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Ausgabe: Nr. 276 (7/2017) vom 5. - 25. April 2017
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Eine Konzertkritik von Andreas Knüpffer, Pfr. i.R.

Durch die Jahrhunderte bis zum brillanten „hohen C“

Gabriele Kerscher, Sopranistin und Inhaberin einer Musikschule in München und Markus Höring, Orgelvirtuose, Komponist und Hochschuldozent, ebenfalls aus München, sind sehr diszipliniert. Müssen sie auch sein. Denn beide haben es oft erlebt, dass ihre Schüler und Studenten, wenn sie nicht auf ihre Stimme achten – trotz ihrer Warnung – sehr enttäuscht waren, wenn sie nicht das Konzert singen konnten. Die Wetterbedingungen forderten Disziplin: Regen, Kälte – für Teneriffa ungewöhnlich.



22.03.2017 - Teneriffa -
Die Stimme ist für die Sopranistin ihr Arbeitsmittel und für den Orgelspieler die Hände und Füße. Diese drei (oder fünf) Organe müssen funktionieren. Honig, Orangen und Zitronen waren wirkungsvolle Hilfsmittel.
Auf Einladung der Anglikanischen Gemeinde Teneriffa Nord gastierten Gabriele Kerscher und Markus Höring am 2. März in der Kirche im Taoro-Park in Puerto de la Cruz.
Das Konzert war eine musikalische Reise durch vier Jahrhunderte. Der Beginn, Stücke u.a. von Händel (Lascia chio pianga und Ombra mai fu) und Juan de Cabanilles führten durch das 17. und 18. Jahrhundert. Juan de Cabanilles zeichnete mit dem Stück „Batalla imperial“ eine Schlacht der kaiserlichen Truppen im sogenannten Spanischen Erbfolgekrieg musikalisch nach.
Mozart dominierte den zweiten Teil des Konzertes. Mit dem „Adagio für Glasharmonika“ C-Dur bewies Markus Höring, wie vielseitig die neue Orgel in der Anglikanischen Kirche sein kann.
Besondere Begeisterung löste im dritten Teil das „Ave Maria“ von Camille Saint-Saëns aus, ebenso wie das Musikstück von Edward Elgar „Land of Hope and Glory“ für Orgel. Der Beginn des vierten Teils war eine Welturaufführung von Markus Höring: „Lord`s Prayer“ – ein besonderes „Schmankerl“, in dem Frau Kerscher mit ihrer Stimme das Publikum verzauberte und die Kirche mit einem brillanten „hohen C“ ausfüllte. 
Es folgten Gospelsongs, die auf afrikanische Sklaven zurückzuführen sind, die nach Amerika verschleppt wurden und damit ihren Ängsten und Hoffnungen Ausdruck verliehen. Mit der Zugabe „Summertime“ rundeten die Künstler das Programm ab.
„Die Kirche war voller Musik – wunderbar“ so eine Konzertbesucherin. Sicherlich auch ein Ergebnis der wundervollen Akustik in der Anglikanischen Kirche im Taoro-Park.
„Ich wusste nicht, dass man Boogie-Woogie auf der Orgel spielen kann.“ Sagte ein Konzertbesucher. Ein anderer ergänzte: „Und auch Jazztöne“. Die Künstler begeisterten die Konzertbesucher auf vielfältige Weise.
Zu sagen ist, dass dieses Konzert von der künstlerischen Flexibilität und Darstellung und künstlerischem Können seinesgleichen auf Teneriffa kaum findet. Wir danken den Künstlern für die wunderbare Musik, die sie auf ausdrucksvolle Weise dargeboten haben. 
Die anglikanischen Gastgeber gaben ihrer Hoffnung auf weitere Konzerte nachdrücklich Ausdruck und luden beide wiederholt ein.
Übrigens: Das Hohe „C“ in der Uraufführung des Vaterunsers gelang sowohl in den Proben, als auch im Konzert in glockenklarer, sonniger und fantastischer Weise. 

Andreas Knüpffer, Pfr. i.R.
(Präsident vom Männerchor)





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