leicht auszumachen an der endlosen Folge seiner auf Schallplatte eingespielten Klavierwerke, und die er auch interpretierte wie kein anderer. Sein sinfonisches Schaffen führt vergleichsweise dagegen ein Mauerblümchendasein. Auch die nun zu hörende 3. Sinfonie in a-Moll op. 44 bildet da keine Ausnahme. Das gut 40-minütige Werk mit nur 3 Sätzen wurde 1936 in Philadelphia uraufgeführt. In den Wirren der Oktoberrevolution war der gebürtige Russe Rachmaninow ja mit seiner Familie in die USA geflohen, wo er 1943 in Beverly Hills auch verstarb.
Der äußeren Reduktion des Werks entspricht auch die Verknappung der musikalischen Sprache dieser 3. Sinfonie. Die Partitur ist von außergewöhnlicher formaler und ästhetischer Klarheit. Dieser persönliche Klassizismus Rachmaninows tritt neben eine Harmonik, die in gewagten Akkordschichtungen polytonale Akkordstrukturen entwickelt und bisweilen die Grenze zur Atonalität streift. Trotz der Modernität der Harmonik kann die Dritte nicht verleugnen, dass Rachmaninow von seiner Zeit überholt worden war.

Konzert 26. März   
Ein Höhepunkt der gesamten Saison. Der weltberühmte Gidon Kremer kommt nach Teneriffa als Solist im 4. Violinkonzert von Alfred Schnittke. Am Pult dann wieder Chefdirigent Lü Jia, und im 2. Teil des Konzerts Beethovens „Siebte“, eine seiner erfolgreichsten Sinfonien vom Tag ihrer Uraufführung an beim „Wiener Kongress“ im Jahr 1813.
Alfred Schnittke war der Sohn eines Journalisten und Übersetzers lettisch-jüdischer Abstammung und einer katholischen wolgadeutschen Lehrerin. Geboren 1934 im heutigen Russland, lebte er 1946-48 im sowjetisch besetzten Wien. Seine Ausbildung erhielt er dann am Moskauer Konservatorium, wo er später auch als Lehrer tätig war. 1989 siedelte er nach Berlin über, wo er „Composer in residence“  der Berliner Philharmoniker wurde. Später ging er als Professor für Kompositionslehre nach Hamburg, wo er 1994 verstarb.
Der damals schon zum Weltstar gewordene Gidon Kremer war es, der Schnittkes jetzt zu erlebendes 4. Violinkonzert 1984 mit den Berliner Philharmonikern in der noch geteilten Stadt zur Uraufführung brachte. Dieses Konzert ist typisch für den spielerischen Umgang Schnittkes mit der Musik. So gibt es im Orchestertutti eine Stelle, an der der Solist ein virtuoses Solo vortäuschen muss.

Die Schaffensperiode der Jahre 1803 - 1813, in denen auch seine Sinfonien Nr. 3 bis Nr. 7 entstanden und uraufgeführt wurden, erlebte Beethoven im Zenit seiner öffentlichen Anerkennung und Hochschätzung. Insbesondere der Erfolg der 7. Sinfonie bestätigte dies; bei allen Aufführungen, die im Rahmen der Feierlichkeiten zum Wiener Kongress stattfanden, musste das Andante, der 2. Satz, auf Wunsch des Publikums wiederholt werden.
Er gehört zu den beliebtesten Sätzen Beethovens überhaupt und ist doch ungeachtet seiner Popularität merkwürdig geheimnisvoll und rätselhaft. Manche sprechen unter Verweis auf die historischen Begleitumstände von einem stilisierten Trauermarsch, von Klagegesang. In seinem Tonfall birgt sich eine eigentümliche Leidensstimmung. Wehmut und Schwermut liegen über diesem Satz.
In der 7. Sinfonie nahm Beethoven den Faden seiner Auseinandersetzungen mit dem Wirken Napoleons wieder auf. Erste Skizzen, eben auch jenes trauermarschartige Gebilde in a-moll, entstanden bereits im Sommer 1806, genau zwischen den preußisch-österreichischen Niederlagen gegen Napoleon von Austerlitz und Jena. Beethovens patriotische Gefühle richteten sich nun gegen den glänzenden Sieger Napoleon; nach dessen neuestem Sieg bei Jena und Auerstedt soll sich Beethoven geäußert haben: „Schade, dass ich die Kriegskunst nicht so verstehe wie die Tonkunst, ich würde ihn doch besiegen.“ Und einem französischen Offizier sagte er 1809, nach der Besetzung Wiens durch Napoleons Truppen: „Wenn ich als General von der Strategie verstünde, was ich als Komponist vom Kontrapunkt verstehe, dann wollte ich euch schon etwas zu schaffen geben.“ In den Jahren 1811 - 12 komponierte er dann auch mit der 7. Sinfonie den musikalischen Sieg über Napoleon. Die Zeitumstände gaben dazu den realen Kontrapunkt. Die Uraufführung der 7. Sinfonie des Siegs über Napoleon fand gerade sechs Wochen nach Napoleons entscheidender Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig statt, bestätigte also den Grundcharakter des Werkes. Dies ist ein einmaliger Fall in der Musikgeschichte: Die politische Realität hatte sich gewissermaßen der vorwegnehmenden Kraft der Kunst zu beugen, wie ein Wink des höheren Schicksals.
Ungeachtet solch program­matischer Ausdeutungen der 7. Sinfonie gibt es an dieser Musik aber etwas, was die Aufmerksamkeit fasziniert und suggestiv beeinflusst. Das beherrschende Element dieser Sinfonie ist ihr Rhythmus, und zwar in der Form, dass er in jeweils spezifischer Gewalt alle vier Sätze bestimmt. Durch die Hervorkehrung dieser rhythmischen Gewalt vergeistigt Beet­hoven sein Werk und macht es zeitlos gültig.
­Ohnehin ließ Beethoven immer nur das Reich des Geistes gelten. Wie er den Wiener Kongress beurteilt haben mag, deutet er in einem Brief an: „Von unseren Monarchen usw., den Monarchien usw. schreibe ich Ihnen nichts, die Zeitungen berichten Ihnen alles, - mir ist das geistige Reich das liebste und die oberste aller geistlichen und weltlichen Monarchien.“ Dass er in diesem Reich des Geistes ein Gigant war, war ihm durchaus bewusst. Nach einem heftigen Zusammenstoß mit seinem Förderer, dem Fürsten Lichnowsky vermerkte er: „Fürst! Was Sie sind, sind Sie durch Zufall und Geburt, was ich bin, bin ich durch mich. Fürsten hat es und wird es noch tausende geben, Beethoven gibt’s nur einen!“

Hans Rueda






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