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Ausgabe: Nr. 272 (3/2017) vom 8. - 21. Februar 2017
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Unterwasserkünstler Jason deCaires Taylor stellt Skulpturen seiner Reihe „The Rising Tide“ an der Küste von Lanzarote aus

Die steigende Flut – Betrachtungen über die Zukunft der Menschheit

„Die Menschheit muss entscheiden, welche Richtung sie einschlägt“, reflektiert Bildhauer Jason deCaires Taylor über sein Werk „The Rising Tide“ – die Steigende Flut –, von dem seit Anfang September mehrere Skulpturen zu Füßen des Museums für zeitgenössische Kunst beim Hafen von Arrecife im Wasser stehen. Die Installation soll ein Aufruf sein, den Klimawandel zu stoppen und die Gefahr seiner Auswirkungen zu erkennen und folglich die weitere Nutzung fossiler Energiequellen in der Zukunft infrage zu stellen.



Anfang September wurden die vier Skulpturen vor dem Castillo de San José zu Wasser gelassen; kein einfaches Unterfangen, denn jedes der gewaltigen Pferde wiegt an die acht Tonnen.
Fotogalerie© Jason deCaires Taylor
Anfang September wurden die vier Skulpturen vor dem Castillo de San José zu Wasser gelassen; kein einfaches Unterfangen, denn jedes der gewaltigen Pferde wiegt an die acht Tonnen.
21.09.2016 - Lanzarote -
Zwei hoch zu Ross sitzende männliche Figuren symbolisieren die Macht der Geschäftswelt über die Ressourcen, während zwei weitere Pferde Kinder tragen. Sie stehen für die zukünftigen Generationen, die mit den Auswirkungen der Ressourcenplünderung zurechtkommen müssen. „Wir sollten entscheiden, in wessen Hände wir unsere Zukunft legen; in die von Geschäftsmännern oder in die von Kindern“, so deCaires über seine Installation. 
Mit den vier gewaltigen Reiterdenkmälern überraschte der auf Lanzarote lebende Künstler schon im September letzten Jahres Spaziergänger entlang der Themse. Mit seiner Installation „The Rising Tide“ nahm er auf Einladung der Londoner Stadtverwaltung 2015 am „Totally Thames Festival“ teil. Die vier berittenen Pferdeskulpturen am Ufer der Themse tauchten wie Geisterreiter bei Ebbe aus dem Wasser auf.
Nun sind die Betonpferde, deren Köpfe Erdölförderpumpen nachempfunden sind, neuer Bestandteil des Museo Internacional de Arte Contemporáneo auf Lanzarote. „Sie zeigen uns, wie klein wir doch in der Natur sind. Wir können die Wellen, die über uns hereinbrechen und die Gezeiten, die uns überfluten und wieder freigeben, nicht beherrschen“, sagt der britische Künstler weiter über sein Werk.

Der Künstler

Der 1974 in Dover geborene Sohn eines Briten und einer Guyanesin wuchs in Europa und Asien auf, wo er schon in seiner Kindheit in Malaysia die Schönheit von Korallenriffen entdeckte.
Nach seinem Kunststudium in London und einer abgeschlossenen Ausbildung als Tauchlehrer widmete er sich zunächst der Unterwasserfotografie. 2006 schuf er vor der Karibikinsel Grenada sein erstes Unterwassermuseum, das heute von National Geographic als eines der „Top 25 Weltwunder“ gelistet wird. Fünf Jahre später wurde an der Küste von Cancún in Mexiko das von ihm mit 400 lebensgroßen menschlichen Skulpturen gestaltete MUSA (Museo Subacuático de Arte) eröffnet. 2014 wurde in Gewässern der Bahamas die bislang größte Skulptur von Jason deCaires im Meer versenkt; „Ocean Atlas“ ist fünf Meter hoch und wiegt über 60 Tonnen.
Im Januar 2016 wurde im Süden Lanzarotes das erste Unterwassermuseum Europas eröffnet. Das von Jason deCaires Taylor gestaltete „Museo Atlántico“ beherbergt bislang 60 Skulpturen, weitere sollen noch im Laufe dieses Jahres hinzukommen.
Die Zement-Figuren von Jason deCaires Taylor werden aus einem nachhaltigen PH-neutralen, porösen Material gefertigt, an dem Korallen und andere Meeresbewohner wachsen und so das Kunstwerk vollenden können.






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