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Ausgabe: Nr. 218 (21/2014) vom 5. - 18. November 2014
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Home > Leserbriefe > Kauf einer Digitalkamera auf Teneriffa

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Kauf einer Digitalkamera auf Teneriffa

Ich wollte meiner Frau zu ihrem Geburtstag eine Digitalkamera schenken. Freunde hatten mir geraten, das Geschenk auf Teneriffa zu kaufen, da dort die zoll-/steuerrechtlichen Bedingungen günstiger wären. Zur Orientierung hatte ich mir aus der Zeitschrift „TEST“ die Testsieger mit Preisen herausgeschrieben.
Beim Schaufensterbummel fand ich die Kamera „Canon Digital Ixus 40“ (4 MP; Preis in Deutschland 233 €), die hier zu 95 € angeboten wurde. Wir wurden vom Verkäufer eines Bazars in Adeje auf Kameras angesprochen. Er sagte uns, die Ixus 40 wäre durch das Modell Ixus 50 überholt. Die Kamera sollte 150 € kosten. Schließlich einigten wir uns auf einen Preis von 100 € mit Tasche. Dann begann das Spiel: Er fotografierte uns und zeigte uns die Bilder auf einem Bildschirm. Diesen Bildern stellte er Fotografien (manipuliert?) mit einer Penta-Kamera (8 MP) gegenüber, die eine bessere Qualität aufwiesen. Wir waren bereit dafür 100 € mehr, also 200 € (Preisaufkleber 698 €) auszugeben. Die Canon-Kamera hatten wir bereits mit EC-Karte bezahlt. Den Beleg zerriss der Verkäufer und ging mit uns in ein Nebengeschäft, wo dann die neue Zahlung über 200 € mit EC-Karte erfolgte.
Wir sollten am Wochenende Erfahrungen mit der Kamera machen; der Verkäufer wollte uns dann am Montag eventuelle Fragen beantworten. Bei Internet-Recherchen mussten wir leider feststellen, dass es in Deutschland für Penta-Kameras weder einen Vertrieb noch einen Service gibt.
Am Sonntag führte mich mein Weg nach einem Zeitungskauf am Bazar vorbei. Der Verkäufer begrüßte mich mit großem Hallo. Ich musste ihm sagen, dass ich die Kamera wegen des fehlenden Services in Deutschland nicht behalten wollte. Er erklärte sich bereit, am Montag die Penta-Kamera gegen eine andere gleichwertige Kamera mit Service in Deutschland umzutauschen.
Am Montagmittag vertröstete er uns zunächst auf den Abend, da habe er mehr Zeit. Die von uns gewünschten Kameras mit 7/8 MP führte er nicht. Schließlich zeigte er uns eine „Pentax Optio 50“ (5 MP), für die ein Aufpreis notwendig würde. Allerdings habe die Kamera nur eine Speicherkapazität von vier Bildern. Er bot uns einen Chip mit 91 Bildern für den Ausnahmepreis von 30 € an. Insgesamt sollten wir also noch 90 € aufzahlen. Das war uns zuviel. Wir schlugen ihm vor,  zwei „Canon Ixus 50“ für die 200 € zu erwerben. Darauf ging er nicht ein. Um die Sache abzuschließen, willigten wir schließlich in den Kauf einer „Pentax Optio 50“  mit 90 € Aufpreis ein.
Bei Internet-Recherchen im Hotel mussten wir leider feststellen, dass diese Kamera in Deutschland für 134 € zu kaufen ist. Wir hatten also auf Teneriffa mehr als das Doppelte bezahlt. Ich bin dann noch einmal in das Geschäft gegangen und habe dem Verkäufer gesagt, dass ich mich betrogen fühle. Da verlor er jede Verbindlichkeit: Preise in Deutschland interessierten ihn nicht. Ich habe ihm mit der Einschaltung eines Rechtsanwaltes gedroht. Darauf meinte er nur lakonisch, sein Chef habe auch einen guten Anwalt. Im Übrigen würde kein Anwalt wegen des geringen Streitwertes mein Mandat übernehmen.
Wir haben uns im Tourismusbüro von Adeje informiert, was wir gegen das unseriöse Geschäftsgebaren unternehmen könnten. Vom Tourismusbüro wurde die Verbraucherzentrale eingeschaltet. Diese hat sich dann mit dem Bazar in Verbindung gesetzt mit dem Ergebnis, dass man uns für den Gesamtpreis von 290 € eine qualitativ bessere Kamera anbieten würde.
Man bot uns jetzt alternativ eine „Pentax Optio 60“ (6 MP) mit 256 K-Chip (Preisaufkleber 869 €) für 290 € oder eine „Canon Digital Ixus 50“ (Europa-Ausführung) für 295 € an. Bei dem ursprünglich gezahlten Preis für die Canon Digital Ixus 50 von 100 € habe es sich um eine reparierte Kamera gehandelt, für die nur eine USA-Garantie von vier Wochen gelten würde. Das war uns vorher nicht gesagt worden. Auf dem Kamerakarton war das „reconstituted“  oder „reconditioned“ mit einem schwarzen Filzstift unleserlich gemacht worden.
Wir haben dann eine Bedenkzeit erbeten und im Internet-Anschluss des Hotels recherchiert. Die Pentax Optio 60 mit 256 K-Chip würde in Deutschland 187 € und die Canon Digital Ixus 50 mit 256 K-Chip 286 € kosten. Wir wollten daraufhin die Canon Digital Ixus 50 erwerben. Jetzt plötzlich sollte dafür ein Aufpreis von 110 € erforderlich sein, also insgesamt 400 € kosten.
Der Verkäufer telefonierte dann mit der Verbraucherzentrale (?) und rief uns dann ans Telefon. Von dort erhielten wir die Auskunft, dass die Preise in Spanien für die Pentax Optio 60 von 290 € bzw. für die Canon Digital Ixus 50 von 400 € korrekt wären. Den weiteren Aufpreis wollten wir auf keinen Fall zahlen. Notgedrungen willigten wir in den Umtausch der Pentax Optio 50 gegen die Pentax Optio 60 ein.
Fazit: Aus einem Kauf von 100 € wird, über den Umweg einer Kamera ohne Servicemöglichkeit zu 200 €, der Kauf einer Pentax Optio 60 zu 290 €, ca. 100 € mehr als in Deutschland. Sprachprobleme, die Unkenntnis des Käufers hinsichtlich Produkt und Preis und die Erwartung, dass ein Ausländer aus seinem Heimatland nichts unternehmen wird, wird vom Verkäufer zum Betrug ausgenutzt. Aufgrund der gemachten Erfahrungen kann ich Touristen nur raten, sich in Deutschland oder am Ferienort via Internet genau über Produkt und Preis vor dem Kauf zu informieren, damit er nicht gerissenen Verkäufern aufsitzt. Die Mondpreise auf den Verkaufsverpackungen und die darauf gewährten hohen Rabatte sollen dem Käufer suggerieren, dass er ein günstiges Geschäft gemacht hat. Oder, wie der Verkäufer sagte: „Das sind Preise für die Russen-Mafia“.

K.-H. Bauer
Offenbach



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