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Ausgabe: Nr. 214 (17/2014) vom 3. - 16. September 2014
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Gegendarstellung

 Zu Leserbrief „Tierorganisation?? -  Liebe oder nur Geldmacherei?“  in Ausgabe 579 vom 5. Mai:
Ich möchte zu dem Bericht von Charlotte gerne Folgendes vorausschicken: Liebe und Aufopferung für die Tiere sind sicherlich zwei grundlegende Dinge, die Tierschützer zu dem machen was sie sind, nämlich eben Tierschützer. Nur leider ist es mit Liebe und Aufopferung nicht getan, denn die hilfsbedürftigen Kreaturen, die auf unserer Insel an unzähligen Stellen auf ein wenig menschliches Mitleid hoffen, brauchen nun einmal mehr als ein bisschen Futter und ein paar Streicheleinheiten, damit sie nach langer Vorarbeit, die von uns Tierschützern geleistet wird, im besten Fall nach einigen Monaten in ein besseres Leben entlassen werden können, weil sie vermittelt werden konnten. Voraussetzung für eine Vermittlung ist jedoch ein gesundes Tier und das kostet Geld: Parasitenbehandlung i. V. m. oftmals kompletter Schur, mehrere Impfungen, Kastration, großes Blutbild einschließlich aller Mittelmeertests, Microship und EU-Papiere sind heute Standard. Ein Standard, der uns pro Tier durchschnittlich 300,- EUR kostet. Hinzu kommen oftmals noch Sonderbehandlungen wie Operationen, Behandlung von Filaria etc. 
Die liebe Charlotte ist bekannt dafür, dass sie in Icod, in Guancha, in Orotava und im Barranco Ruiz immer Hunde einsammelt und sich als große Tierschützerin ausgibt. Ihr Beitrag zum Tierschutz besteht allerdings darin, diese Hunde anderen Organisationen auf der Insel anzudienen bzw. in Tierheime weiterzugeben. Mit ein bisschen Druck auf die Tränendrüse heißt es dann, man wäre die einzige Organisation, die helfen würde.
Der hier in Rede stehende Hund namens Bobby wurde von einem Herrn avisiert, der ihn zwar gefunden habe, ihn aber nicht behalten könne, da er mit anderen Hunden nicht verträglich sei. Eine Stunde später erreicht mich ein Anruf von Charlotte, dass dieser Herr den Hund wieder auf die Straße gesetzt habe, wo er nun wieder herumirre.
Ein jeder, der auf dieser Insel lebt, weiß, dass Guancha von mir nun nicht gerade einen Katzensprung entfernt ist und dass ich beim besten Willen nicht in der Lage bin, allen Tieren dieser Insel zu helfen.  Priorität haben nun einmal die wirklich armen Geschöpfe – die, die halb verhungert, verletzt oder krank ihr Dasein fristen. Ich bot Charlotte dennoch erst einmal an, vorbeizukommen, um gemeinsam zu beratschlagen, welcher Handlungsbedarf besteht.
Sie kam also wie schon so viele Male vorher und wollte mir diesen Hund andienen, der jedoch alles andere als hilfsbedürftig war: gut genährt, keine Parasiten, der Erfahrung nach zu urteilen, ein Familienhund, jedoch unkastriert und mit einem Kampfgewicht von ca. 60 kg. Meine Hunde leben in einem Rudel – die Integration eines unkastrierten Rüden birgt immer ein hohes Risiko und geht meistens mit Rangordnungskämpfen und –beißereien einher. Mein Terreno ist nicht so groß, als dass ich hier alternative Unterbringungsmöglichkeiten hätte. Ich sagte Charlotte, dass die Organisation ADAA, geführt von Ana Maria in Güímar, wesentlich mehr und bessere Möglichkeiten habe, Tiere dieser Größe aufzunehmen und bot ihr an, mit Ana Maria zu sprechen.
