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Ausgabe: Nr. 216 (19/2014) vom 1. - 21. Oktober 2014
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Offener Brief an Frau Rossmann

Liebe Frau Rossmann,
Ihr Bericht in der letzten Ausgabe kann einem wiedermal das Herz im Leib herumdrehen. Ich las das „Wochenblatt“ abends, da war mein Abendessen gelaufen.
Man hofft nach den vielen Jahren des Hierseins immer, es würde sich in puncto Tierbehandlung auf den Kanaren mal etwas Entscheidendes tun und man ist ja auch gewillt, jede noch so kleine Anstrengung der Ayuntamientos und der Gesetzgebung als großartigen Fortschritt zu sehen. Aber es gibt doch noch soviel Grausamkeit und Dummheit, soviel Ignoranz und Überheblichkeit, dass man manchmal verzweifeln könnte.
Fakt ist, dass in allen Ländern, in denen eine patriarchalische, monotheistische Religion (Christentum, Islam, Judentum etc) herrscht, das Tier die ärmste Position inne hat. Der Wahn, sich „alles untertan“ zu machen, zeitigt scheußliche Blüten. Deshalb ist eine blumenbekränzte Kapelle neben dem Schauplatz gemordeter Hunde keine Seltsamkeit, sondern ein Symptom.
Ich frage mich, wie Sie das alles aushalten. Sie mussten schon so viele schreckliche Situationen ansehen, Rückschläge und Tritte einstecken und immer wieder raffen Sie sich von Neuem auf und machen weiter.
Ich weiß – wie alle, die sich hier im Tierschutz engagieren – dass man aufpassen muss, nicht zum Zyniker zu werden oder in Resignation zu versinken.  Es gibt genug Menschen, die mit ihrer Gesundheit den Preis für ihre Tierliebe bezahlt haben, aber dennoch ist der Gedanke an die schutzlosen Kreaturen stärker. Kreaturen, die uns Menschen ein Stück weit voraus sind mit ihrer Loyalität, Gelassenheit, dem heiteren Wesen, der Dankbarkeit und der natürlichen Weisheit ihres Daseins.
Die glücklichsten Momente in meinem Leben verdanke ich zu einem großen Teil meinen Viechern und die traurigsten, wenn sie mich verlassen mussten und ich bin sicher, vielen Menschen aus dem Herzen zu sprechen.
Unter Tierliebhabern verstehe ich allerdings nicht diejenigen, die ihre Tiere mit am Frühstückstisch essen oder sie im Bett schlafen lassen, auch nicht die, die sie auf Tiershows herumquälen oder sie in dämliche Nerzmäntelchen kleiden. Ebensowenig die, die ihre Vierbeiner (oder Schildkröten oder Papageien oder…oder..) in „Einzelhaft“ halten, auf dem Balkon, in engen Wohnungen, Käfigen oder Volieren.
Ein Tier hat eigene Bedürfnisse, die sich an seiner Natur orientieren. Diese zu respektieren und für deren Einhaltung zu sorgen, sowie die Vermehrung (anstelle der Natur) einzudämmen – das bedeutet Tierliebe.
Ich wünschte mir, dass Ihr Bericht, Frau Rossmann, an den „El Día“ oder „Diario de Avisos“ geschickt würde! Wir können unmöglich solche Artikel nur unter deutschen Lesern belassen. Den kanarischen Lesern muss der Ekel, der einen bei Vergiftungsaktionen und ähnlichen Horrortaten befällt, öfter mal nahe gebracht werden. Jeder, dem danach auch das Essen vergeht, ist vielleicht schon auf dem Weg zu einer anderen Perspektive. Leider sind es noch zu wenige.
Ich grüße Sie von Herzen, Ihre

Evelyn Lamberts

Der Bericht erschien mittlerweile auch in der spanischen Inselpresse. d.Red.




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