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Ausgabe: Nr. 274 (5/2017) vom 8. - 21. März 2017
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„Lichtblicke“ der dt. Seelsorger auf TF – diesmal v. Pfarrer Joh. M. Speck-Ribbat, Pastor i.R. in Hamburg u. Sommerpfarrer der Ev. Gemeinde TF-Nord

Frei leben auch in den Ferien





Fotogalerie
06.07.2016 - Teneriffa -
Im letzten Sommer durfte ich Andachten wie Zündfunken über den Äther der Kanarischen Inseln aussprechen. Jetzt bin ich gebeten, Lichtblicke für Leser zu entwerfen. Ein wunderschönes Bild am Anfang unserer Zeit in Puerto de la Cruz, Licht, für uns, neue Blicke für viele,  Kinder und Familien in den langen Sommerferien, Dableiber über den Sommer. Aber Lichtblicke nach Teneriffa tragen ist wie Eulen nach Athen. Oder?  Hell, warm, Sonne, Meer, Himmel ist doch schon alles da – wo da noch Licht hineintragen? 
Oder doch? Vom weißen Nord- und Ostseestrand an den schwarzen Vulkansand von Puerto, von der gerade gefeierten Mittsommernacht von uns Nordlichtern, wo die Helligkeit gar nicht enden will, in den schon subtropisch-frühen Sonnenuntergang? Vom hohen Norden in den Süden, vom europäischen Festland auf eine Kanarische Insel gegenüber Afrika – so fern und anders und doch beim Herfliegen schon eher der belebende Gedanke, vom Kalten zum Warmen, vom meist Dunklen zum Hellen zu kommen. Also wie lichte Gedanken über eine große Entfernung in bereits lichte Zonen bringen? 
In der Anglikanischen Kirche im nördlichen Puerto, die wir freundlicherweise mitnutzen können, geht es auch sofort los mit dem Lichterfest. Nach einem sonnigen Sonntag, wahrscheinlich alle am Strand, also erst um 17 Uhr den ersten Lichtblick in einem lichten Talar, lichte Begrüßungen in einem Gottesdienst in einer noch hellen Kirche auszusprechen,  befreienden Worten aus dem fernen biblischen Jerusalem zu lauschen: So können und sollen auch wir jetzt ein neues Leben führen (Römer 6,4) An diesen Lichtblick schließt sich unser Wiedersehn in einem Abendmahl an, feiern wir Gemeinschaft mit hellen lichten Oblaten, begleitet von aufmun-
ternden Worten aus einer fernen Welt und vergangenen Zeit. Mitte der Woche erscheinen dann schon diese Lichtblicke im Wochenblatt und bereits am 2. Sonntag im Juli möchte eine Familie ihr Kind mit klarem Wasser und lichten Worten taufen lassen, ja, in der Sonne, in den Ferien, just in all dem Licht von Teneriffa. 
Diese nächsten Sonntage werden ganz unterschiedliche Lichtblicke ergeben, aber der Urheber oder sagen wir einer der ersten Schreiber dieser Lichtblicke bleibt derselbe und ist weit weg, räumlich und zeitlich: Der Apostel Paulus, selber durch einen Lichtblick vom schärfsten Kritiker zum engagiertesten Unterstützer der christlichen Lichtworte geworden. Das sind 2000 Jahre her, Jesus selbst hat er nie erlebt. Jerusalem ist ebenso weit weg von den jungen Christen in Rom wie unser Hamburg von Ihren Kanarischen Inseln. Das Griechisch, das er sprach und schrieb, ebenso fremd für uns Norddeutsche wie für die Spanier. Und doch kommt auf diesem langen Weg was Lebensbejahendes über.
Paulus war nie in Rom gewesen, wusste nur von einigen zaghaften Christen in der Metropole und musste seine Lichtblicke so formulieren, dass zumindest das Wesentliche rüberkam dort oben. Mir geht es ähnlich, komme ich doch auch von weit her, kenne bislang nur einige mutige Christen in Puerto und soll schon zu Beginn und noch aus der Ferne Lichtblicke setzen, hier unten.  Wasser und Brot gibt es vor Ort, sofern wir nicht leiden, aber die Lichtblicke kommen über das Wort, und Worte können mitgeteilt werden über Entfernungen, Sprachen, Medien, also von Rom über Hamburg nach Teneriffa. Das Abendmahl lädt uns ein zur Gemeinschaft, die Taufe nimmt uns an, so wie wir sind und macht uns neu, beide geben uns Licht, wir können auch sagen, wollen uns erleuchten. „Gott hat uns also angenommen, weil wir uns ganz auf ihn verlassen. Jetzt ist Frieden zwischen ihm und uns. (Römer 5,1)
Jeder dieser Sonntage bekommt seine eignen Lichtblicke, und wir dürfen sie immer wieder neu fassen. Sie entstammen meist schweren Erfahrungen, die Psalmen etwa sind oft nach überstandenem Leiden gedichtet, niedergeschrieben und gesungen, Paulus schrieb oft angekettet in Gefängnissen. Vergessen auch wir im Licht das Dunkel nicht, aus unserem eignen Alltag den wir gerade hinter uns lassen, aus unserer Stadt mit den vielen Flüchtlingen, die ein neues lichtes Leben in unserem Europa wünschen.
Auch wir können Lichtblicke füreinander werden, voneinander hier im Ausland lernen, untereinander am Strand Rücksicht nehmen, uns bei unseren Spaziergängen aufmerksam verhalten und einander in den Wohnanlagen Ferien und Erholung ermöglichen. Ich wünsche Ihnen solche Lichtblicke – in diesen Ferienwochen!

Ihr

Pfarrer i.R.
Johannes Martin
Speck-Ribbat
Evangelische Gemeinde Teneriffa Nord


H.-M. Speck-Ribbat ist Pfarrer im Ruhestand in Hamburg und wird die Sommervertretung in der Evangelischen Gemeinde Nord übernehmen.
Mit seiner Frau Franziska ist er am 30. Juni auf der Insel angekommen und wird bis zum 28. September die Gottesdienste in der Anglikanischen Kirche im Taoro Park in Puerto de la Cruz feiern. 
Zu seiner Person sagt H.-M. Speck-Ribbat:
„Aufgewachsen im fernen Indien als Missionarssohn, integriert in Norddeutschland, aufgelehnt in den 68ern, ausländische Familien in St. Pauli-Süd in ihrer Integration zusammen mit meiner Frau Franziska unterstützt, als Studentenpfarrer ausländische Studierende in der Fremde begleitet, als „senior expert“ den Ureinwohnern an demselben Ort in Indien zugehört, Sprachen aufgefrischt und zur Selbsthilfe ermutigt.“





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