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Ausgabe: Nr. 275 (6/2017) vom 22. März - 4. April 2017
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Deutsch-Kanarische Korrespondenz aus Berlin

Kanarische Kulturtage in Berlin

So viel Fülle und Attraktion von den Kanaren gab’s lange nicht in Berlin zu erleben. Vom 24. bis 26. Oktober zogen drei kanarische Kulturabende alle Exilcanarios und verfügbaren deutschen amantes der Kanaren in Berlin geradezu magisch an. Lanzarote war dieses Jahr die gastgebende Insel.



Nach der Preisverleihung, v.l.n.r.: Damián Peña Martín, Isidoro Sánchez García, David de la Hoz, Rafael Chaves Beardo, Preisträger Jerónimo Saavedra, Félix Hormiga.
Fotogalerie
Nach der Preisverleihung, v.l.n.r.: Damián Peña Martín, Isidoro Sánchez García, David de la Hoz, Rafael Chaves Beardo, Preisträger Jerónimo Saavedra, Félix Hormiga.
09.11.2013 - Kanarische Inseln - Berlin - Der neu geschaffene „Premio José Clavijo y Fajardo“, den die Deutsch-Kanarische Gesellschaft zusammen mit der Fundación Canarias Clavijo y Fajardo von Lanzarote erstmals verlieh, bringt zum Ausdruck, dass zwischen Deutschland und Spanien nicht nur gute kommerzielle oder touristische Beziehungen bestehen, sondern auch politische und kulturelle. Insofern ist der erste Preisträger, Jerónimo Saavedra Acevedo, eine Persönlichkeit, die sich Zeit seines Lebens dafür einsetzte. Er kam schon rechtzeitig in Kontakt mit Deutschland (1977 Studium an der Universität Köln). Einige Etappen seiner beeindruckenden Karriere als Politiker: Erster Ministerpräsident der Kanaren (1983-1987), später nochmals 1991 bis 1993. 1995-1996 Minister für Bildung und Wissenschaft in Madrid, 2007-2010 Bürgermeister von Las Palmas de Gran Canaria – schließlich ab 2011 und noch heute Ombudsmann des Kanarischen Parlaments.
Mit dem Preis wurden Saavedras langjährige Verdienste um die Förderung des Verständnisses, der Freundschaft und des Dialogs zwischen den Kanarischen Inseln und Deutschland gewürdigt. Damián Peña Martín, Präsident der Deutsch-Kanarischen Gesellschaft Canarias en Berlín, brachte es in seiner Eröffnungsrede auf den Punkt: Was die Kanaren seit über 13 Jahren hier in Berlin und in Deutschland  an kulturellem und sozialem Input leisten, wäre undenkbar ohne die Arbeit Saavedras.
In insgesamt drei Laudatios würdigten die jeweiligen Redner das große Engagement des Preisträgers. Der ehemalige Europaabgordnete der Kanaren, Präsident der Gesellschaft „Canarias en Europa“, Isidoro Sánchez García, skizzierte in seiner Ansprache die Entwicklung Clavijo y Fajardos (1726-1806) zum lanzaroteñischen Schriftsteller und Avantgardisten der Aufklärung. Er war nicht zuletzt auch ein Freund Voltaires.  Clavijo wurde später in Madrid bekannt durch die berühmten Aufklärungszeitschriften „El Pensador“ bzw. „Mercurio Histórico y Político de Madrid“, die er herausgab. Er war eine Zeit lang Archivar des Königs und wurde sogar kurzzeitig zum Direktor des Königlichen Theaters berufen. Nicht zuletzt kommt beim historischen Abriss Goethe ins Spiel, der, nach Kontakt mit Beaumarchais in Madrid, das Lebensschicksal von Clavijo y Fajardo als Vorlage für sein Stück Clavijo wählte.
Der Abgeordnete im Kanarischen Parlament, David de la Hoz, und der lanzaroteñische Schriftsteller, Vertreter der Stiftung Clavijo y Fajardo, Félix Hormiga, fügten weitere Argumente für die Preisverleihung an, die sich besonders in den übereinstimmenden Hommagen auf einen aufgeklärten, sich frühzeitiger als andere für Europa und die Verbindungen zu Deutschland  engagierenden Politiker  bezogen.

