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Ausgabe: Nr. 213 (16/2014) vom 20. August - 2. September 2014
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Home > Leserbriefe > Telefonica (ist doch) auf europäischem Niveau

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Telefonica (ist doch) auf europäischem Niveau

Wenn das Leben nicht so lustig wäre, könnte man viel öfter weinen. Auch auf Teneriffa. Was zum Beispiel mache ich hier ohne Telefon? Von den eingewanderten Afrikanern das Trommeln erlernen? Noch dröhnen die Trommeln nicht bis Bayern. Von den Pfeifern auf Gomera lernen? Die sind auch etwas beschränkt, in der Reichweite natürlich. So bin ich glücklich, dass es die Telefónica gibt. Meinen ersten Anschluss bekam ich fast problemlos innerhalb von zehn Tagen; el técnico musste nur in die Wohnung unter uns und daher einige Tage warten, bis die Mieter aus dem Urlaub zurück waren – Gott sei Dank keine Deutschen, die ein halbes Jahr weg sind. Dann aber zogen wir um, Anfang April. Ich hatte den unverzeihlichen Fehler gemacht, mich vorher nicht bei der Telefónica zu erkundigen, ob das edificio telefónica-like ist. Das erste Problem bestand schon darin, dass ich telefonisch nicht erreichbar war und daher vereinbarte, el técnico solle „in den nächsten Tagen vormittags“ kommen, ich wäre auf jeden Fall da. Was ich nicht wusste (ich hatte ja nicht danach gefragt): Die Klingelanlage des Hauses war durch einen Wasserschaden ganz still geworden, und als el técnico pünktlich kam, kam er nicht bis zu mir. Die Bewohner hatten sich daran gewöhnt, der comunidad zu schreiben und zum Präsidenten zu rennen, angeblich seit bereits zwei Jahren, seither auch riefen die Hausbesucher die Bewohner vorher an oder pfiffen sie heraus. Genialer löste die Post das Problem: Normale Briefe und Karten wurden unter der Haustür durchgeschoben, dickere Umschläge wieder mitgenommen. Was mit Paketen geschah, musste ich nicht erfahren. El técnico jedenfalls kam nicht unter der Haustür durch. Als ich ungeduldig wurde, erfuhr ich vom Dachschaden des Hauses und el técnico und ich fanden zueinander. Zwar musste ich erst mehrmals schimpfen, weil ich mit meiner kontinentalen Art noch nicht so tranquilo bin wie es Afrika erfordert. Aber von Mal zu Mal war mir bewusster, dass ich mehr auch gar nicht tun kann: Kennen Sie die Adresse von „mil cuatro“, wissen wohin Sie müssen? Ich will ja nicht behaupten, dass man die erst verhauen muss. Ich musste nicht hin, man rief an und verkündete stolz, man werde mañana einen Mann schicken. Der kam dann aber nicht; ich will ja nicht behaupten, dass sie dort keinen Mann gefunden haben. Der técnico hat es dann in 20 Tagen zweimal geschafft, die angegebene Kontaktnummer anzurufen (dankenswerterweise das Internet-Cafe an der Plaza del Charco in Puerto Cruz), wo sich entweder niemand schnell genug meldete oder gerade besetzt war, was Genaues weiß keiner. Ich will ja nicht behaupten, dass dieses Verhältnis von Versuchen zu Tagen nicht kundenfreundlich ist und man bei der Telefónica noch nichts vom Kunden als König gehört habe. Und wenn’s so wäre: Die Telefónica als spanisches Unternehmen hat ja einen König, warum braucht sie da noch Kunden – ich meine als König? Dennoch beschwerte ich mich wieder einmal. Bei der Kontaktnummer rief dann am gleichen Tag jemand an, der técnico werde – wieder mal - mañana kommen. Spät nachmittags mañana rief el técnico an, er werde morgen früh kommen; dass er heute hätte kommen sollen, davon wisse er nichts. Na ja, die Freiheit nichts zu wissen, muss man auch técnicos lassen. Aber jetzt begann des técnicos Problem: Er fand’s Loch net, in das er seinen meterlangen Draht schieben wollte! Alle cajas öffnete er, deren er ansichtig wurde, aber irgendwo bereits im dritten Stock schien das Kabelwerk so dicht zu werden, dass ein weiteres Kabel nicht mehr rein passte. Nach 1,5 Stunden wusste er auch schon, dass er heute nichts aus- bzw. einrichten kann und noch einmal kommen muss. Wann? Nun ja, er brauche Angaben vom Elektriker, der hier die Leitungen verlegt hat. Hoffentlich lebt der noch, dachte ich. Er sagte: „Ich rufe ihn an – vielleicht heute.“ Und wann er denn dann mich anrufe, wollte ich wissen. Gleich schämte ich mich für diese Frage, denn er antwortete recht logisch trocken: „Ja, vorher nicht.“ Dem técnico kann ich nicht böse sein, er weiß wohl nie, was auf ihn zukommt, eine Zeitplanung ist so unmöglich. An einem der nächsten Tage sah ich zufällig von der Terrasse aus einen wild fuchtelnden técnico unten auf der Straße: Er wolle es nochmals probieren. Er probierte diesmal über zwei Stunden, aber auch ohne Erfolg, änderte jedoch seine Zielsetzung: Der Bewohner über uns wird gebraucht. Tja, der ist nur am Wochenende da. Also wieder Verzögerung. Gerade in dieser Zeit hätte ich das Telefon so dringend gebraucht, denn  die Verständigung über das móvil war oft ätzend, und – das nun ist das gar nicht Lustige an dieser Erfahrung – meine Frau starb an diesem Wochenende. Ich will ja nicht behaupten, dass Telefonica und técnico – nein nein, aber es bleibt etwas. Und als ich nach ihrer Beisetzung aus Deutschland zurückkam, zog ich gleich in ein Appartementhotel, in dem mir der técnico, mittlerweile ein alter Bekannter, ohne Problem einen Anschluss basteln konnte: Der técnico des Hotels zeigte ihm, was wichtig war.
Ach ja, nur zur Abrundung: Abgebucht hat die Telefónica schon zweimal, auch wenn ich bis heute (!) noch keine Rechnung gesehen habe. Und das kommt mir bekannt vor und beweist: Die ist schon auf europäischem Niveau, oder? So nahe an Afrika?

Georg Hanke
Puerto de la Cruz





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