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Steinkünstler Sepp Bögle vom Bodensee wird am Tag der offenen Tür Besuchern sein „Steinwunder“ vorführen

Skulpturenpark Los Cardones wird 20 Jahre alt

Manche Kunstwerke sind für eine erhoffte Ewigkeit geschaffen, manche nur für einen gewünschten Augenblick. Diese beiden Extreme können Besucher des Skulpturenparks „Los Cardones“ der Gernot Huber-Stiftung in San Isidro wieder am traditionellen Tag der offenen Tür – am 6. Februar 2011 – erleben.



Fotogalerie
30.01.2011 - Teneriffa - 20 Jahre existiert der Park nun und wächst mit jedem neuen Werk. Doch dieses Jahr kann man beobachten, wie schön Vergänglichkeit sein kann. Der inzwischen vielen Besuchern aus Radolfzell am Bodensee oder Lanzarote bekannte Sepp Bögle wird an diesem Tag hier seine „Steinwunder“ aufstellen. Sepp, Lebenskünstler und Erzähler, türmt Steine übereinander, von denen man nie denkt, dass sie ohne Klebstoff aufrecht stehen bleiben können. Dabei philosophiert er über sich, sein Leben und über uns Menschen unter dem Motto „Leben, eine Frage der Balance“.
Sepp und der Gründer des Parks der Gernot Huber-Stiftung lernten sich vor sechs Monaten in Radolfzell „auf der Mole letzter Baum“, seiner tatsächlichen Postanschrift,  kennen. Dort macht er im Sommer das, was Sie nun auf Teneriffa erleben können, er bringt Steine in eine schwindelerregende Balance. Er und Huber hatten schon voneinander über Dritte gehört, denn im Skulpturenpark existiert seit Jahren eine Steinskulptur mit dem treffenden Titel „Imposible“, weil keiner glauben mag, dass diese Steine nur übereinandergetürmt sind und trotz fehlender Befestigung sogar den verheerenden Wirbelsturm Delta überlebt haben. Besucher erzählten, es gäbe da in Radolfzell einen, der mache so was ähnliches auch. Beide waren sich im Nu sympatisch, was bei Sepp kein Wunder ist, und der Aktionskünstler stimmte einer Einladung zum 6. Februar 2011 zu. Das wird eine echte Überraschung.
Was gibt es sonst Neues über den Park zu berichten? „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“, sagte einst der berühmte Kabarettist und Philosoph Karl Valentin, und genau das trifft auch auf den Skulpturenpark der Gernot Huber-Stiftung in San Isidro auf Teneriffa zu.
1991 errichtete der Bildhauer und Designer Gernot Huber dort seine „Ballerina“ aus Edelstahl, die inzwischen zum Logo-Maskottchen seiner 1997 gegründeten Stiftung wurde. Wie der „Windprofessor“ Friedrich Zastrow von der Uni Bremerhaven einmal errechnete, drehte sie sich seitdem 170.880 Stunden im Wind und damit ein Vielfaches  mehr, als die Räder eines Autos in der selben Zeit.  Da  viele der im Park entstandenen Skulpturen kinetisch, das heißt windbewegt sind, trifft diese Beanspruchung auch auf viele der anderen Kunstwerke zu. Inzwischen überstanden sie Wirbelstürme und die Stürme im letzten Dezember und litten darunter. Das erfordert die erwähnte Arbeit, um immer für die Besucher attraktiv zu bleiben, und die ist nicht einfach an örtliche Handwerker zu übertragen.

