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Ausgabe: Nr. 215 (18/2014) vom 16. - 30. September 2014
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Abwasserentsorgung

Meine Frau und ich waren vor Ostern dieses Jahres 2 Wochen in Alcalá. Da wir in der Nähe des dortigen kleinen Fischerhafens wohnten, konnten wir fast täglich beobachten, wie dort an zwei verschiedenen Stellen große Mengen einer gelbgrauen, stinkenden Brühe in das Wasser eingeleitet wurden. Eine Einleitungsstelle lag etwa 30 m nördlich der Bootsrampe unter der Wasseroberfläche, die andere Einleitungsstelle südlich davon an dem dortigen kleinen Badestrand. Das Abwasser wurde hier offenbar nur bei Flut eingeleitet, da diese Einleitstelle, hinter der felsigen Uferbefestigung verborgen,bei Ebbe oberhalb des Wasserstandes lag. Mit einigem Entsetzen sahen wir, dass unterhalb dieser Einleitungsstelle bei niedrigem Wasserstand, wenn also keine Einleitung stattfand, kleine Kinder im Sand buddelten. Im Übrigen wird die Bucht gern zum Baden und für Tauchlehrgänge genutzt. Die Badenden wissen offenbar nicht, dass sie in einer Kloake schwimmen und ihre Kinder in verdrecktem Sand spielen. Da ich berufsmäßig in der Umwelttechnik tätig bin, haben wir aufgrund der offensichtlichen „Schweinerei“ (anders kann man es nicht nennen) auf das Baden in dieser Bucht verzichtet. Die hygienischen Zustände muten an wie in einem Entwicklungsland, wo man zur Entschuldigung anführen könnte, dass man es dort vielleicht nicht besser weiß. Aber kann man in einem Land der EU wirklich noch Nichtwissen über Hygienebedingungen von Badegewässer vortäuschen oder handelt es sich nicht bereits um strafbares Unterlassen von Sorgfaltspflichten seitens der Verwaltung? Immerhin ist die Bucht, wenn auch nicht der EU offiziell als Badegewässer gemeldet, ein beliebter Treffpunkt, an dem sogar Liegestühle vermietet werden und die Abwassereinleitungen sind sehr deutlich an der Verfärbung des Wassers zu erkennen. Mir stellt sich noch eine weitere Frage: Wo versickern eigentlich die Fördermittel der EU zur Verbesserung der Umweltbedingungen, insbesondere der Abwasserentsorgung auf den Kanaren? Wie es um den Umweltschutz tatsächlich bestellt ist, zeigt sich auch, wenn man z.B. die Siedlungsgrenze von Alcalá Richtung Süden um wenige Meter überschreitet. Auch hier Bilder wie aus einem Entwicklungsland: Bauschutt und Abfälle jeder Art über die Steilküste geschüttet, Bauruinen und verlassene und noch genutzte Plantagen, die aussehen wie Müllkippen – alles vermutlich ein ideales Biotop für Ratten. Guten Appetit bei Tomaten und Bananen aus Teneriffa? Mir ist der Appetit vergangen! Mein bisher positives Teneriffa-Bild hat sehr gelitten, so dass ich überlege, ob diese Insel wirklich noch ein geeigneter Urlaubsort ist, zumal ja derzeit auch noch die Küste zwischen Alcalá und Los Gigantes kräftig zubetoniert wird. Übelkeit erregende Abwasserleitungen, in der Landschaft verstreute Abfälle und Massen billiger Betonbauten gibt es z.B. auch an türkischen Küsten zu sehen, dort aber wenigstens zu besseren Preisen und i.d.R. ohne Beanspruchung von EU-Mitteln. Ich möchte Sie abschließend dringend bitten, den geschilderten Abwasserleitungen am Fischerhafen von Alcalá nachzugehen, da meines Erachtens eine Gesundheitsgefährdung für die dort Badenden und insbesondere für die dort spielenden Kinder sehr wahrscheinlich ist. Interessant wäre auch, ob es sich um legale oder illegale Abwassereinleitungen handelt bzw. bei legaler Abwassereinleitung die Frage der Verantwortlichkeit für diese hygienisch unzumutbaren Zustände. Irgend jemand muss ja die Einleitungen steuern, da offenbar nur zeitweise Abwasser eingeleitet werden.
Heinz Bogen

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