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Ausgabe: Nr. 276 (7/2017) vom 5. - 25. April 2017
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Sinfonie-Konzerte des OST-Orchesters am 8. und 15. April im Auditorio de Tenerife Adán Martín

Mozart: „Clemenza di Tito“, Beethoven: „Clemenza pour Clement”





Fotogalerie© Orquesta Sinfónica de Tenerife
08.04.2011 - Teneriffa - Konzert 8. April

Das Konzert beginnt mit dem wohl meistgespielten Werk des chilenischen Komponisten Enrique Soro Barriga (1884 -1954) „Aires Chilenos“ aus dem Jahr 1942. Soros Musik hat ihre Wurzeln noch in der romantisch klassischen Tradition. Soro war auch ein großer Pianist und Improvisator. Mit den „Aires Chilenos“ gelang ihm sein beliebtestes Werk, das Zeitgefühl und urtümliche Sprache seines Volkes liebevoll und empfindsam in Musik setzt. In den Konzertprogrammen südamerikanischer Orchester ist diese Tondichtung häufig zu hören. Erstmalig spielt nun auch das Sinfonieorchester von Teneriffa dieses Werk, geleitet von dem peruanischen Dirigenten Miguel Harth-Bedoya.
Solist des Klavierkonzerts Nr. 3 in c-Moll op. 37 von Ludwig van Beethoven ist der 1984 im lettischen Jurmala geborene Pianist Vestard Shimkus. Nicht erst seit dem Gewinn der Bad Kissinger KlavierOlympiade 2007 und zuletzt Barcelona 2009, ist Shimkus begehrter Gast vieler internationaler Orchester. Auf seine Interpretation des einzigen Beethoven-Konzerts in des Komponisten pathetischer Tonart c-moll (vgl. 5. Sinfonie oder die Coriolan-Ouvertüre) darf man gespannt sein. Gleich in den ersten Takten des Orchesters und vor allem bei dem Einsatz des Solisten schlägt Beethoven einen damals völlig neuen, herrischen Tonfall an. Die Rezension des Erstdrucks der Partitur sprach 1805 von der „gründlichen Ausführung“, hob außerdem die neuartige Einheit „in der Absicht auf thematische Arbeit“ hervor und verwies ausdrücklich auf den sinfonischen Anspruch des Werks: „Der Hörer wird zweckmäßig vorbereitet und allmählich hin­über geleitet zum Hören des Höchsten und Entscheidendsten…, denn die spannungsvolle Entwicklung des ersten Satzes und die Durchkreuzung der reihenden Rondoform des Finales durch Partien, die sinfonisch durchführungsartigen Charakter aufweisen, sind geeignet, die Aufmerksamkeit der Zuhörer immer wieder anzuregen.“ Mit dem 3. Klavierkonzert hat Beethoven den rhetorischen Appell seiner ersten beiden Sinfonien auch auf den Bereich des Solokonzerts übertragen: Musik als moralische Instanz. Das Konzert ist Prinz Louis Ferdinand von Preußen gewidmet, der selbst komponierte und mit dem Beethoven freundschaftlich verbunden war. Berühmt ist Beethovens „Lob“, der Prinz spiele nicht „prinzlich oder königlich, sondern wie ein tüchtiger Klavierspieler.“
 Die Sinfonische Suite „Scheherazade“ uraufgeführt 1888 in St. Petersburg, komponierte der 1844 in Nowgorod geborene Nikolai Rimsky-Korsakow nicht nur als Orchesterbilder von vier Märchen aus der berühmten Sammlung „Tausendundeine Nacht“, sondern auch von deren Rahmenhandlung. Obwohl der Komponist seine ursprünglich programmatischen Erläuterungen aus der Partitur streichen ließ, hilft eine Beschreibung der Vorlage zum Verständnis der Musik. In einer kurzen Einleitung charakterisiert ein herrisches Motiv den nach enttäuschter Liebe grausam gewordenen Sultan Schahriar, der jede Frau töten lässt, nachdem sie ihm für eine Nacht gehört hat. Ein zweites, zartes Thema für Solovioline mit Harfenbegleitung beschreibt die kluge Scheherazade, die durch ihre Erzählkunst den Sultan so gut unterhält, dass er, schließlich von seinem Rachewahn geheilt, sie zur Sultanin macht. Die beiden Themen kehren im Verlauf der Sätze immer wieder, wobei das des Sultans zunehmend versöhnlicher klingt. Im ersten Satz erzählt Scheherazade die abenteuerliche Geschichte von Sindbad dem Seefahrer. Die Seefahrterlebnisse des Komponisten 25 Jahre zuvor als russischer Marinekadett bei einer Weltumsegelung mögen ihm geholfen haben, die Gefühle einer großen Fahrt auf dem Meer musikalisch einzufangen. Der 2. Satz handelt vom schelmischen Prinzen Kalender, das bunte Treiben in einem orientalischen Basar wurde mit komponiert. Der junge Prinz und die Prinzessin werden im 3. Satz mit zwei kontrastierenden Themen dargestellt: lieblich-romantisch und verspielt-tänzerisch. Das Programm des Schlusssatzes lautet: Fest in Bagdad; das Meer; das Schiff treibt gegen den Magnetberg und zerschellt. In einem leisen Ausklang verschmelzen die Themen des Sultans und Scheherazades miteinander. „Scheherazade“ weist Rimsky-Korsakow als einen der originellsten und inspiriertesten Orchestratoren seiner Zeit aus und bildet den Schlusspunkt seines sinfonischen Schaffens.

