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Ausgabe: Nr. 217 (20/2014) vom 22. Oktober - 4. November 2014
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Home > Leserbriefe > El Hierro Naturparadies mit dunklen Schatten

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El Hierro Naturparadies mit dunklen Schatten

El Hierro, die westlichste, kleinste, wildeste und ursprünglichste der Canaren faszinierte uns bereits im Jahre 2003. Die Natur, die unterschiedlichen Landschaften bewogen uns dazu, auch im Frühjahr 2004 wieder nach Hierro zu kommen – diesmal mit Freunden, die wir mit unseren begeisterten Erzählungen neugierig gemacht hatten. Es lohnt sich auch ganz sicher, auf dieser Insel Urlaub zu machen. Dieses Mal allerdings wurden wir mit der Hartherzigkeit und Grausamkeit der Menschen konfrontiert. In meinem Reiseführer steht: „Es gibt sich noch, die gelobte Insel, die nichts wissen will vom Traum des großen Geldes, den Verlockungen der Freizeitindustrie.“ Natürlich nicht! Die Insel ist stark subventioniert seitens der EU. Den Menschen geht es gut. Es gibt keinen, der Hunger leidet oder kein Dach über dem Kopf hat. Es gibt Strassen ohne Ende – meiner Meinung nach eine absolute Verschwendung auf einer solch kleinen Insel, auf der noch dazu kaum Tourismus oder sonstiger Straßenverkehr herrscht. Dann steht da noch: „ Die Insulaner werden Herrenos genannt – stolz beschützen sie die Natur gegen alle Anfeindungen von außen.“ Stimmt – von außen! Aber was ist mit dem, was sie selbst der Natur antun? Oder gehören Tiere nicht zur Natur? Wir haben die ganze Insel durchwandert und somit auch einiges gesehen. Ich wage zu behaupten zum Glück nicht alles. Es hat allerdings gereicht und zwar so sehr, dass wir zur Guardia Civil gegangen sind um uns über diese Schreckensbilder zu beklagen und es in aller Deutlichkeit publik zu machen – auch außerhalb El Hierros! Denn wir sind der Meinung, wenn hier jemand Urlaub macht, dann sollte er alles wissen. Und wenn ich sage außerhalb El Hierros, dann meine ich das mit allem Nachdruck und Konsequenzen. Ich bitte schon an dieser Stelle um Ihrer aller Mithilfe und Unterstützung - auch an meine Landsleute, die auf den Kanaren leben! Wer die Natur liebt, liebt auch die Tiere und wird sich gegen das, was ich berichte und mit Fotos dokumentiere, wehren. Auf unserer Wanderung, dem Weg der Heiligen Jungfrau (Camino de la Virgen), auf dem übrigens die Herrenos alle vier Jahre mit einer Prozession über eben diesen Weg feiern. Nach der Messe am Sonntag folgt die Prozession Bajada de la Virgen, das Niedertragen der Jungfrau: Viva la Virgen! Es muss doch ein christliches Volk sein ... verzeiht mir meinen Sarkasmus! Wir sind kurz vor der Hauptstadt Valverde und dem Ende unsere Wanderung. Noch ein kurzer Abstieg vorbei an blühenden Büschen, begleitet vom Duft der Blumen, als wir plötzlich lautes Bellen und Heulen von Hunden in unmittelbarer Nähe hören. Mir stellen sich schon instintiv die Nackenhaar, denn ich habe das Gefühl zu wissen, dass wir etwas sehen werden, was wir nicht sehen wollen. Und genau so ist es auch. Wir biegen um eine Kurve und rechts von uns befindet sich am Hang ein Verschlag aus Brettern und Wellblech, der Boden nackter Beton. Es stinkt unglaublich. In diesem Verschlag – natürlich ohne Wasser – sind schätzungsweise um die 20 völlig verwahrloste, zum Teil bis auf das Skelett abgemagerte Hunde. Podencos, die eigentlich bei der Hasenjagd eingesetzt werden. Diese Hunde sind allerdings garantiert nicht mehr in der Lage einen Hasen zu jagen – auch wenn sie das vor lauter Hunger gern tun würden. Sie würden nach maximal 300 Metern tot zusammenbrechen. Natürlich haben sie auch kahle Stellen und Wunden. Sie hängen an Ketten, die vielleicht 60 cm lang sind, was bedeutet, sie müssen auf ihre Liegestelle urinieren und auch die grossen Geschäfte erledigen. Die sind allerdings eher sehr dünne und mit Fliegen übersäht. Einer der Hunde kommt mit seiner Kette trotzdem fast bis an den Weg und ich kann nicht anders, als ich ihm in die Augen schaue, ich muss meine Hand ausstrecken und sie streicheln. Er, d. h. es ist eine Sie, freut sich und lässt sich berühren und