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Ausgabe: Nr. 274 (5/2017) vom 8. - 21. März 2017
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Sinfonieorchester von Teneriffa – 10. und. 17. Dezember im Auditorio in Santa Cruz

Windsor’s lustige Weiber – wienerisch-britisch serviert

Wenn Maestro James Judd am Dirigentenpult den Stab zum Konzertbeginn hebt, leitet er damit zwei Musikabende britischer Prägung ein. Es sind die letzten des „OST“-Sinfonieorchesters im Auditorium von Santa Cruz in diesem Jahr. Der Brite James Judd ist einer der renommiertesten Dirigenten unserer Zeit und gastiert regelmäßig auf Teneriffa. Ein Glücksfall im Kulturleben der Insel.



Fotogalerie
09.12.2010 - Teneriffa - Konzert 10. Dezember

Zu Beginn die Ouvertüre des 1810 im preußischen Königsberg geborenen Otto Nicolai zu dessen großem Opernerfolg „Die lustigen Weiber von Windsor“. Das Opernlibretto basiert auf William Shakespeares gleichnamiger Komödie. Die Uraufführung 1849 im Königlichen Opernhaus zu Berlin erlebte Otto Nicolai noch. Wenig später verstarb er viel zu früh. Neben dieser auch heute noch öfters aufgeführten Oper voll blühender Melodien und von musikalisch hintersinnigem Witz, wie die Weiber von Windsor es dem lüsternen Dickbauch Falstaff lustig besorgen, ist deren Komponist Nicolai auch noch als Gründer der „Wiener Philharmoniker“ im Gedächtnis der Musikwelt erhalten. Otto Nicolais erfolgreiche Jahre musikalischer Tätigkeit in Wien gaben seinem Meisterwerk glanzvoll Gepräge.
Weiter geht es im Konzert mit Sir John Falstaff, dem „fat knight“, dessen pralle Lebensgier zur Zeit Heinrichs des Vierten von England nach Shakespeare auch die Tondichter inspirierte. Verdi veröffentlichte mit seiner letzten Oper „Falstaff“ 1893 eine eigene Bearbeitung des Stoffes, gefolgt vom Briten Sir Edward Elgar mit seiner sinfonischen Studie „Falstaff“, uraufgeführt 1913. Dieses Werk ist nun am 10. Dezember zu erleben. Es ist ein „Sinfonisches Gedicht“ in der Tradition der Tondichtungen von Franz Liszt und Richard Strauss. Edward Elgars Falstaff-Portrait war nach Meinung des Komponisten dessen bestes Orchesterwerk. Es blieb in der Publikumsgunst jedoch weit hinter anderen Elgar-Hits zurück. Außergewöhnlich viele Schallplatteneinspielungen davon bestätigen wiederum die hohe Meinung Edward Elgars  .
Zum Finale ist die 5. Sinfonie des Engländers Ralph Vaughan Williams zu hören, ein Werk das zwischen 1938 und 1943 entstand. Stilistisch kehrte Williams damit zum romantischen Stil seiner frühen Jahre zurück. Er widmete die Sinfonie dem großen Jean Sibelius, allerdings „ohne Erlaubnis“. Dieser hörte sie in Stockholm und schrieb, dass die Widmung ihn stolz und dankbar gemacht habe: „Ein hervorragendes Werk!“ Das war von dem knorrigen Finnen vorher kaum zu erwarten gewesen.

Konzert 17. Dezember

Am Pult steht der bisherige Chefdirigent des „OST“, Maestro Lü Jia. Klaviersolist in Frédéric Chopins 1. Konzert in e-Moll ist der 1978 auf Gran Canaria geborene Pianist Iván Martín, einer der brillantesten Künstler der spanischen Musikszene.
Chopins zwei Klavierkonzerte, das in f-Moll op. 21 und sein im Konzert zu hörendes op. 11, sind in unmittelbarer zeitlicher Nähe entstanden. Es gilt als gesichert, dass das Konzert in f-Moll eigentlich sein erstes Klavierkonzert gewesen ist, das Nr. 1 somit sein zweites. Warum sie indessen in umgekehrter Reihenfolge veröffentlicht wurden, ist bis heute nicht ganz geklärt. Der gerade einmal 20 Jahre alte Chopin spielte den Klavierpart bei der Uraufführung seines e-Moll-Konzerts 1830 in Warschau selbst. Im gleichen Jahr noch ging er nach Paris und sollte seine polnische Heimat nie wieder sehen. Der wie Otto Nicolai 1810 geborene Chopin verstarb ebenfalls wie dieser bereits 1849. Auch ein Aufenthalt zuvor im winterlich kalten Mallorca hatte dem bereits kränkelnden Komponisten keine gesundheitliche Besserung gebracht. Unverrückbar ist hier unsere Meinung, dass ein Aufenthalt besser auf Teneriffa als Insel des Ewigen Frühlings Chopins Leben verlängert hätte, und wir uns heute nicht nur mit zwei der größten  Wunderwerke romantischer Klavierkunst aus seiner Feder begnügen müssten. Im harten Wettbewerb des Qualitätstourismus sei dieser Hinweis Teneriffas Fremdenverkehrsamt zur werblichen Nutzung gern gegeben.
Zwei Werke des Böhmen Antonín Dvorák (1841 – 1904) stehen auf dem Programm des Konzerts am 17. Dezember: die Konzertouvertüre „Karneval“ op. 92 von 1891, und seine 8. Sinfonie, beauftragt von der Philharmonischen Gesellschaft in London. Mit dieser war Dvorák seit einigen Jahren schon in gutem Kontakt gewesen. Ungeduldig wartete man dort auf Dvoráks 8. Sinfonie, und aus New York hatte schon das neue Konservatorium beim Komponisten angefragt, ob er dort nicht einen Lehrauftrag annehmen möchte. Dies tat er dann auch und ging für einige Jahre nach Amerika.
Als Dvorák am 8. November 1889 die Partitur seiner „Achten“ fertig geschrieben hatte, fehlte noch die fanfarenartige Einleitung des 4. Satzes, die der unentwegt an Einfällen sprühende Böhme später nachreichte. Noch geschrieben in der „Alten Welt“, sollte diese Sinfonie in Dvoráks Schaffen zu einem Bindeglied werden zwischen der europäischen Tradition, aus der er kam, und den Klängen der „Neuen Welt“, die er schon bald aufnehmen und damit von sich reden machen würde. Die Uraufführung der 8. Sinfonie erlebte Dvorák am 2. Februar 1890 in Prag. Ein strahlendes Werk in G-Dur, mit vielen poetischen Momenten, reich an böhmischer Motivik. Dvorák war zu der Zeit von großartiger Stimmung und von Schaffenskraft erfüllt.

Hans Rueda






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