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Ausgabe: Nr. 211 (14/2014) vom 16. Juli - 5. August 2014
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Zerstörung einer Insel

Seit über 30 Jahren fahre ich im Jahr einige Wochen nach Teneriffa, in den letzten Jahren hat sich mein Wunsch gefestigt, hier meinen Ruhestand zu verbringen. Doch den Eindruck, den Insel und Bewohner heuer bei einem dreiwöchigen Aufenthalt im Juli/August machten, muss ich erst verkraften. So schnell werde ich nicht mehr nach Teneriffa kommen.
Gründe gibt es leider zur Genüge. Noch nie erschien mir die Insel so dreckig, verwahrlost und vom Umweltgedanken her zerstört, wie dieses Mal. Wir wohnten in einer großen Wohnung in La Romantica II, Werbung: Ruhig und komfortabel. Doch die Gegend erwies sich als heruntergekommen, verdreckte Vorgärten und Gehsteige, Kneipen übelster Art mit deutschen Besitzern und Ausschankgenehmigungen bis drei Uhr früh, Gegröle und Absingen deutscher Primitiv-Schlager die halbe Nacht. Dazu Motorradgeknatter durch die „ruhigen“ Wohnstraßen, Dauergekläffe von wilden Hunden und Hunden, um die sich die Besitzer nicht kümmern. Bauruinen und offene Müllhalden, wohin man blickt. Keine Möglichkeit zum Schwimmen weit und breit, keine Anbindung an öffentlichen Nahverkehr, die nächste Bushaltestelle eine halbe Stunde steiler Aufstieg entfernt in La Longuera. Dazu: Die Insel vollkommen überlastet vom Tourismus, in erster Linie Spanier vom Festland, ziemlich primitiv das Ganze. Fahrten mit dem Leihwagen gestalteten sich zu Torturen, Hitze-Staus, Hektik und Aggression. Der Besuch der schönen Stadt Orotava - eine lebensgefährliche Odyssee durch wunderbar hergerichtete Altstadtviertel, durch die der Verkehr braust und den Besucher und Fußgänger fluchtartig auf die engen Gehsteige zwingt. Die Hauptstadt Santa Cruz: Eine einzige Baustelle, unerträglich. Wir flüchteten in die Berge und die Wälder. Doch auch hier, etwa im nördlichen Anaga-Gebirge am Leuchtturm Spuren einer nicht mehr intakten Insel: Die Wanderwege zerstört, Hinweisschilder mutwillig abgerissen oder in die falsche Richtung verdreht usw. Nach drei Wochen war uns klar: Hier wird eine wunderschöne Insel zerstört, vergewaltigt vom Massentourismus, auf den man offenbar wieder setzt, zerstört durch die größte Ansammlung von Autos, die ich je auf einer derart kleinen Fläche gesehen habe, zerstört auch durch ein offenbar stark unterentwickeltes Umwelt-Bewusstsein der Tinerfeños. Schade.
In Trauer

Rainer Rutz
Journalist, München





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