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Ausgabe: Nr. 274 (5/2017) vom 8. - 21. März 2017
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Das Stadion des UD Las Palmas glich einem Schlachtfeld

Radikale Fans bringen ihre eigene Mannschaft um den Aufstieg

Am 22. Juni ging es für den Fußballclub UD Las Palmas sozusagen um die Wurst. Der Verein, der eine gute Saisonleistung abgeliefert hatte, spielte gegen Córdoba um den Aufstieg in die erste Liga. Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit schoss Las Palmas ein Tor, und bis kurz vor Schluss führten die Canarios. Doch anderthalb Minuten vor Abpfiff stürmten Fans das Spielfeld und sorgten für danteske Szenen, die spanienweit die Nachrichtensendungen füllten. In der letzten Sekunde erzielte Córdoba ein Tor und verhinderte Las Palmas damit den Aufstieg.



Auch nach Spielende ereigneten sich hässliche Szenen. Die radikalen Fans gerieten vollkommen außer Kontrolle und griffen u.a. die gegnerischen Spieler an.
Fotogalerie© EFE
Auch nach Spielende ereigneten sich hässliche Szenen. Die radikalen Fans gerieten vollkommen außer Kontrolle und griffen u.a. die gegnerischen Spieler an.
07.07.2014 - Gran Canaria - Antonio Galdeano Benítez „Apoño“ hatte eine überlegene UD Las Palmas in der 48. Minute in Führung gebracht. Die Nachspielzeit hatte schon begonnen, und es fehlten nur noch anderthalb Minuten bis zum Schlusspfiff, Sieg und Aufstieg schienen sicher, da stürmten plötzlich rund 200 Fans aufs Spielfeld und zwangen den Schiedsrichter José María Sánchez Martínez zur Spielunterbrechung. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Fans zehn Minuten lang gegen eines der Eingangstore gehämmert hatten, das sich schließlich öffnete oder geöffnet wurde. Ohne Eintrittskarte und ohne auf gefährliche Gegenstände untersucht worden zu sein, rannten sie auf das Spielfeld und lieferten sich  Rennen mit den Sicherheitskräften, die neben den anwesenden Polizisten vollkommen überfordert waren. Der Schiedsrichter drohte bereits mit der Suspendierung des Spiels; die Spieler von Las Palmas selbst versuchten die Fans davon zu überzeugen, das Feld  wieder zu verlassen.
Mehr als zehn Minuten nach der Unterbrechung konn­te das Spiel endlich wieder aufgenommen werden. Doch die lange Pause hatte die Heimspieler aus dem Rhythmus gebracht, und die Kicker aus Córdoba nutzten ihre Chance. In der letzten Minute schoss Ulises Dávila den Ball ins Tor und seine Mannschaft nach 42 Jahren in die erste Liga zurück – unter den fassungslosen Blicken Tausender Fans und der Spieler, die nur hilflos zuschauen konnten.
Sofort nachdem das Tor gefallen war und ohne das Spiel abzupfeifen, verließen die drei Schiedsrichter fluchtartig das Spielfeld. Was nun folgte, waren nahezu groteske Szenen. Sowohl die einheimischen als auch die Gastspieler flüchteten vor den heranstürmenden Fans, die vollkommen außer Kontrolle gerieten. Einige rissen ihren Spielern fast die Trikots vom Leib, andere setzten den Gegnern mit Tritten zu. Von den Tribünen regnete es Gegenstände von den erbosten Fans, welche die Eindringlinge bezichtigten, den Aufstieg  verhindert zu haben. Anhänger des Vereins prügelten sich. Polizei- und Sicherheitskräfte verfolgten die Randalierer, die eine Spur der Verwüstung hinterließen. Bänke und alles, was nicht vollkommen fest verankert war, wurde herausgerissen.
Erst eine Stunde nach Spiel­ende war das Stadion leer und die Córdoba-Spieler konnten aufs Spielfeld zurückkehren, um mit ihren Anhängern den Aufstieg zu feiern.
Währenddessen äußerten sich der Trainer und einige Spieler von Las Palmas gegenüber der Presse. Trainer José Moreno Verdú erklärte, die Fans, welche auf das Feld gestürmt und die Spieler aus dem Rhythmus gebracht hätten, „stehen nicht für diesen Club und dieses Wappen“. Für das Team sei es ein „sehr schwerer“ Tag. David Olmar Rodríguez fand klare Worte und schimpfte, „vier Idioten haben eine ganze Insel um ihren Traum gebracht“. „Das Spiel war unter Kontrolle und diese Leute, die die ganze Saison über nicht ins Stadtion gekommen sind, die jetzt nur gekommen sind, um sich zu betrinken und Unruhe zu stiften, haben uns tödlich getroffen.“

Das „Nachspiel“

Bereits am nächsten Tag forderten viele Fans, dass die Randalierer – scheinbar größtenteils Minderjährige – identifiziert und zur Verantwortung gezogen werden. In den sozialen Netzwerken kursierten Videos und Fotos, es gab Beschimpfungen und sogar unschöne und angsteinflößende Drohungen gegenüber denjenigen, die von vielen Fans dafür verantwortlich gemacht werden, dass Las Palmas nicht aufgestiegen ist.
Die Nationalpolizei verwies in einem Bericht auf Sicherheitsmängel seitens des Vereins. So sei das Stadion überfüllt gewesen, die Ränge überbesetzt. Die Polizei bemängelte die vorzeitige Öffnung des Eingangstores und das Versäumnis, das Spielfeld durch eine geschlossene Kette aus Sicherheitskräften abzuschirmen, wie es bei solchen bedeutenden Spielen üblich ist. Weiterhin hätten die Fans über die digitale Anzeigetafel sofort zum Verlassen des Spielfeldes aufgefordert werden müssen. Clubpräsident Miguel Ángel Ramírez wurde öffentliche Aufhetzung vorgeworfen, weil er nach dem Spiel den Fans gegenüber die Schuld an der Spielunterbrechung der Polizei gegeben hatte, die infolgedessen von einigen Randalierern angegriffen wurde. Ramírez, Eigentümer der zuständigen Sicherheitsfirma, zog diese Anschuldigung am nächsten Tag wieder zurück.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun in zahlreichen Fällen wegen Diebstahls, Körperverletzung und Störung der öffentlichen Ordnung.






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