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Ausgabe: Nr. 276 (7/2017) vom 5. - 25. April 2017
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Zwei Weltstars der Violine gastieren in den Konzerten am 4. und 11. Juni im Auditorium von Santa Cruz

Klassik-Hits zum Saison-Finale

Am 4. Juni beendet das Teneriffa-Sinfonieorchester seine Abo-Reihe 2009/10 im Auditorium von Santa Cruz.



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04.06.2010 - Teneriffa - Leider musste man für diesen Abend eine ursprünglich vorgesehene, hochinteressante aber weniger bekannte  Sinfonie des Russen N. Y. Miaskovsky durch Johannes Brahms‘ „Tragische Ouvertüre“ und Robert Schumanns 4. Sinfonie ersetzen. Letztere Werke gehören dafür zum Standardrepertoire aller Orchester von Rang, und den meisten Klassik-Freunden wird die Änderung daher nur recht sein. Höhepunkt dieses Konzerts unter der Leitung von OST-Ehrendirigent Victor Pablo Pérez ist der Auftritt der 1978 geborenen niederländischen Weltklasse-Geigerin Janine Jansen als Solistin in Max Bruchs berühmtem 1. Violinkonzert op. 26. Auch am 11. Juni, Abschlussabend der Abo-Reihe, wird ein weltberühmter Geiger als Solist in Peter Tschaikowskys Violinkonzert zu erleben sein: Valery Sokolov, geboren 1986 im ukrainischen Charkow.  Es dirigiert der chinesische Maestro Lan Shui. Richard Strauss’ Tondichtung „Don Juan“ und seine „Rosenkavalier-Suite“ op. 59 mit ihren herrlichen Walzern bieten pralle Lebensfreude und gleicher Weise Sentiment zum Saison-Finale.

Konzert am 4. Juni

Die niederländische Geigerin Janine Jansen wurde am 7. Januar 1978 in Soest geboren. Spätestens seit ihrem Debüt 2003 bei den BBC-Proms in der Londoner Royal Albert Hall rückte sie auf in die erste Riege ihrer Zunft, reißen sich seither alle Veranstalter der Welt um sie. Nur eine ihrer vielen Auszeichnungen war 2007 der Gewinn des „Echo-Preis“ für ihre Einspielung der berühmten Mendelssohn- und Bruch-Violinkonzerte für die Schallplatte. Mit dem Max Bruch-Konzert ist sie nun zu erleben.
Was sonst nur zuweilen auf dem Gebiet der Oper geschieht, hat sich hier in der Instrumentalmusik ereignet: Der 1838 in Köln geborene Max Bruch wurde mit einem einzigen Werk berühmt, dem Violinkonzert in g-moll op. 26. Seit Uraufführung der endgültigen Fassung am 7. Januar 1868 durch den Geiger Joseph Joachim ist es eines der beliebtesten seiner Gattung bis heute. Es ist ein effektvolles, echt geigerisches Werk. In rhapsodischer Freiheit und Großzügigkeit spielt es alle Künste der Gestaltung aus, beginnend mit dem vielversprechend-pathetischen Paukenwirbel der Einleitung und der etwas theatralischen Kadenz des Soloinstruments. Man genieße sie hemmungslos! Frau Jansen spielt auf einer Basrere-Stradivari von 1727 einen Ton wie nicht von dieser Welt. Lyrisch-beruhigende Momente wechseln mit stürmischer Leidenschaft. Über eine b-moll-Dominante geht es hinein in den langsamen Satz, der das Herzstück der Komposition ist: schwelgende Kantilene. Rassig und schwungvoll, wieder stark zum Effekt hinüberneigend das Finale - eine Meisterleistung in der Anwendung melodisch-harmonischer und rhythmischer Mittel.
Johannes Brahms’ „Tragische Ouvertüre“ op. 81 wurde am 26. Dezember 1880 in Wien mit wenig Erfolg uraufgeführt. Erst später konnte sich das knapp viertelstündige Werk im Konzertsaal durchsetzen. Reichlich Anlässe zur Aufführung sollten Gedenktage geschichtlicher Ereignisse besonders des Jahrhunderts bieten. Als Gegenstück zur heiteren „Akademischen Fest-Ouvertüre“ ist die „Tragische“ eine spröde Schöpfung von unerbittlicher Kontrapunktik. Das zweifellos ernste, ja düstere Werk endet gewollt abrupt, da Brahms auf eine Coda (ital. „Schwanz“, obligatorischer Schlussteil am Ende) verzichtet.
Robert Schumanns 4. Sinfonie d-moll op. 120 trägt irreführende Zahlen, sowohl in der Nummerierung wie in der Opuszahl. Man muss sich vergegenwärtigen, dass das Werk in seiner Erstfassung, Uraufführung 1841 in Leipzig, der frühen schöpferischen Hochperiode Schumanns angehört. Alle Teile sind gleichmäßig von Erfindungskraft durchflutet, in jedem Satz herrscht der romantische Enthusiasmus der frühen Kompositionen. Johannes Brahms zog die duftige Orchestrierung der Originalfassung der späteren verdickten und grelleren Überarbeitung aus Schumanns Düsseldorfer Zeit vor. Die Uraufführung der heute gebräuchlichen 2. Fassung erfolgte im Mai 1853 anlässlich des Niederrheinischen Musikfestes in Düsseldorf. Niemals vorher und danach erlebte der Komponist eine derart herzliche Aufnahme eines seiner Werke beim Publikum.

