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Ausgabe: Nr. 275 (6/2017) vom 22. März - 4. April 2017
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„Lichtblicke“ der deutschen Seelsorger auf Teneriffa – diesmal von Pfarrer Roland Herrig von der Evangelischen Gemeinde Teneriffa Süd

Fasten-Zeit

Es ist wieder Fastenzeit. Seit einer Woche. „Sieben Wochen ohne“ heißt die Fastenaktion der Evangelischen Kirche seit vielen Jahren. Und jedes Jahr gibt es einen neuen Vorschlag, worauf wir in diesen Wochen vor Ostern verzichten sollen. In diesem Jahr heißt es konkret „Sieben Wochen ohne Sofort“.



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08.03.2017 - Teneriffa -
Wie jedes Mal schreibe ich diesen Artikel, diesen „Lichtblick“, unter Zeitdruck. „Ohne Sofort“ würden Sie ihn heute nicht lesen können; dann hätte ich den Abgabetermin verpasst. Und ich denke an ganz viele, für die das „Sofort“ zum Leben dazugehört: Journalisten und Pfarrer, die Termine einhalten müssen. Feuerwehrleute und Ärzte, die im Notfall sofort da sein müssen. Kraftfahrer, die „just in time“ liefern müssen. Krankenschwestern mit vollen Dienstplänen, die da sein müssen, wenn der Patient klingelt oder der Stationsarzt ruft. Und ich denke auch an gestresste Mütter und genervte Kinder, wenn sie früh rausmüssen, pünktlich zur Schule, pünktlich zur Arbeit, egal, wie müde sie noch sind.
„Sieben Wochen ohne Sofort“ – ob sich viele von dieser Fastenaktion nicht veralbert vorkommen müssen? Leben „ohne Sofort“, das ist nicht Fasten, sondern das ist Luxus. Ein Luxus, den wir uns im Alltag gerade nicht leisten können. Wir leben nicht für uns allein, wir teilen unser Leben mit anderen, und das funktioniert nur, wenn unsere Zeiten aufeinander abgestimmt sind und wenn wir da sind, wenn es auf uns ankommt.
Ja, es gibt Zeiten „ohne Sofort“: das Wochenende, den Sonntag. Oder den Urlaub. Oder die freie Zeit nach dem Berufsleben.
Übrigens gehören die Sonntage nicht zur Fastenzeit dazu. An diesen Tagen macht das Fasten Pause. Denn der Sonntag, die Freizeit ist Gottes besonderes Geschenk an uns. Da geht es, wenn wir Glück haben, „ohne Sofort“. Aber gerade deshalb, weil wir da nicht fasten.
Kurz: Ich halte das Fastenmotto 2017 für verfehlt.
Fasten, das bedeutet ja Verzicht, Einschränkung. Es ist eine gute Übung, eine Zeit lang auf bestimmte Dinge zu verzichten. Klassisch ist der Verzicht auf fleischliche Nahrung in diesen Wochen. Verbreitet ist auch der Verzicht auf Alkohol oder Zigaretten. Ein paar Bekannte haben sich am Faschingsdienstag bis Ostern von Facebook abgemeldet; sie wollen darauf verzichten. Auf etwas zu verzichten, macht uns frei für anderes. Wenn der Leib durch Fasten leichter wird, dann bekommt die Seele mehr Gewicht. Wenn wir auf Genussdrogen verzichten, hat unsere Gesundheit was davon. Und wenn wir unseren Lieblingszeitvertreib einschränken, dann haben wir hoffentlich mehr Zeit für andere Menschen oder Dinge, die schon lange unsere Aufmerksamkeit brauchen. Das ist sinnvolles Fasten.
Auf Dinge zu verzichten, die unverzichtbar sind, sich unter Druck zu setzen, um sich nicht unter Druck zu setzen („ohne Sofort“), das kann nicht funktionieren und wird uns nicht guttun.
Fasten in der Fastenzeit ist nach evangelischem Verständnis kein Gebot, kein Gesetz. Wir müssen das in diesen Wochen nicht tun. Es ist ein Angebot, eine Möglichkeit, eine Chance. Wir können es tun. „Ohne Sofort“ wird diese Zeit nicht abgehen. Aber vielleicht mit mehr Zeit für uns selber, mehr Zeit für unseren Mitmenschen, mehr Zeit für Gott.

Ihr
Pfarrer Roland Herrig
Evangelische Gemeinde
Teneriffa Süd






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