Lanzarote umarmt uns

Am zweiten Abend waren die Kulturtage mit ihrem Lanzarote-Programm in der Spanischen Botschaft zu Gast. Dank der freundlichen Gastgeber und Kulturförderer  der Botschaft, vertreten durch Botschaftsrat Rafael Chaves Beardo und die Leiterin der Kulturabteilung, Gloria Mínguez, wurde es eine rundherum gelungene Kostprobe von Musik, Kultur, Wein und Tapas der vulkanisch geprägten Insel. Es war auch ein wenig ein „Familienfest“, weil sich zwei Generationen der besten Timplespieler der Insel trafen: Alexis Lemes, Toñín Corujo und, last but not least, Antonio Corujo, Vater von Toñín, auf den Inseln allerdings bekannter als folclorista (etwa „Volkskünstler“). Die beiden Timplisten Lemes und Corujo, einzigartig, in ihren Variationen von lyrisch bis temperamentvoll – absolute Meister dieses kleinen, typisch kanarischen, auf Lanzarote fünfsaitigen, Instruments.

Isidoro Sánchez und Félix Hormiga stellten ihre Bücher vor

Ausklang und ebenfalls ein wunderbarer, authentisch kanarisch angereicherter letzter Abend des Kulturvergnügens: Lesungen, Musik, Wein von Lanzarote und Schmackhaftes aus der „Berliner Kanarenküche“. Isidoro Sánchez, über die Grenzen der Kanaren hinaus bekannter Sachbuchautor („Cuba desde mi ventana“, „Garoe“, „El Hierro-3D“, „El Teide“, „Puerto de la Cruz“, u.a.m.) führte uns sein neues, reich bebildertes Kompendium der „Kanarenkunde“ vor, den neuen Prachtband „Canarias – desde el mar hasta el cielo“ ... vom Meer bis in den Himmel (im Autorenteam mit Manuel Méndez Guerrero und Carlos Sánchez Reyes, Herausgeber: Fonteide und Promotur – auch in Deutsch vorliegend). Seine 288 Seiten werden auf alle Fälle dem Untertitel des Buches voll gerecht: „4 Nationalparks – ein einzigartiges vulkanisches Erlebnis“. Das Buch ist auch zwei früheren kanarischen Naturforschern gewidmet, D. José Viera y Clavijo und D. Telesforo Bravo.
Félix Hormiga, Mulitalent, Autor, Regisseur und Schauspieler von Lanzarote, auf den Kanaren bekannt z.B. durch „El Rabo del Ciclón“, „Enigmas“, „4 autores sobre Lanzarote“, nahm uns in seinem Kurzgeschichtenband „El ritual de paso“ (Ritual des Übergangs) mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit der Insel (deutsch-spanisch, Ciclope Editores, Lanzarote, 2007). Mit dem ihm eigenen Humor und der treffsicheren Formulierungsart schuf er keineswegs ein lediglich verklärendes Bild des harten bis tragischen Lebens seiner Inselvorfahren. Er wusste in vielen seiner Short-Stories vor allem das Skurrile des Lebens, durchaus Witzige der Situationen sprachlich eindrucksvoll zu zeichnen – mit einer Vorliebe für indirekte Pointen, die sich erst im Kopf des Lesers entwickeln. Äußerst vergnüglich!
Mit diesem Versprechen, die lesenswerte moderne Literatur der Kanaren auch in Deutschland weiter bekannt zu machen, endeten die erfolgreichen 13. Kulturtage in Berlin.

Ein kleiner Hinweis für neugierige Literaturinteressierte am Schluss: Am 24.11. wird uns in Berlin der Schriftsteller Sabas Martín die Freude machen, aus seinem auch in Deutschland erschienenen Buch „Nacaria“ (Konkursbuch-Verlag Claudia Gehrke) zu lesen (mit deutscher Übersetzung): Freitag, 29.11.2013, 19.00 Uhr, Rathaus Charlottenburg, Bürgersaal im 3. OG. Ich sag’s ja: Die Kanaren in Berlin ...  ¡Bienvenidos!

Text und Fotos:
León W. Schönau







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