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Ausgabe: Nr. 213 (16/2014) vom 20. August - 2. September 2014
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Home > Leserbriefe > Wer würde sich zu einer Nachbarschaftshilfe zusammenschließen?

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Wer würde sich zu einer Nachbarschaftshilfe zusammenschließen?

Liebe Residenten, der letzte Sturm war für viele der kanarischen Einwohner, aber auch für einige deutsche Selbständige fast der komplette Ruin der Existenz. Wer die zerstörten Plantagen gesehen hat, die abgedeckten Häuser, eingestürzten Mauern, plattgequetschte Autos, wer die spanischen Nachrichten verfolgte, der konnte sich ein ungefähres Bild von dem machen, was in den nächsten Monaten auf die Leute hier zukommen mag. Ich sah Plantagenbauern, die geweint haben wie Kinder, deutsche wie kanarische. Die Versicherungen werden wohl kaum zahlen.
Da ich selbst mit meiner Finca auch vom Sturm erwischt wurde, aber nichts anbaue oder züchte, hielten sich meine Schäden in erträglichen Grenzen. Was mich eher bestürzte, war die Tatsache, dass ich fast drei Tage nach dem Inferno von meinen Nachbarn weder etwas sah noch hörte. Ich hätte gut und gerne irgendwo erschlagen liegen können;  Motto: „...nach ... Tagen leblos aufgefunden....“. Ich muss dazu sagen, dass ich mit meinen nächsten Nachbarn ein bisher gutes Verhältnis hatte, ich habe ihnen schon mehrmals geholfen ebenso wie sie mir. Sicher, es mag an den Verhältnissen liegen, der eine hat mit sich und seiner Familie zu tun, der andere ist irgendwo arbeiten, man sieht sich kaum unter normalen Umständen. Wie auch immer – unter „außer-normalen Umständen“ jedoch wäre es aber vielleicht angebracht, mal nachzufragen, ob einer Hilfe brauchen kann, besonders, wenn jemand alleine steht und nur eine halbe Portion ist. Ich konnte meine Finca nicht mehr mit dem Auto verlassen, denn eine riesige Bougainvilla war genau vor dem Eingang heruntergekracht. Es regnete in Strömen, kein Strom, kein Telefon, kein Internet, kein Handy. Die engeren Freunde waren gleichfalls nicht erreichbar. Ich machte im Regen die Bougainvilla alleine klein, zumindest bis auf die Hauptstrünke, eine Arbeit von 5 Stunden. Im Dorf unterhalb wurde schließlich anderntags ein Canario auf meine Not aufmerksam und half mir mit zwei großen Händen und einer starken Säge. Meine nächsten Nachbarn, alle übrigens in besseren Verhältnissen als ich, hielten sich fern. Nicht dass ich darüber verärgert wäre, es bestürzt mich eher, es macht mich traurig und ich verstehe es nicht. Es wird soviel gesprochen von „selbstverständlich hilft man sich aus!“, von „Zusammenhalt in der Fremde“ – besonders im Notfall!  Doch tritt tatsächlich ein Notfall ein, ist keiner zur Stelle. (Doch, ein alter Canario war zur Stelle.) Das Dorf, zu dem ich gehöre, liegt weiter unterhalb, deshalb kann man von den Dorfleuten nicht erwarten, dass sie dauernd nach einer Einöd-Finca sehen, aber von den in Sichtweite liegenden Nachbarn würde man einen wachen Blick erwarten. Da ich nun sah, was alles nicht passiert, wenn etwas passiert, hatte ich eine Idee und ich bitte die Residenten auf Teneriffa, mir auf meine Idee zu antworten: Was halten Sie von einer Nachbarschaftshilfe?
Wer könnte sich vorstellen, wöchentlich etwa 2 Std. freiwillige Hilfe zu leisten, denen die sie brauchen? Wer fühlt sich etwa in der Lage, nach alleinstehenden, hilfsbedürftigen  oder abseits lebenden Menschen zu sehen? Dies natürlich besonders in Notlagen, wie sie dieser Sturm mit sich brachte, aber auch ohne besondere Anlässe. Wer hat den Mumm, zwei gesunde Hände und Beine, keine Scheu vor Sprachbarrieren und 2 Std. Zeit pro Woche? Wer kann etwas Besonderes – z.B Klempnerarbeiten, elektrische Kleinarbeiten, Maurerarbeiten, mal eine Hecke stutzen, einen Hund ausführen, ein Kind beaufsichtigen usw?
Ich spreche zu allen Residenten, die noch Hilfe leisten können, aber auch zu denen, die bereits hilfsbedürftig sind. Es soll sich bitte jeder melden, der sich angesprochen fühlt! Man könnte dann, je nach Inselregion, diese Gruppen zusammenfassen, sodass jeder einen anderen in einigermaßen greifbarer Nähe hätte, quasi Paten und Patenkinder. Die Paten sind ab und zu auch in der Situation, Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen und die Patenkinder sind in der Lage, Hilfestellung zu geben – auch ältere oder behinderte  Mitbürger können ihr Quentchen beitragen, (meist fragt nur niemand mehr danach). Es sollte ein möglichst ausgeglichenes gegenseitiges Geben und Nehmen werden, ganz ausgeglichen kann es wahrscheinlich nie sein und man muss das ohne Groll akzeptieren!
Ich selbst bin – ausgenommen mein Reinfall mit dem Sturm – noch nicht hilfsbedürftig, doch das Erlebnis, komplett alleine dazustehen, hat mich auf die Idee mit der Nachbarschaftshilfe gebracht.  Wäre es nicht schön, wenn gerade unsere älteren Mitbürger, die oft vor dem Verlassensein und der Hilfsbedürftigkeit Angst haben (und das zu Recht!), oder auch Familien, die dringend Hilfe brauchen oder auch Sie oder ich jemanden in der Nähe hätten, der einfach mal zupackt oder nachsieht? Wäre das nicht klasse?
Sie können mir schreiben, mailen oder faxen. Ihre Meinung und Ihre Fähigkeiten sind gefragt. Wann hätten Sie Zeit und wofür genau? Wie alt sind Sie und wo wohnen Sie? Telefon? Welche Hilfe würden Sie selbst erwarten? Welche Hilfe können Sie vielleicht selbst anbieten?
Ich bin gespannt, was sich tut und grüße Sie ganz herzlich,

Evelyn Lamberts
Tel./Fax 922 500 659
E-Mail:
evilamberts@yahoo.de
Adresse: C./Rufina 6
38540 Las Cuevecitas





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