Wie das Gesamtkunstwerk entstand

Als Gernot Huber nach seiner Designertätigkeit rund um den Globus diesen abgelegenen, naturbelassenen Platz im Süden Teneriffas im Jahre 1984 fand, war an die Schaffung  dieses inzwischen international bekannten Gesamtkunstwerkes noch nicht zu denken. Er musste für den Erwerb von inzwischen acht Hektar Land eine spanische SL gründen, denn Ausländer durften zu dieser Zeit höchstens 2000 Quadratmeter besitzen. Das Land kaufte er innerhalb von zehn Jahren von mehreren Erbengemeinschaften mit den entsprechenden Schwierigkeiten zusammen.
Im Jahre 1990 beendete er dann seine internationale Designertätigkeit, die ihm immerhin die Gelegenheit geboten hatte, diese Anschaffung zu schultern. Sein Vater hatte zu Beginn seines Kunststudiums erschrocken bemerkt, er läge ihm dann wohl zeitlebens auf der Tasche. Um das zu vermeiden, gründete Huber in Hamburg mit seiner inzwischen an einem Krebsleiden verstorbenen Frau Gisela ein Designatelier mit der Produktion seiner eigenen Werke, doch dessen sich rasch einstellender Erfolg ließ für die freie Kunst kaum mehr Raum. 1990 hatte er als Designer alles entworfen, was er sich als Kind schon erträumt hatte und als Lehrbeauftragter auch an die nächste Generation weitergegeben. Nun wollte er endlich nur noch für sich in seinen eigenen Anwesen in der Nordheide und auf Teneriffa  Skulpturen wie einst  Bäume pflanzen. Die Insel Teneriffa lernte er 1963 bei einer seiner häufigen Geschäftsreisen nach Afrika kennen. Hierher verschickte sein Vater als Arzt seine älteren Patienten des Klimas und vor allem des fast ständig gleichbleibenden Luftdrucks wegen mit der Bemerkung, hier ihr Leben in Gesundheit um viele Jahre verlängern zu können. Das hat sich offenbar auch bei Huber bewahrheitet, denn mit seinen 81 Jahren schafft er noch immer jährlich einige eigene Werke in einem seiner beiden Parks, und wer die Dimensionen von bis zu 10 x 10 x 7 Metern gesehen hat, ist schon erstaunt.
Inzwischen macht die Pflege in Verbindung mit den häufig fälligen Restaurationen immer mehr Arbeit, denn seit 1997 hat er die Parks in seine gemeinnützige Gernot Huber-Stiftung überführt und unterstützt seitdem junge Künstler durch Arbeitsstipendien sowohl hier auf der Insel als auch in Deutschland. Meist sind die Kunststudienabgänger nur so in der Lage,  ihre oft gigantischen Ideen  zu verwirklichen. Nur die Besten wurden dafür auserkoren, so dass sich die Kunstparks zu einer beeindruckenden Sammlung zeitgenössischer Werke mit rund 200 Arbeiten entwickelt hat und daher nicht nur Kunstbegeisterte aus aller Welt anziehen, sondern auch von Politikern wie dem Inselpräsidenten Ricardo Melchior oder dem Deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff bewundert wurden. Dieser hob bei seinem Besuch hervor, dass hier für die kunstinteressierten Besucher verständliche Kunst gefördert wird, was heute nicht mehr selbstverständlich ist.
Auf Teneriffa fügen sich die Kunstwerke ganz natürlich in die ursprünglich belassene südliche Landschaft mit jahrhundertealten Euphorbien ein und machen den Park auch dadurch zu einer botanischen Rarität, denn so entstand auf der Insel zwischen den umliegenden Vulkankegeln der einzige Themenpark mit unveränderter Natur mit vielen schon fast ausgestorbenen Pflanzen.
Bei der Erhaltung  dieses Anwesens wird Gernot Huber neuerdings von einer rührigen Frau unterstützt, die er dazu bewegen konnte, ihr Hotel auf La Gomera an ihren Sohn zu übergeben und nun voll in die Stiftungsarbeit integriert ist, die sie schon als Freundin von Gernot Hubers erster Frau kennenlernte. Inzwischen trägt Frau Ina auch den Namen Huber.
Schon 13 Jahre hat Huber  seine Parks der Öffentlichkeit an Tagen der offenen Tür oder für Gruppen nach telefonischer Anmeldung zugänglich gemacht, und wer sich als Besitzer seines Buches „Kunst zwischen Kiefern und Kakteen“ vorstellen kann, erhält auch schon einmal eine Extraführung. Bekannt geworden ist der Park nicht nur durch die örtlichen Reiseführer wie Dumont oder Baedeker, sondern auch durch Fernsehfeatures wie den vom WDR „Wunderschönes Teneriffa“ mit Tamina Kallert.
Bisher war noch kein Besucher enttäuscht, und Gernot Huber sagt beim Signieren seines Buches immer: „Wenn  Sie sich bei der Lektüre langweilen, dürfen sie es gegen Erstattung des Kaufpreises wieder zurückgeben“, was allerdings bisher noch nie vorkam.
Von der Schönheit dieser Urlandschaft mit den bewegenden und bewegten Kunstwerken und dem eigenwilligen Natursteinhaus im Zentrum können Sie sich ohne Voranmeldung am ersten Sonntag im Februar wieder bezaubern lassen.
 
Anfahrt:

Anfahrt über die Südautobahn, Ausfahrt 22 San Isidro. Zweihundert Meter vom Ortsende von San Isidro Richtung Granadilla, bei km 5,1 links Einfahrt bei einem weißen Stein. Geöffnet am Sonntag, dem 6. Februar 2011 von 14.00 bis 18.00 Uhr, sowie für Gruppen nach Vereinbarung über Telefon 922 772 331.
Infos und Anfahrtsplan auch unter  www. Gernot-Huber-Stiftung.de
Eintritt gegen eine Spende von 10 Euro für den künstlerischen Nachwuchs.
Jugendliche frei.






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