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Ausgabe: Nr. 211 (14/2014) vom 16. Juli - 5. August 2014
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Home > Leserbriefe > Gegen Lidl = Allgemeinwohl?

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Leserbrief zu Artikel Kanarische Regierung will Lidl auf Teneriffa verhindern:

Gegen Lidl = Allgemeinwohl?

Zitat: "Allgemeinwohl Sehr geehrte Redaktion! Die Insel-Regierung führt einen intelligenten Kampf, mit dem sie übrigens nicht alleine steht. Auch das reiche Dänemark schützt sich gerade in ähnlicher Form vor Lidl. Der deutsche Discounter verkauft in erster Linie kontinentaleuropäische Produkte. Bei der Eröffnung von Filialen würde der kanarischen Volkswirtschaft somit Schaden entstehen. Jene ist darauf angewiesen, ihre einheimischen Produzenten zu schützen, da keine Region auf Dauer alleine vom Tourismus leben kann. Ein Protektionismus, der manchen deutschen Urlauber ärgern dürfte, der aber dem Allgemeinwohl auf den sieben Inseln dient!“ Sehr geehrte Redaktion, als treuer Leser von Wochenspiegel/Wochenblatt habe ich selten erlebt, wie man in nur sieben Zeilen solchen Nonsens unterbringen kann. Wie kann einer kanarischen Regierung Intelligenz unterstellt werden, die in regelmäßigen Abständen mittels Kommissionen nach Möglichkeiten sucht, die freien Reise- und Aufenthaltsbedingungen für EU-Bürger einzuschränken, obwohl selbst dem Unbedarftesten dieser Politiker die Vergeblichkeit dieses Unterfangens klar sein müsste; gleichzeitig aber ständig EU-Mittel für Projekte kanarischer Großmannssucht (Hochgeschwindigkeitsbahn, Hafen Granadilla, zweite Landebahn Reina Sofia usw.) einfordert. Von deutschen Politikern ist man ja bereits einiges gewohnt, es ist aber nichts gegen das Kasperletheater, wenn bei Wahlen auf welcher Ebene auch immer, die jeweils andere Partei ans Ruder kommt. Und über das Trauerspiel, dass auf Lanzerote ein verurteilter Berufskrimineller Inselpräsident war und sich wohl erneut mit guten Erfolgsaussichten um dieses Amt bewerben wird, will ich mich gar nicht auslassen. Jedenfalls ist Allgemeinwohl nach meinem Verständnis nicht die Triebkaft kanarischer Politiker. Stärkste Wirtschaftszweige auf den Kanaren sind neben der Landwirtschaft, die mit dem intensiven Bananenanbau, die zugegebenermaßen besser schmecken als die genormten südamerikanischen, nachhaltig den gesamten Wasserhaushalt Teneriffas massiv schädigen, der Tourismus und die Bauwirtschaft. Beide werden auf qualitativ niedrigem Niveau aber dafür um so intensiver betrieben. Hier könnten kanarische Politiker wirklich zum Wohle aller tätig werden. Den Bananenanbau zugunsten anderer landwirtschaftlicher Produkte zurückfahren und damit den Raubbau am Wasserhaushalt beenden, statt gesichtslosem Zubetonieren einer immer stärker zerstörten Landschaft den Bausektor auf Sanierung und Rekonstruktion des Bestehenden orientieren und verstärkt in die Tourismus-Infrastruktur, z. B. in ein Wanderwegenetz, dass diesen Namen auch wirklich verdient, investieren. Damit würden langfristig Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen. Wenn zu lange nur auf Sonne und Klima gesetzt und sich um Residenten und Urlauber nicht bemüht wird, ist spätestens dann, wenn mit knapper werdendem Geld stärker Vor- und Nachteile einer Urlaubsregion abgewogen werden, Schluß mit lustig. Bisher konnte darauf vertraut werden, dass Touristen der Sonne und des Klimas wegen über Fäkalabwässer an Badestränden, zugebaute Landschaften, abgewirtschaftete Hotels und vermüllte Natur noch hinwegsehen. Wenn Sonne und Klima ihren ersten Reiz verloren haben, werden die anderen Dinge stärker ins Bewusstsein treten und das kann für den Tourismus nur nach hinten losgehen. Wenn es um Schädigung der kanarischen Wirtschaft geht, dann braucht diese keine Unterstützung von außen, das schafft sie aus eigener Kraft! Lidl als Wettbewerber auf dem Markt braucht keiner zu fürchten, bestenfalls Spar 2000 in Puerto de la Cruz, der mittels Monopolstellung für bestimmte deutsche Produkte Preise nimmt, die schon fast im kriminellen Bereich angesiedelt sind. Auf den Kanaren hat sich erkennbar noch nicht die Erkenntnis durchgesetzt, dass Touristen und Residenten nicht abgezogen werden dürfen, sondern pfleglich behandelt werden müssen, dass alles Tun der Verantwortlichen auf das Wohl dieser Klientel auszurichten ist, erst dann geht es den Kanaren dauerhaft gut, auch und gerade mit Lidl.
Reinhard Bensch
Garachico

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