Konzert 15. April

Das Konzert unter der Leitung von Victor Pablo Pérez, Ehrendirigent des „OST“, beginnt mit der Ouvertüre zu Mozarts später Oper „La clemenza di Tito“, einem Auftragswerk aus Prag zu den Krönungsfeierlichkeiten Leopolds II. zum König von Böhmen. Nur äußerste Not zwang ihn, das Angebot anzunehmen. Innerhalb von 14 Tagen war die Oper „Titus“ vollendet. Am 6. September 1791 wurde sie in Prag uraufgeführt. Mozart selber konnte sich für den Stoff dieser „opera seria“ - über welchen Operntyp er längst hinaus gewachsen war – nicht erwärmen. Er tat aber sein Bestes, um ein einfallsreiches und interessantes Werk zu schaffen. Die Ouvertüre gehört zu einigen großartigen Einzelheiten, die Mozart in dem Werk gelangen.
Joseph Haydns Sinfonie Nr. 49 in f-Moll trägt den Beinamen „La Passione“. Dieser bezieht sich auf das Adagio am Anfang, eine letzte Erinnerung Haydns an die alte Kirchensonate. In ruhiger Feierlichkeit schreitet der Satz dahin, nicht ohne gelegentliche harmonische und dynamische Intensivierungen. Das folgende Allegro di molto mit Staccato-Läufen lebt von der unentwegt vorwärts treibenden Bewegung, die auch das Presto-Finale beherrscht. Dazwischen steht ein gravitätisches Menuett. Joseph Haydn hat die Geschichte der Sinfonie ja wesentlich beeinflusst. So machte er mit seinen 104 Werken, die er zwischen 1759 und 1794 komponierte, u.a. die Viersätzigkeit unter Einbeziehung des Menuetts zum sinfonischen Standard. Die Nachwelt hat vielen dieser Sinfonien oft irreführende Namen gegeben, die allein zur besseren Unterscheidung der tonartgleichen Kompositionen aber doch nützlich sind.
Höhepunkt des Konzerts ist der Auftritt der jungen serbischen Violinistin Nemanja Radulovic in Ludwig van Beethovens einzigem Violinkonzert D-Dur op. 61. Nemanja Radulovic spielt seit einigen Jahren für Decca alle großen Violinkonzerte ein, was bei der enormen Konkurrenz der Vielzahl exzellenter „Geigen-Girlies“ viel besagen will.
Das Beethoven-Konzert entstand in der zweiten Hälfte des Jahres 1806, offenbar in recht kurzer Zeit. Es ist eigentlich ein Gelegenheitswerk, das der Meister auf Bitte des Geigers Franz Clement, des Konzertmeisters des „Theaters an der Wien“, komponierte. Auf dem Titelblatt des Manuskripts heißt es denn auch: „Concerto par Clemenza pour Clement“ (Konzert aus Barmherzigkeit für Clement). Die Uraufführung durch Franz Clement hat vor allem durch die Tatsache Berühmtheit erlangt, dass das Konzert erst zwei Tage vor der Akademie am 23. Dezember 1806 fertig wurde – und Clement es dementsprechend praktisch vom Blatt gespielt haben soll. Freilich war er auch ein außerordentlicher Virtuose. Lange galt das Konzert als undankbar, ja geradezu unspielbar. Es ist das Verdienst von Joseph Joachim, der das Werk in der Mitte des Jahrhunderts in zahlreichen europäischen Städten wiederaufführte, es für die musikalische Öffentlichkeit entdeckt zu haben. Dann wurde es allerdings schnell zu „dem klassischen“ Violinkonzert, dem Muster und Vorbild für die großen Gattungsbeiträge der Spätromantiker.                                                                                            

Hans Rueda






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