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Ausgabe: Nr. 274 (5/2017) vom 8. - 21. März 2017
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„Lichtblicke“ der deutschen Seelsorger auf Teneriffa – diesmal von Pfarrer Roland Herrig, Evangelische Gemeinde Teneriffa Süd

„…und hätte der Liebe nicht“ – Luther 2017

Seit ein paar Tagen liegt sie vor mir auf dem Schreibtisch: die neue Lutherbibel 2017. Pünktlich zum Reformationsjubiläumsjahr ist die neue Revision fertig. Am Sonntag wird sie im ZDF-Fernsehgottesdienst vorgestellt und in Gebrauch genommen. Ab dann wird sie die empfohlene Bibelübersetzung in den Evangelischen Kirchen des deutschsprachigen Raumes sein.



26.10.2016 - Teneriffa -
Ganz neu liegt sie auf meinem Schreibtisch: äußerlich nur wenig anders als ihre Vorgänger. Wenn ich sie in die Hand nehme und aufschlage, dann fühlt sich das Papier dünn und weich an, und ich sehe viel kleine Schrift, in zwei Spalten angeordnet. So ist das eben bei Bibeln: Viel, sehr viel Text muss in einem doch irgendwie handlichen Buch untergebracht werden. Beim genaueren Hinsehen fallen Unterschiede zu früher auf: eine modernere Schrifttype vor allem. Und was mir besonders gut gefällt: In der Mitte des Buches, bei den Psalmen, ein anderes Schriftbild mit mehr Luft, einspaltig, im Flattersatz, die Halbverse eingerückt und Abschnitte durch einen größeren Zeilenabstand getrennt. So sieht man, dass es sich hier um Gedichte und Liedtexte handelt. Von der äußeren Erscheinung her spricht sie mich schon mal an, die Lutherbibel 2017.
Lutherbibel 2017 – das ist ja irgendwie ein Widerspruch in sich. Luther ist 1546 gestorben. Ein Jahr zuvor ist die letzte von ihm selbst bearbeitete Bibelübersetzung erschienen. In den folgenden Jahrhunderten hat es an diesem Original-Luther immer wieder Veränderungen gegeben. Einzelne Wörter und Wendungen wurden verändert. Die Orthografie wurde angepasst, und ab dem 19. Jahrhundert gab es mehrere größere Revisionen der Lutherbibel. Dabei wurde der Wortlaut immer wieder der Sprachentwicklung angepasst, sodass oft gar nicht mehr viel Luther drin war, wo draußen noch Luther draufstand. Die Lutherbibel 2017 enthält im Vergleich mit der Vorgängerversion wiederum eine Reihe von Änderungen. Diesmal soll aber am Ende mehr Luther drin sein als zuvor. An vielen Stellen ist man zur Sprache Luthers zurückgekehrt, wo diese noch verständlich ist. So heißt es etwa in dem berühmten Hohelied der Liebe des Paulus jetzt wieder „… und hätte der Liebe nicht“. Oder es heißt wieder „… auf dass erfüllt würde …“, statt des moderneren „damit“. An manchen Stellen ist es auch genau andersherum: So heißt es jetzt zum Beispiel „Hebamme“, wo bisher noch das Wort „Wehmutter“ stand, was heute keiner mehr versteht. Manches musste auch gegenüber Luther verbessert werden, weil wir heute die hebräischen und griechischen Ursprungstexte besser kennen und verstehen als Luther damals.
Ich schlage bekannte Texte auf: „Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ Bei Psalm 23, den so viele wörtlich auswendig kennen, hat sich nichts verändert. Die Weihnachtsgeschichte Lukas 2 klingt wieder fast ganz so, wie ich es aus Bachs Weihnachtsoratorium kenne. Nur aus dem „jüdischen Land“ ist das „judäische Land“ geworden; das ist richtiger, weil die Gegend damals so hieß und noch heute so heißt. Ich entdecke noch viele kleine Unterschiede; manche verstehe ich auch nicht. Aber insgesamt ist der Klang gut: Eindeutig Luther – und doch auch 2017 noch oder wieder gut zu verstehen.
Ja, es gibt inzwischen viele, viele andere Bibelübersetzungen, die es Menschen von heute vielleicht leichter machen, Zugang zu finden zum Buch der Bücher. Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass unsere katholischen Brüder und Schwestern ebenfalls noch in diesem Jahr eine neue Fassung ihrer offiziellen Bibelübersetzung, der Einheitsübersetzung, erhalten werden. Dennoch ist und bleibt – zumindest für mich als evangelischen Christen – die Lutherbibel etwas ganz Besonderes, sprachlich und auch geistlich-theologisch. Sie ist einfach das Original und der Rolls Royce unter den Bibelübersetzungen.
Ihr
Pfarrer Roland Herrig 
Evangelische Gemeinde
Teneriffa Süd






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