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Ausgabe: Nr. 274 (5/2017) vom 8. - 21. März 2017
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Lü Jia leitet das OST-Orchester am 25. März und 1. April im Auditorio de Tenerife Adán Martín

Emotionale Hochspannung mit Tschaikowski, Wagner und Schönberg

Peter Tschaikowski war einige Zeit auch als Musik-Kritiker für die „Russischen Nachrichten“ tätig.



Paolo Morena
Fotogalerie© OST
Paolo Morena
24.03.2011 - Teneriffa - Seinem Komponisten-Kollegen Richard Wagner war er nicht sonderlich gewogen: „Meiner Meinung nach ist Wagner vor allem Symphoniker. Doch sein Genie wird durch Tendenz, und seine Inspiration durch Theorien gehemmt, die er sich ausgedacht hat und unbedingt verwirklichen will….Wenn auch das Resultat seiner enormen Arbeit später der Vergessenheit anheimfallen und im verlassenen Bayreuther Theater einen ewigen Schlaf schlafen sollte, so bedeutet der „Ring des Nibelungen“ dennoch ein welterschütterndes Ereignis, ein epochemachendes Kunstwerk“. Freundlich kann man solches nicht nur nennen, wenn Tschaikowski das Genie Wagners dabei auch anerkennt.
Wie sehr sich Tschaikowski im Falle von „Bayreuth“ -  als dem seit 1876 mit der Aufführung von Wagner-Werken unbestritten wichtigsten Musikfestival der Welt - auch irrte, - auch als Symphoniker wäre Wagner tatsächlich einer der ganz Großen geworden, hätte er sich diesem Genre ernstlich denn gewidmet. Davon werden sich die Besucher des Konzerts am 1. April überzeugen können, wenn einige Vorspiele und Instrumentalstücke aus Wagners Bühnenwerken zu erleben sein werden. Im Konzert zuvor, am 25. März, wird neben anderen Werken Tschaikowskis 4. Sinfonie zu hören sein. Auch Tschaikowski musste sich dazu herbe Kritiken gefallen lassen: „Die Sinfonie enthält viele Stellen, die an banale Ballettmusik erinnern“. Er hat sich gegen diese als ungerecht empfundene Kritik heftig gewehrt. Die Zeit gab ihm Recht. Heute zählt diese Sinfonie zu den großen Werken der Musikliteratur.
     
Konzert 25. März

Solist des Abends ist der beliebte Konzertmeister des OST, der Italiener Paolo Morena. Mit dem 2. Violinkonzert op. 44 des am Dreikönigstag („Los Reyes“) 1838 in Köln geborenen Max Bruch, präsentiert sich der sympathische Musiker in einem Werk, das hohe Ansprüche an den Solisten stellt. Max Bruch schrieb es im Jahr 1877 auf Veranlassung des spanischen Geigers Paolo de Sarasate, zehn Jahre nach seinem so erfolgreichen ersten Violinkonzert. In Bezug auf den Auftraggeber schrieb Bruch: „Die Hauptgedanken des Werkes sind Producte der Begeisterung, die seine unbeschreiblich vollkommene Wiedergabe des 1. Concertos in mir erregt hat.“   Die Uraufführung fand am 4. September im Londoner Crystal Palace mit Sarasate als Solisten und Bruch am Dirigentenpult statt. Trotz Bruchs kompositorischer Bemühungen steht dieses Konzert im Schatten des Erfolgs des Violinkonzert-Erstlings. Bruch empfand diesen Welterfolg nach anfänglicher Begeisterung als Belastung, da er die Aufmerksamkeit von seinen anderen Kompositionen ablenkte. Das gilt auch für sein 2. Violinkonzert, einem durchaus gelungenen Werk. Der erste Satz ist ein von der klagenden Violine begleiteter Trauermarsch. Inspiriert hierzu wurde Bruch angeblich nach der Aussage eines Freundes von der Vorstellung einer Frau, die zwischen den Leichen gefa­llener Soldaten auf dem Schlachtfeld herumirrt. Das Adagio (langsam) des ersten Satzes bricht mit der Tradition des im Kopfsatz eines Konzerts sonst üblichen Allegro (schnell). Der zweite Satz, ein instrumentales Rezitativ, enthält thematische Rück- beziehungsweise Vorgriffe auf die Ecksätze des Konzerts und leitet zum Finale über. Es ist ein von Vokalmusik inspiriertes vitales Rondo.
Das Konzert beginnt mit einer Uraufführung „De la Belleza Inhabitada“ (Von unbewohnter Schönheit) des Spaniers Javier Santacreu und endet fulminant mit der Sinfonie Nr. 4 von Peter Tschaikowski. Das Werk wurde 1878 in Moskau uraufgeführt. Wie über den noch späteren Sinfonien Nr. 5 und Nr. 6 liegt auch auf dieser „Vierten“ ein schwer zu definierender Zauber aufrichtiger, intimer menschlicher Aussage. Gegenüber seiner Gönnerin Frau von Meck hat Tschaikowski einen Zusammenhang mit den Wirren seiner kurzen Ehe angedeutet; außerdem wies er darauf hin, „dass es eine ‚Ausdruckssinfonie‘ nach dem Muster von Beethovens ‚Fünfter‘ sei“. Er führte diese Verwandtschaft in erster Linie auf das Einleitungsthema des ersten Satzes zurück, das die Schicksalsgewalt, das „Fatum“ darstellen soll. Weiter erklärt er: „Das Glück ist da! - aber nein  es waren nur Träume“. Den ausgelassenen Trubel eines Volksfestes soll man sich beim letzten Satz vorstellen. „Doch kaum hat man Ablenkung gefunden, meldet sich das unerbittliche Fatum aufs Neue“. Das Schicksalsmotiv des ersten Satzes taucht noch einmal auf, wird jedoch in die ausgelassene Volksfeststimmung hinein gezogen. „Freue dich an der Freude anderer, und du kannst das Leben ertragen“, kommentiert Tschaikowski den Ausklang dieser Sinfonie.

