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Ausgabe: Nr. 275 (6/2017) vom 22. März - 4. April 2017
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Rossen Milanov leitet am 19.11. anstelle von Lü Jia das Sinfonieorchester von Teneriffa

Konzertsaison des OST eröffnet mit Brahms’ Erster Sinfonie

Auch wer des Spanischen mächtig ist, wird schwer begreifen oder gar nicht, was denn nun „Principal Director Invitado“ bedeutet, als welcher Lü Jia im Programm-Prospekt der neuen Konzertsaison des OST jetzt ausgewiesen ist.



Fotogalerie
11.11.2010 - Teneriffa - Bisher war Lü Jia Chefdirigent des Orchesters. Ist er als solcher nur noch „Invitado/Gast“?  Über seinem Foto im Prospekt prangt jetzt das des alt bewährten Victor Pablo Pérez als „Director honorario“. Das Konzert zur Saisoneröffnung am 12. November wird Lü Jia zwar dirigieren, das Konzert am 19. November aber hat er abgesagt. Wir erfuhren, er habe für den Tag eine Einladung zu einem Konzert für die UNO in N.Y. City erhalten. Erhalten  wir uns einfach die Freude an der herrlichen Musik der beiden Abende im Auditorium.
Als Ersatz für Lü Jia konnte man Rossen Milanov verpflichten, der das gleiche Programm dirigieren wird. Das ist anerkennenswert und bedeutete Mühe für das Orchesterbüro. Rossen Milanov, geboren in Sofia, und in seinem Heimatland Bulgarien 2005 als Musiker des Jahres ausgezeichnet, hat auf der ganzen Welt bedeutende Orchester geleitet, auch in Spanien schon dirigiert. Besonders häufig arbeitet der Maestro in den USA, und dort meist mit dem Philadelphia Orchestra, einem der „Big Five“ des Landes.

12. November

Nach Verdis Ouvertüre zur Oper „Die Sizilianische Vesper“ und einem Gitarren-Konzert von Miguel Angel Linares Pineda folgt als erstes Highlight der Saison die Erste Sinfonie von Johannes Brahms. Ihre Entstehungszeit erstreckte sich über 14 Jahre, bis sie am 4. November 1876 von der Großherzoglich Badischen Hofkapelle Karlsruhe uraufgeführt wurde. Bei allen vier Brahms-Sinfonien ergeht es uns beim Hören ja immer gleich: Würden wir danach gefragt werden, wäre die gerade  letztgehörte unsere Lieblingssinfonie. Immer noch rätseln wir als ehemals Hamburger auch, wieso die tausendmal von uns gehörte Erkennungsmelodie des „Hamburg Journal“ ausgerechnet ein Bergmotiv sein muss, die berühmte Alphorn-Melodie aus dem vierten Satz von Brahms’ Erster Sinfonie. Da hätte man doch besser etwas aus des wackeren Hamburger Musikmeisters Telemann „Hamburger Ebb’und Fluth“ gewählt oder dergleichen. Ohnehin hatte es den gebürtigen Hamburger Brahms schon früh nach Wien, und Sommers immer in die Berge gezogen, allerdings mit einem für ihn bedeutenden Umweg über das Haus der Schumanns in Düsseldorf. Wer Brahms’ Lebensschicksal kennt, weiß um  die Bedeutung von Clara und Robert Schumann darin. Nach einigen offenen Räumen, und einem Energie sammelnden Aufbau, erscheint auf einmal, ganz klar, als ob schon immer da gewesen, die Alphorn-Melodie, die Brahms einst 1868 Clara Schumann auf einer Karte aus der Schweiz geschickt hatte. Brahms nutzt das Thema als Knotenpunkt des ganzen Werks. Dort lösen sich die lang aufgestauten Spannungen, die vielen Fragen bekommen ihre Antwort. Für den Hörer ist es wie ein Atemzug nach dem langen Warten auf den frischen Wind. Brahms, der sich so oft aufgrund der unglücklichen Beziehung zu Clara Schumann gequält hatte, scheint ihr nun den Satz, ja wenn nicht gar die Sinfonie zu widmen. Oder ist es der lange Prozess im Entstehen dieser Sinfonie, sein persönlicher Umgang mit diesen Problemen, den er hiermit ausdrückt?
 
