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Ausgabe: Nr. 275 (6/2017) vom 22. März - 4. April 2017
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Einwohner und Politiker forderten auf einer Demonstration am 14. Februar in Las Palmas die dringend benötigte neue Verbindungsstraße La Aldea – Agaete

„Carretera de La Aldea YA“

Mitte Februar demonstrierten Einwohner und Politiker im San-Telmo-Park in Las Palmas für die Fertigstellung der neuen Verbindungsstraße zwischen La Aldea de San Nicolás und Agaete. Es geht um die Durchführung der zweiten Phase, welche den Abschnitt von El Risco bis Agaete umfasst. Die alte Verbindungsstraße ist massiv steinschlaggefährdet und wurde vor einigen Monaten definitiv gesperrt, mit der Folge, dass La Aldea wochenlang praktisch von der Außenwelt abgeschnitten war.



„Demonstration vom 14. Februar: Damit die Carretera de La Aldea bald fertiggestellt wird“
Fotogalerie© EFE
„Demonstration vom 14. Februar: Damit die Carretera de La Aldea bald fertiggestellt wird“
22.02.2017 - Gran Canaria -

2009 war mit der neuen Verbindungsstraße begonnen worden, doch die Wirtschafts- und Finanzkrise veranlasste den Staat, die finanziellen Mittel erheblich einzuschränken. Erst vor anderthalb Jahren wurde das Bautempo wieder erhöht. Doch konnte der neue Abschnitt zwischen Andén Verde und El Risco noch nicht freigegeben werden. Gerade dieser Abschnitt auf der alten Verbindungsstraße ist wegen massiver Steinschlaggefahr nicht mehr befahrbar und verursachte durch seine Sperrung dass La Aldea komplett von der Außenwelt abgeschnitten war. Um die Lage der Einwohner zu erleichtern, wurden Zeitfenster für Fahrzeug-Konvois geschaffen, die von Sicherheitskräften begleitetet werden (das Wochenblatt berichtete). 
Nun veranstaltete das Forum El Roque Aldeano am 14. Februar eine Demonstration. Das Cabildo forderte die Einwohner zur Teilnahme auf, um nachdrücklich und geschlossen vom Staat einzufordern, den Auftrag zum Bau des ausstehenden Abschnittes zwischen El Risco und Agaete endlich zu erteilen. Inselpräsident Antonio Morales zeigte sich empört, dass der Staat fünf Milliarden Euro in das Projekt der Maut-Autobahnen investiert habe – die sich beim privaten Betrieb als defizitär herausstellten und mit Steuergeldern gerettet werden mussten. Dagegen werde mit den Mitteln zur Schließung des Inselstraßenringes von Gran Canaria „gegeizt“ und der weitaus geringere Betrag von 178 Millionen Euro nicht zur Verfügung gestellt. Derweil seien fast 8.000 Einwohner sozusagen abgeschnitten. Morales forderte die Kanarenregierung auf, sich beim Staat für das Projekt starkzumachen, denn er sei dafür zuständig. Finanziert werden könne der Bau des Abschnittes auch auf andere Weise, beispielsweise durch Vorfinanzierung der Bauunternehmen. Das Cabildo jedenfalls habe bereits acht Millionen Euro abgezweigt, ver­sicherte Morales. 
Bei der Demonstration im San-Telmo-Park in Las Palmas kamen Bevölkerung und Politiker aller Verwaltungsebenen 
zusammen. Vor der versammelten Menschenmenge drängte Joaquín Luján Melián, Vizepräsident des Foro Aldeano, den Abschnitt zwischen El Risco und Agaete als extrem dringend einzustufen und umgehend in Auftrag zu geben. „Carretera de La Aldea YA“ - Carretera de la Aldea sofort! – lautete die Forderung. Bei entsprechendem Willen der Politiker könne die notwendige Finanzierung auch erst einmal ohne den Staat erfolgen und erst später das neue Straßenbauabkommen geschlossen werden. Sollte der Bau nicht bald vorangehen, sei das Forum zu „drastischen Maßnahmen“ bereit, um Druck auszuüben und der untragbaren Lage endlich ein Ende zu bereiten. Luján schloss nicht aus, Straßen oder sogar den Hauptstadthafen zu blockieren. Tomás Pérez, Bürgermeister von La Aldea, forderte ebenfalls eindringlich, der Situation ein Ende zu bereiten und noch in diesem Jahr mit dem Bau des Abschnittes zwischen El Risco und Agaete zu beginnen. Während Mercedes Roldós, Vertreterin der Zentralregierung auf den Kanaren, erklärte, dass ohne Abschluss des Staatshaushaltes auch kein Geld zur Verfügung gestellt werden könne, versicherte Pablo Rodríguez, Leiter des Bauressorts der Kanarenregierung, die Regionalregierung wolle den Abschnitt in diesem Jahr für 180 Millionen Euro in Auftrag geben. Inselpräsident Antonio Morales versprach auch hier erneut, das Cabildo werde die Bauarbeiten mit allen Kräften vorantreiben. 
Der ehemalige Richter am Obersten Gerichtshof der Kanaren, José Mateo Díaz, verlas ein Manifest und erhob den Vorwurf, La Aldea sei so wenig mit der Welt verbunden wie vor über einem Jahrhundert. 






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