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Ausgabe: Nr. 276 (7/2017) vom 5. - 25. April 2017
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Chefdirigent Lü Jia leitet „OST“-Konzerte am 7. und 21. Mai im Auditorium von Santa Cruz

Schubert und Bruckner – Sinfonien der lang Verkannten

Es mag ja Zufall sein: als Franz Schuberts 3. Sinfonie rund 66 Jahre nach ihrem Entstehen in London endlich öffentlich uraufgeführt wurde, vollendete Anton Bruckner im gleichen Jahr 1881 gerade seine 6. Sinfonie.



Dirigent Lü Jia
Fotogalerie© OST
Dirigent Lü Jia
06.05.2010 - Teneriffa - Diese wiederum wurde in ihrer Originalfassung erst 1935 in Dresden uraufgeführt. Beide Komponisten waren zu Zeiten der Uraufführung ihres Werks da schon viele Jahrzehnte tot. Beide Sinfonien werden den Klassik-Freunden auf Teneriffa in den nächsten Konzerten des „OST“ Sinfonieorchesters im Auditorium von Santa Cruz nun geboten. Außerdem auf den Programmen: Die „Italienische“ Sinfonie von Felix Mendelssohn Bartholdy, Carl Maria von Webers „Oberon“-Ouvertüre, und das 2. Violinkonzert von Sergej Prokofjew, Solist Feng Ning. Am Pult steht an beiden Abenden Chefdirigent Maestro Lü Jia.

Konzert 7. Mai
Im letzten „Wochenblatt“ hatten wir es bereits angekündigt: Statt Gustav Mahlers ‚Fünfter‘ gibt es nun Franz Schuberts ‚Dritte‘, geschrieben für ein Wiener Vorstadt-Orchester, erstmals aufgeführt 1815 in der Wohnung des Kaufmanns Franz Frischling in der Dorotheer Gasse. Nach diesem Privat-Konzert dann im Jahr 1881 endlich die öffentliche Uraufführung im Londoner „Crystal Palace“. In der „Times“ stand  darüber zu lesen: „Der arme Schubert lebte in Dunkel und Verkennung. Er hatte kein Orchester zur Verfügung, welches ihm ermöglicht hätte, sich von der Qualität seiner Sinfonien unmittelbar zu überzeugen. (…) Diese Musik voller Anmut und herrlichster Melodik verdient eine herausragende Stellung in unseren Konzertprogrammen.“ Wahr gesprochen! Schuberts frühe Sinfonien sind Meisterwerke eines Frühvollendeten gleich Mozart oder Mendelssohn. Zur Zeit der Komposition seiner 3. Sinfonie, die er in weniger als 9 Tagen niederschrieb, war Schubert gerade einmal 18 Jahre alt.
Die Geringschätzung seiner 3. Sinfonie durch seine Zeitgenossen mag damit zu tun haben, dass sie auf den ersten Blick gänzlich unspektakulär daher kommt; das Besondere und unverwechselbar Eigene Schuberts - die harmonischen Verwerfungen - offenbaren sich erst bei näherer Betrachtung im Detail. Die absolute Ausgewogenheit der Form und Proportion, die Klarheit der Linienführung, die Klangdisposition des Orchesters, der Auf- und Abbau der Spannungsbögen: Alles entspricht in idealer Weise den Regeln der Modelle Haydns, Mozarts und Beethovens.
Ihren Namen als Schuberts „Italienische“ gewann die 3. Sinfonie besonders durch ihr Finale, eine wirbelnde Tarantella im 6/8-Takt. Zu hören ist vor allem eins: die  quirlige, ununterbrochene Aktion der Musik, eine durch den Tanztypus der Tarantella definierte „Italianitá“, in der die Sinfonie - ein Jahr vor der Uraufführung des „Barbier von Sevilla“ nicht nur Rossini selbst voraus greift, sondern auch jenem Rossini-Taumel, in den Wien gleichfalls erst 1816 geraten sollte, nach dem Gastspiel einer italienischen Operntruppe am Kärntnertor-Theater.
Felix Mendelssohn (den Beinamen Bartholdy hatte sein Vater, der Bankier Abraham Mendelssohn, mit seinem Übertritt zum Christentum angehängt. Bartholdy war der ehemalige Eigentümer des Berliner Gartens der Familie Salomon, aus welcher seine Frau Lea stammte) schrieb seine 4. Sinfonie nach seiner Rückkehr aus Italien im Winter 1832/33. Unter dem Namen „Italienische“ wurde sie sein berühmtestes sinfonisches Werk. Die Sätze sind locker gefügt und lassen sich nicht auf einen Generalnenner bringen. Sie spiegeln eine Vielzahl verschiedenster Impressionen wider. Wird im E-Dur-Trio des Schubert nahen Menuetts mit Hörnerklang eine typisch deutsche Waldesromantik beschwo­ren, und widerspricht auch der gedeckte Ton des „Andante con moto“ im 2. Satz dem Etikett des „Italienischen“, so stehen die Ecksätze doch für eine Konzeption des Werks im sonnigen Süden. Wenn der Finalsatz beispielsweise ins lebendig pulsierende italienische Volksleben taucht: ein prickelnd instrumentierter, bac­chantisch dahin wirbelnder Saltarello. Schuberts „Italienische“ mit ihrer Tarantella zum Finale lässt grüßen!