Konzert am 11. Juni

Der am 22. September 1986 geborene Geiger Valery Sokolov gab 1997 sein erstes Konzert mit Orchester. Zwei Jahre später erhielt er den Sonderpreis beim berühmten Sarasate-Wettbewerb. Viele Auszeichnungen bis zum Gewinn der Goldmedaille beim Enesco Violin-Wettbewerb 2005 sollten noch folgen. Zwei Jahre zuvor war Valery Sokolov der internationale Durchbruch mit einer sensationellen Wiedergabe des Beethoven-Violinkonzerts 2003 in London da bereits gelungen.
Sein einziges Violinkonzert schrieb Tschaikowsky innerhalb weniger Wochen im Frühjahr 1878 in Clarens am Genfer See. Dieses in der Interpretation von  Valery Sokolov  zu hörende Werk ist eines der bedeutendsten Solokonzerte des 19. Jahrhunderts. In keinem Moment geht die enorme Virtuosität des Werks auf Kosten der musikalischen Aufrichtigkeit und Seelentiefe. Dass der als westlich verpönte Tschaikowsky sein Violinkonzert als originär russisch bezeichnet, weist unmittelbar auf den Charakter des Werkes, angesiedelt zwischen dem Seelen-Seismogramm der Canzonetta und den schroffen rhythmischen wie dynamischen Härten des Finalsatzes. Die für Tschaikowskys Ästhetik so entscheidenden emotionalen Zwischentöne waren freilich gerade in Westeuropa Anlass für beißende, ja üble Polemik. Nach der Wiener Erstaufführung 1881 entgleiste der damalige Kritiker-Papst Eduard Hanslick mit der Frage, ob es Musik gäbe, „die man stinken hört“; angesichts des dauerhaft durchgesetzten Werks ein lächerliches und ärgerliches Kuriosum.
Richard Strauss’ Tondichtung „Don Juan“ - nach der fragmentarischen Dichtung von Nikolaus Lenau - für großes Orchester wurde 1889 in Weimar uraufgeführt. Weder vom literarischen Programm her noch aus persönlichen Anlässen, etwa der Liebe zu seiner späteren Frau, lässt sich die Inspiration dieses jugendlichen Meisterwerks erschöpfend erklären. Faszinierend die Sturm-und-Drang-Geste des weit gespannten Beginns, die Ausstrahlung überrumpelnder Sinnlichkeit und das beispiellos reiche melodisch-thematische und kontrapunktische Leben des Tonsatzes. Formal ist das Ganze ein Rondo mit durchführungsartigen Abschnitten. Don Juan wird mit zwei Themen vorgestellt, von denen das erste etwas vorwärts stürmend, das zweite, von den Hörnern vorgetragen, schwelgerisch anmutet. Drei Frauentypen (schwärmerisch hingebungsvoll – leidenschaftlich – sentimental) werden eigene Themen zugeordnet. Auf dem Höhepunkt bricht der Taumel jäh ab, analog zu den Lenauschen Versen: „Es war ein schöner Sturm, der mich getrieben / Er hat vertobt und Stille ist geblieben.“ Stets endet das bedenkenlose Bekenntnis zum „Genuss ohne Reue“ in Untergang und Nichts.
In seiner „Rosenkavalier“ – Suite op. 59 von 1945 lässt Richard Strauss die hinreißende Melodienfülle und unwiderstehlichen Walzerpantomimen seiner populärsten Oper nochmals aufblühen. Ein herrliches Saison-Finale!

Hans Rueda     






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