19. November

Solistin des Konzerts ist die Geigerin Arabella Steinbacher. Sie wurde 1981 als Tochter einer Japanerin und des Musikprofessors Alexander Steinbacher in München geboren. Wer sie vor einigen Jahren bei ihrem damaligen Konzert auf Teneriffa hörte, wird es nicht vergessen haben. Zweimal bereits mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet in ihrer noch jungen Karriere, zählt sie zur ersten Riege der Geigerinnen unserer Zeit. In diesem Jahr erschien gerade ihre CD mit den beiden Violinkonzerten von Béla Bartók mit dem Orchestre de la Suisse Romande unter Marek Janowski. Mit dem ersten der beiden, komponiert 1907 - 1908, ist sie nun zu hören. Mit diesem 1. Violinkonzert hat es eine fast unheimliche Bewandtnis: Den 1881 geborenen Ungarn Béla Bartók erfasste eine unglückliche Neigung zu der knapp 20-jährigen Geigerin Stefi Geyer. Ihr widmete er das Konzert und schenkte ihr die Partitur. Stefi Geyer spielte das Konzert nie öffentlich und hielt das Manuskript beinahe ein halbes Jahrhundert unter Verschluss. Während dieser Zeit bekam niemand die Partitur zu Gesicht, sie galt sogar zeitweise als verschollen. Wenige Jahre vor ihrem Tod beschloss Stefi Geyer, dass das Werk nach ihrem Tod aufgeführt werden solle, und sie vertraute ihr Geheimnis dem Schweizer Dirigenten und Mäzen Paul Sacher an. Stefi Geyer starb 1956, elf Jahre nach Bartóks Tod 1945 in der New Yorker Emigration. Die Partitur wurde Paul Sacher überreicht, und das wiederum brachte ein merkwürdiges Zusammentreffen ans Licht: Das „Stefi-Motiv“ Bartoks aus drei Terzen (D – Fis – A – Cis) war identisch mit dem zentralen Motiv in Willy Burkhards 1943 vollendetem, Stefi Geyer und Paul Sacher zugeeigneten Violinkonzert. Béla Bartók war später mit Paul Sacher befreundet. Sein 1. Violinkonzert wurde erst 1958 uraufgeführt.
Im Jahr 1943 schrieb Bartók schon in New York sein vielleicht bekanntestes Stück, das „Konzert für Orchester“, das ebenfalls an diesem Abend zu hören ist. Es zählt zu den beliebtesten und zugänglichsten Werken Bartóks. In ihm verschmelzen die verschiedensten Kompositionstechniken, und es handelt sich wohl um eines der am brillantesten instrumentierten Musikstücke aller Zeiten. Bartók nannte dieses aus einer Reihe von Stücken bestehende Werk deshalb ein Konzert und nicht Sinfonie, weil die einzelnen Instrumente eher solistisch und virtuos behandelt werden.
Das dritte Werk des Abends sind die „Tänze aus Galantha“ von Bartóks ungarischem Landsmann  Zoltán Kodály, geboren 1882, ein Jahr nach seinem Kollegen. Die Legende will, dass Kodály die Melodien dieses unwiderstehlich mitreißenden Werks bei ungarischen Bauernfesten gefunden haben soll. Zwar war auch Kodály wie Bartók über Land gezogen, um die Melodien seines Volkes aufzuschreiben und damit zu bewahren. Doch neuere Forschungen kommen zu der Überzeugung, dass der Komposition geschriebene Noten zugrunde liegen. Uraufgeführt wurde das Werk im Jahr 1933. Es bot sich an und wurde getan: Zur Musik erfand man eine Handlung. Die Ballett-Fassung wurde 1954 in München erfolgreich uraufgeführt. Zoltán Kodály starb 1967 in Budapest.

Hans Rueda  






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