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Ausgabe: Nr. 211 (14/2014) vom 16. Juli - 5. August 2014
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Home > Leserbriefe > „Festnahme wegen illegalen Konzerkarten-Verkaufs?“

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„Festnahme wegen illegalen Konzerkarten-Verkaufs?“

Ich wollte eigentlich nur ein Konzert besuchen. Es stand der Gitarrist Al Di Meola im Spielprogramm im großen Saal des Audtoriums in Santa Cruz. Ich hatte per Internet 2 Karten reserviert (übrigens ein sehr gut funktionierender und lobenswerter Service!)
Mein Freund, der mitkommen wollte, war allerdings erkrankt. Und so bat er mich, sein Ticket für ihn vor Ort zu verkaufen – zum selben Preis von 30 Euro. Ich fragte gleich an der Ticket-Abholstelle im Auditorium, ob sie nicht so nett wären, ein Ticket zurückzunehmen. Die nette Dame verneinte: das geht nicht. Sie würde mir aber raten es doch selber versuchen zu verkaufen. Da ich direkt vor dem Betreten des Ticket-Büros schon von 2 Leuten angesprochen wurde, die auch ihre Tickets verkaufen wollten, dachte ich, dass es schlauer wäre, mich draußen vor dem Eingang des Auditoriums hinzustellen: Dort musste schließlich ein Großteil der Leute vorbei.
So stand ich vielleicht 10 Minuten außerhalb des Gebäudes auf dem Vorplatz vor dem Eingang. Da kam ein uniformierter Wächter und sagte mir, dass es nicht erlaubt sei hier Tickets zu verkaufen. Wenn ich das machen wollte, müsste ich auf die Straße vor den Vorplatz gehen. Ich versuchte ihm zu erklären, dass ich nur eine Karte von einem erkrankten Freund loswerden wollte. 30 Euro sind schließlich auch nicht gerade wenig. Und ich wollte dabei auch nichts verdienen, sondern ich versuchte sie zum selben Preis zu verkaufen. Auf der Straße hätte ich kaum eine Chance sie loszuwerden, da dort kaum jemand vorbeikommt.
Er bestand darauf, dass ich hier verschwinden müsste, schließlich sei es „laut Gesetz“ verboten hier Karten zu verkaufen! Ich sagte, dass es – wenn es dieses Gesetz tatsächlich gäbe wohl lächerlich wäre und er wegen der einen Karte doch ein Auge zudrücken könnte. Kein Einlenken! So sagte ich, das ich so etwas ja noch nie und nirgends gehört hätte und ich hier stehen bleiben würde bis ich meine Karte verkauft hätte.
Keine 5 Minuten später kam er wieder zusammen mit einem älteren Polizisten, der sein Polizeiauto direkt auf dem Vorplatz parkte. Dieser Polizist verlangte sofort meinen Ausweis. Als ich ihn aus der Tasche genommen hatte riss er mir diesen unfreundlich aus der Hand und sagte nur „mitkommen“. Ich ging also mit den beiden mit zum Polizeiauto. Dort versuchte ich dem Polizisten noch einmal den ganzen Sachverhalt darzulegen. Was ich dann aber zu hören bekam war schlichtweg eine ausländerfeindliche Bemerkung: Wenn mir die Gesetze hier auf den kanarischen Inseln nicht passen, dann kann ich ja nach Deutschland zurückgehen, dann hätte ich hier nichts zu suchen!
Und dann kamen noch drei weitere Polizisten mit ihren Motorrädern hinzu und umringten mich. Ich kam mir schon wie ein Schwerverbrecher vor! Einer dieser Polizisten hörte sich wieder meine Geschichte an. Dann musste ich außer dem Ticket, das ich verkaufen wollte – das zusammen mit meinem Ausweis beschlagnahmt wurde – auch noch mein zweites Ticket vorweisen. Man vermutete, dass ich illegal mehrere Tickets – vielleicht sogar gefälscht – verkaufen wollte. Mein Ticket, das ich noch in der Brusttasche hatte, war aber genau die selbe Reihe und die Platznummer gleich neben dem anderen Ticket.
Dann musste ich meine Umhängetasche durchsuchen lassen und alles ausräumen. Jetzt hatte ich den Eindruck der Polizist sucht auch noch nach etwas andrem. Vielleicht hat er ja Glück und findet z.B. Drogen. Pech für ihn – die gab’s bei mir natürlich auch nicht zu finden, obwohl meine Tasche bis in die kleinste Ritze untersucht wurde.
Dann wurden die Daten von meinem Ausweis aufgeschrieben und die Polizisten entfernten sich etwa 10 Meter von mir und hielten im Kreise eine Kleinkonferenz, die sicherlich 10 Minuten dauerte.
Leztendlich dauerte das ganze gute 20 Minuten, bis wenige Minuten vor Konzertbeginn, so dass ich keine Chance mehr hatte, meine Karte zu verkaufen! Dann kam einer der Polizisten wieder auf mich zu und hielt mir noch einmal eine große Rede: das was ich mache sei laut Gesetz illegal. Meine Daten seien notiert – wenn ich mich noch einmal erwischen lasse gebe es eine Anzeige, Verhandlung vor Gericht und Strafe.
Die letzte Aussage, die dann kam, sollte wohl freundschaftlich gemeint sein: Wenn ich Tickets schon verkaufen wollte, so sollte ich das nicht direkt vor der Halle machen. Also wenn illegales, dann sozusagen nicht erwischen lassen!
Mir hat dieser Vorfall den Konzertabend ziemlich vermiest. Und ich frage mich: kann es wirklich ein so lächerliches Gesetz geben?
Ich habe in meinem Leben schon öfters Tickets, die zuviel waren verkauft – auch direkt neben Kassen – aber so etwas ist mir noch nie passiert.
Wäre es nicht fairer von der Verwaltung des Auditoriums solche Tickets einfach zurückzunehmen. Sie können sie ja noch am selben Abend verkaufen (ich war eine dreiviertel Stunde vor Konzert-Beginn an der Kasse!) Es handelt sich dabei sicherlich nicht um mehr als 5 bis 10 Tickets pro Abend (bei über 1000).
Fairer als Leute derart in ein kriminelles Eck zu stellen und vor allem einen derartigen Aufwand (4 Polizisten und ein Wächter) zu treiben! Haben die Polizisten denn nichts Wichtigeres zu tun?
Übrigens: die jetzt endlich nach 3 Jahren auch eröffnete Tiefgarage im Auditorium hat einen riesigen Planungsfehler, den mir auch ein Parkwächter bestätigte, den ich dort deswegen gefragt habe: die Parkgarage hat keinen direkten Zugang zum Auditorium (weder über Aufzug noch Treppen). Das bedeutet, wenn es dann in den Wintermonaten mal regnen wird, werden alle Leute, die von oder zur Garage gehen einfach nass! Was für eine tolle Planung!

Helmut Frühauf
Los Realejos





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