Charlotte wurde laut und schimpfte auf mich und den kompletten Verbund der Tierschützer dieser Insel, weil die Abgabe nicht so funktionierte, wie sie sich das Ganze vorgestellt hat. Letztlich gab sie Bobby dann im Tierheim La Guancha ab. Wenn wir helfen können, dann tut das ein jeder Tierschützer dieser Insel und so rief mich ein paar Tage später eine Mitarbeiterin von ADAA an und sagte mir, dass sie sich Bobby gerne ansehen würde, da sie möglicherweise Interessenten für einen solchen Hund hätten.
So  fuhr ich morgens um 8.00 Uhr nach La Laguna, um Ana Belen abzuholen, dann nach La Guancha, um dort Charlotte und den Hund zu treffen. In Guancha angekommen, sagte man uns gleich, dass der Hund nur an eine Tierschutzorganisation abgegeben würde, nicht aber mehr an Charlotte. Ana Belen behielt sich vor, vor einer endgültigen Übernahme erst einmal auszuprobieren, ob Bobby mit anderen Hunden verträglich sei. Charly gab ihr 100,- EUR Spende für die Kastration und die Impfung und brachte Ana Belen und Bobby nach La Laguna. 
Es stellte sich heraus, dass Bobby absolut unverträglich mit jeder Art von Hund war und auch die Interessenten waren selbst unter dem Aspekt der Kastration nicht davon zu überzeugen, diesen Hund zu adoptieren. Auch bei ADAA kam man zu dem Schluss, dass dies kein Hund von der Straße, sondern ein Wohlstandshund sei und dass er auch bei ADAA aufgrund der Unverträglichkeit nicht bleiben könne.
Ich bat Charlotte, ihn wieder abzuholen, sie weigerte sich jedoch und teilte schließlich mit, sie würde die Stelle in La Laguna nicht wiederfinden, wo sie Bobby abgegeben habe. Da wir Tierschützer ja sowieso den lieben langen Tag nichts zu tun haben, machte ich mich also wieder einmal mehr selbst auf den Weg und holte Bobby wieder in La Laguna ab und ließ mir auch die Spende zurückgeben, denn er war noch nicht zum Kastrieren in die Klinik gebracht worden.
Ich übergab Bobby dann im Barranco Ruiz unter Rückgabe der 100,- EUR und durfte mir zu allem Überfluss dann auch noch Beschimpfungen der übelsten Sorte anhören. Für ihre ausfällige Art ist die gute Charlotte allerdings ohnehin bereits bekannt.
Ja, ich habe NEIN gesagt, nein zu einem Tier, dass keiner dringenden Hilfe bedurfte und einem wirklich hilfsbedürftigen Geschöpf den Platz wegnimmt.
Mein Verein hat sich der Rettung der wirklich armen Geschöpfe verschrieben und nicht der Aufnahme solcher Tiere, deren Halter glauben, sich zu Lasten der Tierschutzvereine ihrer problemlos entledigen zu können Warum nimmt Charlotte ihn nicht auf und sucht eine Familie für ihn? – Vielleicht bekäme sie dann einmal ein Bild davon, wie viel Arbeit in der Vermittlung nur eines einzigen Tieres steckt.
Ich habe ihm Rahmen meiner Möglichkeiten geholfen, so, wie ich es auch weiterhin jedem Tier zu Liebe tun werde, allerdings bin ich kein ‘Hundecontainer’, in den man nach Belieben abladen kann.

Elke Rossmann
Pro Animal de Tenerife


Anhang

Anhang zu Leserbrief „Tierorganisation – Liebe oder nur Geldmacherei?“
Leider hat sich bis jetzt noch kein Mensch gefunden, der den Presa Canario bei sich aufnehmen kann oder will! Es kann doch nicht angehen, dass es auf der ganzen Insel nicht einen Platz für ihn gibt. Also noch einmal, bitte helfen Sie meinem Bobby. Vielen Dank!
P.S. Die 100 Euro wurden zurückgegeben. Wenn jeder auf dieser Insel nur einem Tier helfen würde, dann könnte das unsagbare Leid radikal verändert werden, nur muss man endlich anfangen!

Charlotte Trapp




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