streicheln. Sie geniesst es richtig und ihre Augen klären sich auf und der Blick wird dankbar. Dankbar für ein paar Hände, die ihr nicht wehtun, sondern für einen Moment Zuneigung geben. Und dann entdecken wir drei winzig kleine Babies.Ich habe geweint vor Wut und Trauer, geweint um die Hunde und auch jetzt stehen mir wieder die Tränen in den Augen. Hättet Ihr nur die Augen gesehen. Ich habe alle angeschaut und alle haben mich angelächelt und mit dem Schwanz gewedelt. Möglicherweise sind einige unter den Lesern, die mich für bescheuert erklären, denn ein Hund kann ja nicht lächeln. Diesen Lesern sei gesagt, sie mögen sich bitte mit Tieren auseinandersetzen und auf deren Mimik achten. Natürlich können Hunde lächeln, sogar richtig lachen. Dazu bedarf es gar nicht viel – nur Verstehen und Liebe. Wir haben viele Fotos gemacht von den Hunden und sind nach diesem wirklich fürchterlichen Erlebnis zur Guardia Civil gegangen. Dort haben wir mit dem Chef, einem Senor Miguel, gesprochen und ihm die Fotos gezeigt. Er schien sehr erschüttert und ebenfalls schockiert zu sein und ludt sich die Fotos von unserer Digitalkamera auf seinen PC. Er wolle, so versprach er uns, die zuständige Stelle auf Teneriffa verständigen. Die wollten sowieso in den nächsten Tagen kommen und dann könne man weiter vorgehen und die Tiere in das Tierheim nach Teneriffa bringen. Wir stehen noch immer in Kontakt mit El Hierro und versuchen auch, die Guardia Civil zu kontaktieren, um zu hinterfragen, was bisher passiert ist, ob die armen Kreaturen inzwischen im Tierheim sind. Wir sind uns ganz sicher, die Hilige Junfrau kann so etwas nicht billigen und ist es nicht ein Hohn, dass eine Prozession mit einem Kreuz auf dem Heiligen Weg an diesen Hunden vorbeiführt? Leider ist auch das völlig normal auf El Hierro. Bei verschiedenen Spaziergängen haben wir einzelne Hunde gesehen, angekettet mit einer kurzen Kette an einem winzigen Verschlag. Entweder bellt das Tier hysterisch oder es schaut einen nur ganz apathisch an, so als habe es mit seinem Leben angeschlossen. Was das für einen Sinn macht, warum die Herrenos das tun – wir haben keine Idee und schon gar kein Verständnis dafür. Es gibt hier auch viele Katzen. Im ersten Moment scheint es diesen besser zu gehen, aber auch das ist wohl ein Trugschluss. Zumindest einige der Menschen setzen die Katzen aus. Vorzusgweise an der Tacaron Bucht. Ein Berg aus Lavagestein schiebt sich bis zum Meer, kein Strauch, kein Baum – nur Steine und Wasser. Hier werden die Katzen ausgesetzt in der Hoffnung, sie finden nichts zu fressen und trinken in ihrer Not das Salzwasser, was über kurz oder lang natürlich zu einem qualvollen Tot führt. Manchmal werden die Katzen auch vergiftet oder aber in einer Plastiktüte ins Meer geworfen. Es gibt ein Strandrestaurant und ein Naturschwimmbecken und die wenigen Touristen füttern die dort streunenden Katzen. Wir haben zwei Stück eingefangen und ins Tierheim gebracht. Eine der beiden hatte ein schrecklich entzündetes Auge. Sie ist inzwischen operiert und wir haben die Kosten für die OP natürlich übernommen. Wir wissen, dass sie die OP gut überstanden hat und auf dem Wege der Besserung ist. Natürlich wurden beide auch gleich kastriert. Aber das ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Nach diesem Urlaub habe ich mir fest vorgenommen, mehr zu tun. Anfangen habe ich bei den Tieren von El Hierro. Ich habe div. Schreiben und Anzeigen an die Regierungen der Inseln als auch an die spanische Regierung geschickt. Ich habe alle in Frage kommenden Institutionen angeschrieben und um Hilfe gebeten. Das ETN hat meinen Bericht inkl. einer Petittion veröffentlicht, aber auch das hat bisher anscheinend nicht geholfen. Leider scheint sich dafür niemand zu interessieren ... es sind ja nur Hunde. Ich hoffe sehr, dass ich hiermit vielleicht einige meiner Landsleute, die auf den Kanaren leben, dazu bewegen kann, sich einzusetzen. Aber auch daran glaube ich fast schon nicht mehr. Sollte sich jemand für die Fotos interessieren oder unterstützen wollen, dann erreichen Sie mich per Mail (bgewalt@yahoo.de).
Beatrix Kasapoglu
Eppstein / Deutschland

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