Ein Meilenstein in der Meereswissenschaft: Erstes Elektrokardiogramm eines trächtigen Schwertwals aufgezeichnet


Ein Forscher des Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) in Frankreich erforscht im Loro Parque die physiologischen Anpassungen von Schwertwalen in den letzten Phasen der Trächtigkeit.
Puerto de la Cruz (Teneriffa), 19. März 2025: In einem beispiellosen Durchbruch für die Meeresforschung ist es einem Team von Wissenschaftlern gelungen, das Elektrokardiogramm eines Schwertwals in den letzten Wochen der Trächtigkeit aufzuzeichnen. Diese Studie, die im Loro Parque in Zusammenarbeit mit dem französischen Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) durchgeführt wurde, ermöglicht zum ersten Mal eine Analyse der physiologischen Anpassungen dieser Wale in einer für die Erhaltung der Art kritischen Zeit.
Die Forschungsarbeiten unter der Leitung des CNRS-Forschers Angelo Torrente zielen darauf ab, die Veränderungen in der Herz-Kreislauf-Funktion schwangerer Schwertwale zu entschlüsseln. Dank eines nicht-invasiven experimentellen Systems ist es den Wissenschaftlern gelungen, noch nie dagewesene Daten über die Herzgesundheit von Morgan, einem spätschwangeren Weibchen, zu erhalten, mit dem Ziel, die metabolischen und energetischen Herausforderungen, denen diese Tiere in dieser entscheidenden Phase ihres Lebens ausgesetzt sind, besser zu verstehen.
Der Zugang zu einem trächtigen Schwertwal in einer kontrollierten Umgebung hat der Wissenschaft eine außergewöhnliche Gelegenheit geboten. Diese Studie liefert nicht nur Informationen über den physiologischen Stress der Trächtigkeit bei diesen Walen, sondern könnte auch Hinweise auf die Entwicklung des Fötus liefern. Insbesondere wollen die Forscher herausfinden, ob die Anpassungen an das Tauchen, die es den Schwertwalen ermöglichen, ihre Herzfrequenz freiwillig zu reduzieren, auch auf den Fötus im Mutterleib übertragen werden.
„Diese Studie ist ein klares Beispiel dafür, wie die Pflege von Walen in spezialisierten Einrichtungen wissenschaftliche Fortschritte ermöglicht, die in freier Wildbahn nicht möglich wären“, erklärt Javier Almunia, Direktor der Loro Parque Fundación. „Die Aufzeichnung eines Elektrokardiogramms bei einem trächtigen Orca gibt uns beispiellose Informationen über seinen Stoffwechsel und den zusätzlichen Nahrungsbedarf für eine erfolgreiche Trächtigkeit, was für die Erhaltung der Orca-Populationen in freier Wildbahn in Situationen von Nahrungsknappheit unerlässlich ist.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Loro Parque und dem CNRS unterstreicht den Wert der angewandten Wissenschaft für den Tierschutz und die Erhaltung der Tiere. Die Studie zeigt, wie die Forschung in kontrollierter Umgebung wichtige Fragen zur Biologie bedrohter Meerestiere beantworten und gleichzeitig zu deren Schutz beitragen kann.
“Die Möglichkeit, das Herz eines trächtigen Schwertwals zu untersuchen, ist ein bedeutender Fortschritt für die Wissenschaft„, sagt Angelo Torrente. “Diese Art von Forschung hilft uns nicht nur, diese Tiere besser zu verstehen, sondern kann auch die Grundlage für künftige Anwendungen zum Schutz und zur Bewirtschaftung wild lebender Populationen bilden.
Mit dieser bahnbrechenden Studie bekräftigt der Loro Parque sein Engagement für die Erforschung und den Schutz von Walen und stellt ein Referenzmodell für die Meeresforschung und den Schutz bedrohter Arten dar.
Loro Parque
Der Loro Parque befindet sich in der Gemeinde Puerto de la Cruz auf der Insel Teneriffa und ist eine weltweite Referenz im Bereich der Erhaltung von Tierarten und der Umwelterziehung. Seit seiner Gründung setzt er sich für den Schutz der Artenvielfalt ein und nimmt an zahlreichen Forschungs- und Erhaltungsprojekten auf internationaler Ebene teil. Diese Studie ist ein weiteres Beispiel dafür, wie der Loro Parque zum wissenschaftlichen Fortschritt und zum Wohlergehen der von ihm betreuten Tiere beiträgt. [Loro Parque]