Konzert 1. April

Emotionale Hochspannung ganz anderer Art bieten an diesem Abend die Werke von Richard Wagner und Arnold  Schönberg. Der 1874 in Wien geborene Arnold Schönberg schrieb sein Streichsextett  „Verklärte Nacht“ op. 4 im Jahr 1899 in nur drei Wochen nieder. Die im Konzert zu hörende Fassung für Streichorchester von 1917 revidierte er 1943 noch einmal. Als literarische Vorlage wählte er das gleichnamige Gedicht aus der Sammlung „Weib und Welt“ (1896) von Richard Dehmel. In ihrem expressiven Überschwang ist diese Musik eine typische Komposition der Spätromantik, ist die Beschreibung seelischer Konflikte eines Liebespaars in heller Mondnacht: Die Frau gesteht schuldbewusst, dass sie das Kind eines anderen erwartet; der Mann aber bekennt sich in bedingungsloser Liebe zu ihr und nimmt das fremde Kind als sein eigenes an. Stilistisch knüpft das 30-minütige Werk mit seinem dichten kontrapunktischen Motivgeflecht an Wagners Musikdrama „Tristan und Isolde“ (1865) an, deren ambivalente Alterationsharmonik Schönberg  weiterentwickelt und übersteigert hat. „Verklärte Nacht“ wurde wegen seiner Wagnerianischen Diktion und der gewagten harmonischen Verläufe von der Jury des Wiener Tonkünstlervereins abgelehnt. Heute gehört das Werk zu Schönbergs meistgespielten Stücken.
Nach Schönberg im Konzert dann zu Wagner, der die Musikwelt mit dem gewaltigen Kosmos seiner großen Opern und neuartigen Musikdramen veränderte wie kein anderer vor und nach ihm. Seine gleichzeitig beglückende wie provokante Wirkung lebt bis heute fort. Schon Wagner selbst pflegte Vorspiele und Teile seiner Bühnenwerke in Konzerten aufzuführen. Diese Tradition reicht bis in unsere Tage; besonders die im Konzert zu hörenden Vorspiele und Musikstücke aus und zu seinen Bühnenwerken zählen dazu. Es sind in sich abgeschlossene, ungemein wirkungsvolle Sinfonische Dichtungen: Das Vorspiel zu „Tristan und Isolde“ und „Isoldes Liebestod“ ist eine Studie von emotionaler Hochspannung, Entladung und Entspannung. Atemberaubend hochgezüchtet darin die Chromatik der Motivlinien, „Musik am Rande des Obszönen, die in ihrer Eindeutigkeit verboten werden sollte“, wie Zeitgenossen von Wagner und später noch sich wegen seines „Tristan“ erregten.
Anders dann das Vorspiel zu den „Meistersingern von Nürnberg“, eine kunstvoll kulminierende  Kontrapunktstudie mit einem Geflecht gegensätzlicher und einander sich ergänzender Motive und Themen, die einem festlichen Höhepunkt der Gleichzeitigkeit zustreben.
Geradezu rührend und liebenswert zeigt Richard Wagner sich in seinem „Siegfried-Idyll“, komponiert 1870 für den Geburtstag von Cosima Liszt am 25. Dezember als seiner endlich angetrauten Ehefrau. Parallel zu seiner Arbeit am 3. Akt seines Musikdramas „Siegfried“ entwarf Wagner diese Komposition heimlich als sein persönliches, eigentlich sinfonisches Ständchen. Allerdings konnte die Uraufführung im engen Treppenhaus in der Tribschener  Wagner-Villa von Mitgliedern des Tonhalle-Orchesters Zürich nur in einer Kammerbesetzung stattfinden. Die Musik umschmeichelt den Hörer mit einem unendlichen Klangband eng verwobener Motive. Eine verinnerlichte, träumerische Sinfonische Dichtung. Die Themen entstammen vornehmlich aus dem „Siegfried“ und setzen die Liebe zwischen dem Helden und Brünnhilde beziehungsreich mit Cosima und Richard gleich.

Hans Rueda

Kartenverkauf Auditorio:

www.generaltickets.com
Tel. 902 31 73 27
(Mo-Sa 10:00-19:00 Uhr)
Verkaufsstelle am Auditorio (Mo-Fr 10:00-15:00 Uhr;
Sa 10:00-14:00 Uhr) sowie an Konzerttagen zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn.






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