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Ausgabe: Nr. 274 (5/2017) vom 8. - 21. März 2017
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Die Bajada de la Virgen de los Reyes – ein Tag voller Emotionen

Das Gelübde und Tausende Dankesversprechen wurden erfüllt

Vier Jahre lang hatten Herreños in aller Welt dem 6. Juli 2013 entgegengefiebert, um ihre Schutzheilige, die Virgen de los Reyes, wieder auf der Prozession von La Dehesa nach Valverde zu begleiten (das Wochenblatt berichtete). In diesem Jahr nahmen über 30.000 Personen den 28 km langen Marsch quer über die Insel auf sich. Dabei erfüllten sie ein bereits 1741 abgelegtes Gelübde zu Ehren der „Madre Amada“, der geliebten Mutter.



Unter strahlend blauem Himmel vereinten sich über 30.000 Hirten, Musikanten, Tänzer und Pilger auf der Ebene Cruz de los Reyes, um die Schutzheilige, die „geliebte Mutter“, die Virgen de los Reyes, zu ehren.
Fotogalerie© EFE
Unter strahlend blauem Himmel vereinten sich über 30.000 Hirten, Musikanten, Tänzer und Pilger auf der Ebene Cruz de los Reyes, um die Schutzheilige, die „geliebte Mutter“, die Virgen de los Reyes, zu ehren.
20.07.2013 - El Hierro - Der Tag war geprägt von Emotionen und bewegte angesichts dieser Glaubensbekenntnisse und ehrlichen Gefühle selbst die Fernsehzuschauer, die über das Regionalfernsehen das Ereignis live mitverfolgen konnten.
Pünktlich um 5 Uhr morgens begann die Eucharistie in der Kapelle der Virgen de los Reyes in La Dehesa, bei der Vikar Antonio Hernández kurz noch einmal die Geschichte der Bajada wiedergab und auf deren Bedeutung für die Inselbevölkerung und die Herreños in aller Welt einging. Begleitet unter anderem von Regionalpräsident Paulino Rivero wurde gegen 6 Uhr die Schutzheilige auf einer speziellen Trage von vier Hirten aus der Kapelle gebracht. Es dämmerte bereits, als sich Tausende Pilger gemeinsam mit dem Bildnis der Jungfrau auf den langen Weg machten.
Die Flötenspieler, in Begleitung der Trommler, gaben den Takt an, dem die Bailarines – die rot-weiß gekleideten Tänzer mit dem charakteristischen, von Dorf zu Dorf unterschiedlichen Kopfschmuck – folgten. Noch in Sabinosa wurde von einer jungen Tänzerin mit vor Ehrfurcht und Anstrengung fast atemloser Stimme die erste Loa (eine zu jeder Bajada neu erdachte, individuelle  Lobpreisung in Gedichtform) der Schutzheiligen dargebracht.
Keine Wolke stand am Himmel, und während des Vormittags machte die Hitze den Pilgern zu schaffen. Trotzdem wurde das erste, zwölf Kilometer lange Teilstück schneller bewältigt als geplant, weil die Übergabe der Heiligenfigur von einem Dorf an das nächste Dorf bei den Grenzlinien, den sogenannten rayas, relativ zügig vonstatten ging. Bei früheren Bajadas war es schon des Öfteren zu Verzögerungen gekommen, weil die Flötenspieler des einen Dorfes nicht mit denen des nächsten Dorfes in Einklang kamen – Voraussetzung für die Übergabe der Virgen. Doch oftmals wollten die Flötenspieler die „geliebte Mutter“ einfach nicht so schnell abgeben. In diesem Jahr kam es aber zu keinem Zwist, sodass die Prozession schon kurz nach elf Uhr an der Ebene Cruz de los Reyes eintraf.
Hier fand das große Treffen aller Pilger, Hirten, Musikanten und Tänzer statt – über 30.000 Menschen, darunter in Venezuela, den USA oder Kanada niedergelassene Herreños, füllten die Ebene. Schutzheilige einzelner Dörfer, die in kleineren Prozessionen herbeigetragen wurden, trafen hier ebenfalls auf die Virgen. Unter strahlendblauem Himmel vereinten sich die Menschen, um die Schutzheilige zu ehren.
Alle Bailarines, darunter sowohl Kinder als Senioren, fanden sich zu einem großen, bunten, traditionellen Tanz vor der Virgen zusammen – wohl einer der beeindruckendsten Momente der Bajada. Der Vikar hielt eine Rede, einzelne Inselbewohner lobpriesen mit ihren ganz persönlichen loas die Schutzheilige.
Danach wurden überall Decken ausgebreitet, und die Menschen stärkten sich bei einem Vesper für die zweite Etappe der Prozession. Gegen 14.30 Uhr wurde der Weg fortgesetzt.
Auch alle folgenden Übergaben an den rayas verliefen problemlos, trotzdem traf der Zug erst nach zehn Uhr abends bei der Kirche La Concepción in Valverde ein. Erschöpft aber selig geleiteten die Pilger die Virgen bis zur Tür der überfüllten Kirche, die unter dem Ruf „Viva la Virgen, viva“ aus Tausenden Kehlen einzog. Das Gelübde war erfüllt, viele Dankesversprechen gehalten.
Am Abend des folgenden Tages wurde ein feierlicher Gottesdienst gehalten, für den der Schutzheiligen ihr bestes Gewand in weiß und gold angelegt worden war.
Eine weitere Prozession durch die Dörfer findet am 20. Juli statt, bevor die Virgen am 3. August wieder in ihre Kapelle geleitet wird.
Hervorzuheben ist, dass sich die vielen an der Bajada teilnehmenden Politiker sehr zurückhielten und praktisch in der Masse der Pilger untergingen – keiner wollte auffallen, keiner suchte die Medienpräsenz. Es war vielmehr das Regionalfernsehen, welches zum kurzen Interview mit einem im Gesicht staubigen Paulino Rivero bat, der sich bescheiden im Hintergrund gehalten hatte.
Das große Inselfest zu Ehren der Schutzheiligen hat die stark von der vulkanologischen Krise gebeutelte Inselwirtschaft aufatmen lassen, denn die touristischen Unterkünfte waren dieser Tage komplett ausgebucht. In Bars, Restaurants, Supermärkten und Andenkenläden herrschte reger Betrieb, die Straßen waren voller Leben, Flüge und Schiffsüberfahrten ausgebucht.




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