Konzert 21. Mai
Ausdrücklich wurde uns bestätigt, dass dieses Programm trotz Sparzwang wie vorgesehen realisiert wird, also noch einmal eine der Sinfonien von Anton Bruckner, die ja sämtlich ein großes bis sehr großes Orchester voraussetzen. Von Zeitgenossen missachtet und geschmäht wurde Bruckners 6. Sinfonie, - die jetzt zu erleben ist -, ebenso wie die meisten seiner Werke. Zu Bruckners Lebzeiten erklangen daraus nur die beiden Mittelsätze 1883 in Wien. Die Ecksätze hat Bruckner nur in einer Durchspielprobe gehört. Für die Uraufführung der vollständigen Sinfonie 1899 in Wien nahm Gustav Mahler Retuschen an der Instrumentation und starke Kürzungen vor. Die von Robert Haas edierte Originalfassung von ca. 55 Min. Länge wurde erst 1935 durch Paul van Kempen erstmals in Dresden gespielt, - die eigentliche Uraufführung also dieses wundervollen Werks.
Die Sinfonie ist von naturhafter Grundstimmung, ein Naturklang im elementaren Sinn, weshalb ihr der Beiname „Pastorale“ gegeben worden ist. Diese „Sechste“ erreicht bereits im 1. Satz mit dem Eintritt der Reprise (Wiederholungen) ihren gewaltigen Höhepunkt. Herzstück des Werks aber ist das ungemein ausdrucksstarke Adagio des 2. Satzes. Unwiderstehlich das zweite Thema darin, angestimmt von den Celli, weit schwingend und von starker Empfindung. Die Violinen nehmen es auf und steigern es hymnisch. Zu diesem melodischen Schwelgen dann der dritte Gedanke als trauermarschähnlicher Kontrast. Der 3. Satz, das Scherzo, trägt ausnahmsweise die Bezeichnung „nicht schnell“. Diese Forderung bezieht sich auf den Ausdruck des Satzes, der einer gewissen bizarren Phantastik zuneigt. Das Hauptthema des Schlusssatzes ist durch ein ungeduldiges Schweifen und Suchen gekennzeichnet, aber stürmische Fanfaren blasen die bleichen Schatten auseinander. Und nun erwacht wieder das prangende Leben der großen Natur. In ihr findet auch der Mensch den neuen Willen zur Tat. In einer echt Brucknerschen zyklopischen Konstruktion werden neben thematischen Beziehungen zum Adagio die Hauptgedanken des ersten Satzes geradezu glorreich bestätigt.
Das Konzert beginnt mit Carl Maria von Webers „Oberon“- Ouvertüre. Die Musik dieser Oper gehört zum Besten, was die deutsche Romantik hervorgebracht hat. Dennoch haben sich daraus nur wenige Gesangsnummern und besonders die Ouvertüre dauerhaft gehalten. Auch sie zeugt vom ungemeinen Feuer der Fantasie dieses Komponisten. Im „Oberon“ führt uns die Musik in die Elfen- und Spuk-Welt Shakespeares.
Mit seinem 2. Violinkonzert op. 63 von 1935 schuf Sergej Prokofjew ein Werk der Wende zu einem  melodisch-emphatischen Musizierstil, zugleich ein koloristisches und instrumentatorisches Meisterstück. Der 1. Satz eröffnet gegen die Regel mit dem von der Solovioline solo vorgetragenen, emphatisch übersteigerten Hauptthema. Im 2. Satz entfaltet sich eine serenadenartige Variationsfolge von großer instrumentatorischer Raffinesse, und mit der Rondo-Sonate des letzten Satzes hat Prokofjew eine seiner berühmten Walzerparaphrasen komponiert. Seit der Uraufführung 1935 in Madrid gehört das Werk zu den beliebten Stücken der Interpreten internationalen Ranges. Der 1981 im chinesischen Chendu geborene Geiger Feng Ning (der Vorname Ning steht - wie bei Chinesen üblich - hinten) ist ein Schüler Yehudi Menuhins. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen gewann Feng Ning 2006 in Italien den berühmten Paganini-Wettbewerb.         

Hans Rueda






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