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Ausgabe: Nr. 274 (5/2017) vom 8. - 21. März 2017
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Bisher gelang es nicht, die Wildschafe wieder von Teneriffa zu entfernen – nun haben sie den Sprung nach La Gomera geschafft

Mufflon Verschwörung?

Während auf Teneriffa Mufflons mit dem Ziel der Ausrottung gejagt werden, weil sie als eingeführte Art die endemische Flora bedrohen, sind auf La Gomera nun ebenfalls Mufflons gesichtet worden. Fraglich ist, wie und wer die Wildschafe dort hingeschafft hat.



Die in der Landschaft nur schwer erkennbaren und sehr scheuen Tiere sollen auf Teneriffa ausgerottet werden.
Fotogalerie© Noticia
Die in der Landschaft nur schwer erkennbaren und sehr scheuen Tiere sollen auf Teneriffa ausgerottet werden.
10.08.2016 - La Gomera -
Dass es in den Wäldern Teneriffas und in den Cañadas del Teide Mufflons gibt, ist nicht allen bekannt, weil man die scheuen Tiere kaum je zu Gesicht bekommt. Die Wildschafe gehören nicht in das kanarische Ökosystem und sind deshalb eine Gefahr für den Fortbestand verschiedener einheimischer Pflanzenarten. Dazu gehören u.a. die Silberdistel  (cardo de plata), das Sonnenröschen (Jarilla de las Cañadas), der Canutillo del Teide und das kanarische Hornkraut (Rilla), die im „Kanarischen Katalog der bedrohten Arten“ als „vom Aussterben bedroht“ bzw. „gegen Veränderungen ihrer Lebensräume empfindlich“ geführt werden. 
In den Siebzigerjahren, noch unter Franco, wurde das Muffelwild, welches ursprünglich von Korsika und Sardinien stammt, im Gebiet des Teide Nationalparks für die Jagd ausgewildert. Natürlicherweise gab es auf der Insel kein Hochwild, und die Jäger hatten sich bis dato mit der Pirsch auf Kaninchen, Rot- und Felsenhühner, Felsen- und Turteltauben sowie Wachteln begnügen müssen. 
Um die Jahrtausendwende wurden verschiedene Gesetze verabschiedet, die darauf abzielen, die Mufflons wieder vollständig von der Insel zu entfernen. Sehr zum Leidwesen der Tierschützer setzt die Kanarenregierung dabei vor allem auf die Unterstützung durch Jäger. Nur an drei bis sechs Tagen im Jahr wird die Jagd auf die Mufflons freigegeben, dann aber sollen so viele wie möglich getötet werden. Der Tierschutzverband PACMA nennt dieses Vorgehen ein „Massaker“ und empfiehlt stattdessen, die Tiere zu fangen, zu sterilisieren und anschließend wieder freizulassen. 
Wie es scheint, hat man in dieser Sache, zumindest was einige Jäger angeht, den Ziegenbock zum Gärtner gemacht. Verständlicherweise sind die kanarischen Waidmänner nicht begeistert von der Idee, das Muffelwild auszurotten, weil mit ihm die einzige wirklich attraktive Jagdbeute, die Teneriffa zu bieten hat, verschwinden würde. Es soll Fincas geben, wo Mufflons in Gefangenschaft gezogen und dann freigelassen werden, um den Bestand zu erhalten. Seit die Wildschafe vom Teide 2013 in den „Spanischen Katalog der exotischen invasiven Spezies“ aufgenommen wurden, ist der Besitz, Transport und Handel mit diesen Tieren jedoch gänzlich verboten.  
Nun hat die Sabotage der behördlichen Naturschutzbemühungen eine neue Dimension erreicht: Im Parque Garajonay auf La Gomera sind Mufflons gesichtet worden. 
War diese Nachricht im vergangenen Jahr noch ein Gerücht, so ist es nun sicher, dass einige Exemplare ihren Weg auf die Kolumbusinsel gefunden haben. Da die Tiere den Atlantik kaum aus eigenem Antrieb schwimmend überquert haben können, muss jemand sie mit voller Absicht nach La Gomera geschafft und dort im Naturpark ausgesetzt haben. Dabei kann der Transport von Jungtieren durchaus unauffällig bewerkstelligt werden, denn die Lämmer des Muffelwildes unterscheiden sich kaum von denen der Hausschafe. 
Noch leben nur wenige Mufflons in den Bergen La Gomeras, doch das unwegsame Gelände im Garajonay-Gebiet wird es den Parkhütern schwer machen, sie aufzuspüren. 
Ein ähnliches Problem hat auch La Palma. Auf der „Isla Bonita“ wurde, ebenfalls in den Siebzigerjahren, das Arruí, ein Berberschaf aus Nordafrika, eingeführt.





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