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Ausgabe: Nr. 220 (23/2014) vom 3. - 16. Dezember 2014
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Home > Leserbriefe > „Schmusekatz“ nur mit e

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„Schmusekatz“ nur mit e

Der Leserbrief „Fehlerquote“ (Wochenblatt 25. Jan.-7. Feb. 06), in welchem Ihnen ein „Kompliment und Dank für ... sorgsamen Umgang mit der deutschen Sprache“ ausgesprochen wird, enthält leider einen Fehler, der durchaus als „fahrlässige Verletzung des Sprachgefühls“ bezeichnet werden darf. Anders ausgedrückt: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, auf wen auch immer!
Der Duden kennt nämlich keine „Schmusekatz“, sondern nur eine Schmusekatze. Umgangssprachliche Formen wie „katzbalgen“, „katzbuckeln“ (= unterwürfig tun), „Katz-und-Maus-Spiel“ sowie „für die Katz“ (= umsonst) sind geduldet; eine „Schmusekatz“ leider nicht. Man muss (auch in einem Gedicht!) Schmusekatze sagen und schreiben. Das gilt für alle Schmusekatzen und Schmusekater!
Unsere Sprache wandelt sich ständig. Wörter aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs wie „Eintopfsonntag“, „Kohlenklau“ und „Reichswinterhilfswerk“ sind längst im Duden getilgt. Dafür wird unser Deutsch jetzt mit anglizistischem Wortmüll zugeschüttet. Diese Entwicklung geht sogar so weit, dass modische Sprachakrobaten „denglische“ Mischwörter erfinden.
Einige dieser neuartigen Wortschöpfungen sind im angloamerikanischen Sprachraum  völlig unbekannt, etwa unser „Handy“ (statt „schnurloses Funktelefon“). Das Wort „Handy“ versteht in England kein Mensch. Den Briten ist es als Hauptwort unbekannt, denn „handy“ ist ein englisches Eigenschaftswort, das auch bei einigem Wohlwollen und sinnvoll übersetzt, nicht zu einem gut funktionierenden „Handlich“ wird. Freuen wir uns, dass der Duden (23. Aufl. 2004) bei umgangssprachlichen Wörtern wie „Katz“ und „Schmusekatz“ gegenwärtig noch etwas kritischer ist, denn noch ist nicht „alles für die Katz“!

Horst Buhl
z. Zt. in Puerto de la Cruz




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