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Ausgabe: Nr. 274 (5/2017) vom 8. - 21. März 2017
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Jahrelang fiel nicht auf, dass die drei Töchter der Familie nicht gemeldet waren

Kinder nicht gemeldet: Sorgerechtsentzug

Die Provinzstaatsanwaltschaft von Las Palmas hat drei Mädchen von einem, sieben und acht Jahren ihren Eltern vorläufig entzogen und in einem Heim untergebracht, weil die Kinder nicht gemeldet und in die Schule geschickt wurden. Ein viertes Kind der Familie, ein Neugeborenes, befindet sich noch im Hospital Materno Infantil, unter Gewahrsam der kanarischen Regierung, bis die Beurteilung der Sache abgeschlossen ist.



Wohnblock in der Calle Manuel Alemán Álamo in Jinamar, Telde, wo die Familie lebt
Fotogalerie© WB
Wohnblock in der Calle Manuel Alemán Álamo in Jinamar, Telde, wo die Familie lebt
11.01.2017 - Gran Canaria -
Eine Untersuchung, die im Oktober begonnen wurde, gipfelte Ende Dezember in einer Polizeiaktion, bei der die Eltern und Kinder aus ihrer Wohnung geholt wurden und die von den Anwohnern als „Spektakel von Polizisten und Einsatzfahrzeugen“ bezeichnet und als unverhältnismäßig kritisiert wurde. 
Die Gemeindeverwaltung von Telde bestätigte den Einsatz der Policía Nacional in einer Wohnung in der Calle Alemán Álamo in Jinamar und gab an, die Polizei habe auf die Anzeige einer Frau hin gehandelt. Die Staatsanwaltschaft habe eine Untersuchung eröffnet, es sei Verfahrensgeheimhaltung angeordnet worden, weshalb die Sozialdienste von Telde nicht informiert wurden. Alles werde direkt an die für Minderjährige zuständige Generaldirektion der Kanarenregierung gemeldet. Von dort aus sei das Sorgerecht ausgesetzt und die Unterbringung der drei Kinder in einem Heim angeordnet worden. Obwohl das Ayuntamiento von Telde sich nicht dazu äußern durfte, wurde unter den Nachbarn der Familie bekannt, dass die drei Mädchen im Zentrum Santa Rosalía sind, wo sie ihr Vater besucht, sooft es geht, um nach ihnen zu sehen. 
Der Polizeieinsatz und die darauffolgenden Entscheidungen der Staatsanwaltschaft haben in der Nachbarschaft der Familie eine Mischung aus Überraschung und Verärgerung ausgelöst. Verschiedene Nachbarn äußerten gegenüber der Presse, dass man die Angelegenheit anders hätte lösen können und müssen. Es handle sich um eine ruhige Familie, die nie Probleme verursacht habe. Es sei ganz falsch, die drei Mädchen dort herauszureißen, obendrein noch an Heiligabend. 
Nach dem Polizeibericht ist die Familie, die seit Oktober im Fokus der Behörden steht, umgezogen, um sich den Maßnahmen der Sozialdienste zu entziehen. Die achtjährige Tochter soll ein gesundheitliches Problem haben, das ihre Mobilität einschränkt. Sie wurde deshalb zur Diagnose in ein Krankenhaus eingewiesen. Sie ist das einzige Kind der Familie, das beim Standesamt gemeldet ist und auch in die Schule ging. Das Neugeborene, das in der letzten Woche des Jahres 2016 zur Welt gekommen ist, muss in der Klinik bleiben. Die Mutter besucht es täglich, um es zu stillen. 
Laut Aussagen der Nachbarn bemüht man sich darum, dass die Sorge für die Kinder vorübergehend Verwandten der Mutter übertragen wird, möglicherweise an die Großmutter der Kinder, die in Las Palmas lebt. Dieselben Anwohner berichten auch, dass die Mutter sich immer bestens um ihre Kinder gekümmert habe. Die Geburt des vierten Kindes und ersten Sohnes sei für die Familie eine große Freude gewesen, die durch die Anzeige einer Person, von der nicht bekannt ist, ob es sich um eine Nachbarin handelt, nun gestört wurde. 
Die Nachbarn verstehen die Handlungsweise der Behörden nicht. Man dürfe einer Mutter so etwas nicht antun, erklärte eine Anwohnerin gegenüber der Tageszeitung „La Opinión“.






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